Mittwoch, 20. August 2014

Altersbedingte Makula-Degeneration

Januar 8, 2010 von  
Kategorie: Auge

Die altersbedingte Makula-Degeneration (AMD) ist eine spezielle Erkrankung der Augen, die sogar bis zur Erblindung führen kann. Vor allem ältere Menschen sind betroffen, so leidet in Deutschland etwa jeder Vierte über 70 und jeder Zweite über 85 Jahre unter der AMD. Insgesamt gibt es mehr als vier Millionen Betroffene. Man unterscheidet zwischen der trockenen und der feuchten altersbedingten Makula-Degeneration. Anders als die trockene AMD kann die feuchte AMD sehr rasch heranwachsen. Ca. 85 Prozent sind aber von der eher langsam fortschreitenden, trockenen AMD betroffen.

Symptome: Die ersten Anzeichen werden oft nicht erkannt, da vorerst nur ein Auge erkrankt und das andere Auge die reduzierte Sehleistung ausgleicht. Farben werden mit der Zeit immer blasser und die Augen brauchen länger, um sich an den Wechsel von Hell und Dunkel zu gewöhnen. Buchstaben werden weniger scharf wahrgenommen und häufig nimmt auch die Blendempfindlichkeit zu. Typisch für eine voran geschrittenen AMD sind verschwommene Schatten in der Mitte des Sehfelds, die sich zunehmend ausbreiten. So erkennt man auf einer Armbanduhr zwar das Ziffernblatt, nicht aber die aktuelle Uhrzeit.

Ursachen: Die Sehstörung bei der AMD geht auf geschädigte Zellen zurück, die für die Versorgung und Schutz der Netzhaut verantwortlich sind. Da die Zellen nicht mehr richtig funktionieren, bilden sich kleine, gelbliche Ablagerungen unter der Netzhaut, die das Absterben von Sehzellen begünstigen können (trockene AMD). Bei etwa 15 Prozent der Betroffenen entstehen durch die Ablagerungen Einwachsungen brüchiger Blutgefäße, aus denen eine Flüssigkeit austritt und die Makula anschwillt. Die Makula ist ein gelber Fleck im Zentrum der Netzhaut, für für das Scharfsehen verantwortlich ist. Diese für das Sehen bedeutsamen Sinneszellen können in dem Fall nur noch eingeschränkt arbeiten und sterben ab (feuchte AMD).

Das zunehmende Alter birgt das größte Risiko, an AMD zu erkranken und auch die genetische Veranlagung spielt eine große Rolle. Rauchen verdreifacht das Risiko, an AMD zu Erkranken. Weitere begünstigende Komponente sind Übergewicht, Bluthochdruck und Sonnenlicht.

Die Apotheke hilft: Anscheinend können Omega-3-Fettsäuren und Zink das Voranschreiten der trockenen AMD verlangsamen, wenn diese über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Zu diesem Ergebnis kamen zumindest verschiedene Studien. Zudem können Lutein und Zeaxanthin der altersbedingten Makula-Degeneration entgegenwirken. Beide Bestandteile sind sogenannte Makulapigmente, die der Körper selbst nicht herstellen kann. Sie werden daher entweder über die Ernährung oder Supplementation zugeführt. Die Apotheke bietet zum Beispiel Präparate mit Omega-3-Fettsäuren, Lutein/ Zeaxanthin, Zink und Antioxidanzienn, die bei Augenerkrankungen kombiniert werden können.

Was Sie noch tun können:

  • Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und UV-Licht vermeiden

  • Ab 50 Jahren regelmäßig Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen

  • Ausgewogene Ernährung: Grünblättriges und gegartes Gemüseenthalten zellschützende Antioxidanzien, Lutein und Zeaxanthin. Fisch liefert die erforderlichen Omega-3-Fettsäuren

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Treten folgende Symptome auf, sollte umgehend ein Augenarzt aufgesucht werden:

  • Sehleistung lässt nach: Schwierigkeiten beim Lesen, Auto fahren oder Gesichter erkennen; die Farbwahrnehmung ist verändert

  • gestörtes Sichtfeld: Linien und Gegenstände werden verzerrt wahrgenommen, in der Mitte des Blickfeldes tauchen dunkle Flecken auf

Der Augenarzt wird sich über die Sehstörungen eingehend informieren. Auch wird er sich erkundigen, ob bereits in der Familie (bei Eltern oder Großeltern) AMD bekannt ist. Danach findet eine Untersuchung des Augenhintergrundes mit der Spaltlampe statt sowie eine Kontrolle der Sehleistung mit dem Amsler-Gitter. Falls hierbei ein Bereich verschwommen wahrgenommen wird oder die Linien verbogen wirken, kann dies ein Anzeichen für eine altersbedingte Makula-Degeneration sein. Sinnvoll kann auch eine Analyse durch eine Injektion eines fluoreszierenden Farbstoffs sein. Dieser Farbstoff macht die Blutgefäße im Augenhintergrund sichtbar und diese können somit beurteilt werden.

Für die trockene Form der AMD gibt es derzeit noch keine Therapieansätze. Die feuchte, aggressive Makuladegeneration kann mit verschiedenen Verfahren behandelt werden wie zum Beispiel mit der Lasertherapie, der photodynamischen Therapie oder auch der medikamentösen Therapie.

Viele Patienten schwören darauf, die Spritzentherapie sei die wirkungsvollste: hierbei werden die Medikamente mit den Wirkstoffen Pegaptanib und Ranibizumab direkt in das Auge gespritzt. Sie hemmen die Wachstumsfaktoren, die für das Einsprießen krankhafter Gefäße in die Makula verantwortlich sind. Dadurch verzögert sich die Entwicklung der Krankheit. Die Injektion findet unter örtlicher Betäubung statt und fügt dem Patienten normalerweise keine Schmerzen zu.