Donnerstag, 29. Juni 2017

Wechseljahre

Februar 19, 2010 von  
Kategorie: Frauengesundheit

© Franz PflueglDie Wechseljahre machen sich aufgrund hormoneller Veränderungen im Körper bemerkbar, langsam erlischt die Funktion der Eierstöcke. Dieser Vorgang dauert oftmals zwischen fünf bis zehn Jahre. Häufig kommen Frauen zwischen dem 45. und dem 50. Lebensjahr in die Wechseljahre (Klimakterium).

Symptome: Viele Frauen leiden unter Hitzewallungen, Schweißausbrüchen, Schlafstörungen, depressiven Verstimmungen und/ oder unter sexueller Antriebslosigkeit. Zudem werden die Schleimhäute trockener. Vor der Menopause verschlimmern sich oftmals die Menstruationsbeschwerden. Bei etwa jeder dritten Frau tritt in der Postmenopause Osteoporose auf, was das Erkrankungsrisiko der Herzkranzgefäße erhöht. Einige Frauen leiden mehr unter den Wechseljahren als andere Frauen. Etwa 30 Prozent aller Frauen haben jedoch keinerlei Beschwerden.

Ursachen: Die Produktion der weiblichen Sexualhormone (Östrogen, Progesteron) in den Eierstöcken nimmt allmählich ab und das hormonelle Gleichgewicht gerät durcheinander. Dies führt zu einer Reaktion des Körpers, aber auch psychische Beschwerden können die Folge sein.

Die Apotheke hilft: Je nach Symptomatik bietet die Apotheke verschiedene Produkte, welche Linderung verschaffen. Die Einnahme pflanzlicher Präparate mit Auszügen aus Keuschlammfrüchten (auch unter dem Namen Mönchspfeffer oder Agnus-castus-Früchte bekannt) eignet sich insbesondere zu Beginn der Wechseljahre, wenn die Blutungen stark und unregelmäßig auftreten. Produkte mit Salbeiextrakten helfen vor allem gegen die unangenehmen Hitzewallungen. Den selben Effekt erzielen zudem Tees Salbei oder Thymian. Sinnvoll bei depressiven Verstimmungen dagegen ist hoch dosiertes Johanniskraut (mindestens 300 mg). Die Wirkung setzt allerdings erst nach ein bis zwei Wochen ein. Kombinationspräparate mit Baldrian und anderen beruhigend wirkenden Pflanzen wie Hopfen, Passionsblume oder Melisse helfen gegen Nervosität und Schlafstörungen. Damit kann ein besseres körperliches und psychisches Wohlbefinden erzielt werden. Effektiv hierbei sind außerdem Extrakte aus der Traubensilberkerze (Cimcifugawurzelextrakte) mit den darin enthaltenen Phytoöstrogenen. Erfolgt die Einnahme über mehrere Wochen, werden Beschwerden wie Hitzewallungen, Reizbarkeit, Konzentrationsschwäche, depressive Verstimmungen und Stimmungsschwankungen gelindert.

Was Sie sonst noch tun können:

  • Osteoporose vorbeugen: hierbei gibt es einfache Methoden wie zum Beispiel die Zufuhr von Kalzium (mindestens 1.200 bis 1.500 mg pro Tag) und Vitamin D. Sojalebensmittel, die mit Kalzium angereichert sind, sollten täglich in den Mahlzeiten integriert werden. Sojaprodukte ( z. Bsp. Sojadrinks, Sojajoghurts, Sojadesserts) enthalten Isoflavone, die den Knochenstoffwechsel anregen und dafür sorgen, dass Kalzium wieder in den Knochen einzulagern. Diese Maßnahme ist in den Wechseljahren besonders empfehlenswert, da die körpereigene Östrogenproduktion gehemmt wird. Östrogene sind dafür zuständig, dass das Kalzium in den Knochen bleibt

  • Vitaminreiche Ernährung, viel Bewegung und Verzicht auf Zigaretten

  • Beckenbodengymnastik kann der Inkontinenz entgegenwirken

  • Gezielte Pflegeprodukte schützen die Haut vor den Folgen des Östrogenmangels

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Der Arzt kann Ihnen hilfreiche Ratschläge geben, wie Sie Ihren Lebensstil ändern und somit die Beschwerden mindern können z. Bsp. luftige Kleidung tragen, Kaffeekonsum reduzieren, mehr Sport und Bewegung. Zusätzlich können spezielle Hormonpräparate verschrieben werden. Der Arzt sollte ebenfalls zurate gezogen werden, wenn ein Engegefühl in der Brust bemerkt wird und die Stimmung dauerhaft gedrückt ist. Spannungen im Brustkorb sind typische Beschwerden in den Wechseljahren, sie können aber auch auf einen Herzinfarkt hinweisen.

Übrigens: Frauen in Asien leiden insgesamt weniger unter den Wechseljahresbeschwerden als Frauen in Europa. Wissenschaftler vermuten, das dies daran liegt, dass Asiatinnen mehr Sojaprodukte zu sich nehmen. In einer Studie an der Universität Leeds konnten englische Forscher einen Zusammenhang erkennen. Bereits nach vier Wochen nach täglicher Zufuhr der Sojaisoflavone (Inhaltsstoffe der Sojapflanze) haben sich Beschwerden deutlich gebessert: Die Reizbarkeit ging zurück und auch der Schlaf wurde positiv beeinflusst.