Dienstag, 31. Mšrz 2015

Kinderkrankheiten: Allgemein

M√§rz 24, 2011 von  
Kategorie: Allgemein, Krankheiten, Medizin

Unsere Kinder machen eine ganze Reihe von ‚ÄěKinderkrankheiten‚Äú in ihrer Entwicklung durch.¬† Auch wenn es f√ľr die Eltern und Kinder l√§stig ist, geh√∂rt es mit dazu.¬† Wenn man jedoch etwas dar√ľber Bescheid wei√ü, dann kann man schnell auf die ersten Symptome richtig reagieren, was den Krankheitsverlauf durchaus erleichtern kann.

Fieber

Fieber gilt als Leitsymptom bei den kindlichen Erkrankungen.¬† Der junge Organismus des Kindes muss sich in den ersten Jahren mit einer Vielzahl von Krankheitserregern auseinandersetzen, was mit einer mehr oder weniger heftigen Reaktion passiert. Die erh√∂hte K√∂rpertemperatur ist Ausdruck einer gesteigerten Abwehraktivit√§t.¬† Besonders gegen die Viren ist Fieber ein wichtiges Kampfmittel. Deshalb sollte nicht jede Temperaturerh√∂hung mit fiebersenkenden Mitteln behandelt werden. Jedoch bei sehr jungen Kindern kann aber auch das Fieber selbst zu einer Bedrohung werden. Als Orientierung f√ľr die Eltern gilt die 38,5¬įC ‚Äď Grenze, dar√ľber hinaus sollten Gegenma√ünahmen erfolgen, da das Allgemeinbefinden bei diesen hohen Temperaturen deutlich beeintr√§chtigt ist.

Zunächst sollten nichtmedikamentöse Möglichkeiten genutzt werden:

- Viel trinken, aber kohlensäurefrei,

- Hitzestauungen sollen vermeiden, decken Sie ihr Kind zum Beispiel auf,

- zusätzlich kann das Kind sich teilweise Entkleiden,

- k√ľhlende Waden- oder Brustwickel sind ebenfalls m√∂glich.

Doch Vorsicht: Wenden Sie die k√ľhlenden Ma√ünahmen nur in der ‚ÄěSchwitzphase‚Äú an, bei¬† dem anf√§nglichen Fieberanstieg fr√∂steln die Kinder, dann f√ľhren Sie eher W√§rme zu.

Bei sehr hohem Fieber, √ľber 40¬įC,¬† kann auch ein Abk√ľhlungsbad hilfreich sein. Zu Beginn sollte die Wassertemperatur 3¬įC unter der K√∂rpertemperatur liegen, nach der Gew√∂hnung kann k√§lteres Wasser zugef√ľhrt werden, bis 30¬įC erreicht sind. Das Kind verbleibt dann etwa 10 min. im Wasser . Das Bad kann gegebenenfalls auch wiederholt werden.¬† Wenn das Kind jedoch fr√∂stelt, G√§nsehaut oder blaue Lippen hat, sollten Sie das Bad sofort abbrechen.

Weiterhin können auch fiebersenkende Medikamente Anwendung finden, da sie zusätzlich eine schmerzlindernde Wirkung haben.  Ein bewertes Mittel ist Paracetamol, jedoch wurde es in der letzten Zeit durch Ibuprofen verdrängt, da die Kindersaftzubereitungen damit deutlich besser schmecken. Dagegen ungeeignet sind Acetylsalicylsäurepräparate, da gefährliche Überempfindlichkeiten gegen diese Mittel auftreten können. Lassen Sie sich in diesen Fällen in Ihrer Apotheke beraten.

Ursachen von Fieber: Fieber kann vielf√§ltig verursacht werden. Wichtig jedoch ist, dass einige bedrohliche Kinderkrankheiten auch ohne Fieber einhergehen k√∂nnen. Ansonsten sind fieberhafte Erkrankungen, der sogenannte fieberhafte Infekt, am h√§ufigsten und wird als Sammelbegriff f√ľr eine ganze Reihe von Viruserkrankungen gebraucht.¬† Verl√§uft die Krankheit leicht und komplikationslos, dann heilen sie in der Regel ohne besondere Gegenma√ünahmen aus. Doch h√§ufig treten zus√§tzlich Bronchitis oder eine Mittelohentz√ľndung auf. Sie werden durch Ohrenschmerzen, anhaltenden Husten und erneut ansteigender Temperaturen deutlich.

Speziell in Kindereinrichtungen kommt es zu einer schnellen Verbreitung der Krankheitserreger und sorgt daf√ľr, dass die Kinder in den ersten Lebensjahren h√§ufig erkranken. Diese Infektanf√§lligkeit geht nach Vollendung des dritten Lebensjahres zur√ľck, da sich das Immunsystem dann stabilisiert hat.

Die Anwendung von Antibiotika ist umstritten. Leichte und komplikationslose Virusinfekte brauchen keine Antibiotikabehandlung. Zudem Bek√§mpfen die Antibiotika auch keine Viren. Dagegen kein ein Ausbleiben der Behandlung bei bakteriellen Infektionen wie Scharlach zu schweren Folgesch√§den f√ľhren. Die Einnahme dieser Medikamente sollte dann auch nur auf √§rztlichen Rat hin erfolgen.

Bauchschmerzen und Erbrechen

Bachschmerzen sind neben Fieber zu den h√§ufigsten Krankheitssymptomen und sollen auch in jedem Fall durch einen Arzt untersucht und abgekl√§rt werden. Schon in den ersten Lebensmonaten sind oft Unruhezust√§nde und eine gespannte Bauchdecke zu beobachten, was unter dem Begriff ‚ÄěDrei-Monats-Koliken‚Äú zusammengefasst ist. Es wird vermutet, dass diese auf Luftansammlungen nach der Nahrungsaufnahme zur√ľckzuf√ľhren sind. Daher wird empfohlen, unn√∂tige Schaumbildungen durch starkes Sch√ľtteln der Flaschennahrung zu vermeiden.

Die Gefahr einer ernsteren Erkrankung besteht bei folgenden zusätzlichen Symptomen:

- hohes Fieber, √ľber 38¬įC

- mehrmaliges, starkes Erbrechen

- Appetitlosigkeit und Verweigerung der Nahrung

- ununterbrochenes Schreien

- wenn die Ruheatmung erschwert ist

- Asymmetrien in der Bauchregion, zum Beispiel einseitige Vorwölbungen

- wenn ihr Kind √ľber einen l√§ngeren Zeitraum nicht an Gewicht zugenommen hat

Erbrechen hat auch unterschiedliche Ursachen.  Es kann als Begleiterscheinung einer akuten Infektion, einer Magen-Darmerkrankung, als Folge von Erkrankungen des Gehirns oder der Hirnhäute, bei Stoffwechselerkrankungen oder Vergiftungen mit Pflanzen oder Pilzen beispielsweise auftreten.

Die häufigste Erkrankung mit Bauchschmerzen ist der akute Magendarmkatarrh, der mit Erbrechen und Durchfall einher geht. Er kann in jeder Altersgruppe auftreten. Ursachen können einerseits einfache Kostfehler sein, andererseits steht er auch mit bakteriellen oder viralen Infektionen im Zusammenhang. Im Vordergrund der Behandlung steht der Ausgleich eventueller Wasser- und Mineralienverluste und mit der anschließenden Diät kann eine Heilung ohne Medikamente erfolgen.

Eine weitere Erkrankung, die √ľberwiegend die Knaben bef√§llt, ist der Magenpf√∂rtnerkrampf. Dabei wird alle Nahrung erbrochen. Er wird durch eine Verkrampfung und Verdickung des Magenschlie√ümuskels verursacht, wobei die Enstehung dieser St√∂rung noch weitestgehend ungekl√§rt ist. Diagnostiziert wird die Erkrankung durch eine Ultraschalluntersuchung. Eine endg√ľltige Heilung ist durch eine wenig belastende Operation zu schaffen.

Leistenbr√ľche sind ebenfalls bei jungen Kindern zu beobachten, die einer schnellen √§rztlichen Hilfe bed√ľrfen. Im Gegensatz dazu laufen Nabelbr√ľche meist komplikationslos. Es kann jeweils zu Einklemmungen von Darmschlingen kommen.

Die sogenannte Hodentorsion, die durch eine Drehung des Hodens am Gef√§√üstiel eine akute Durchblutungsst√∂rung zur Folge hat, f√ľhrt zu einer Hodenschwellung und starken Schmerzen und sollte sofort operativ behandelt werden.

Schmerzen im rechten Unterbauch sind typisch f√ľr Blinddarmentz√ľndungen. Sie treten vermehrt ab dem Schulalter auf.

Dagegen ist es f√ľr Harnwegsinfektionen typisch keine Schmerzen auszustrahlen. Einzige Anzeichen k√∂nnen vermehrtes Wasserlassen mit eventuellen Blasenschmerzen oder erneutes Einn√§ssen sein.

Wenn zus√§tzlich Fieber und R√ľckenschmerzen auftreten und zudem¬† das Allgemeinbefinden stark beeintr√§chtig ist, deutet das auf eine Beteiligung der Nieren hin. Diagnostisch sollten dann Urin- und Ultraschalluntersuchungen folgen und darauf hin kann ein gezielter Behandlungsplan erstellt werden. Unerkannte Harn-und Nierenerkrankungen aus der Kindheit k√∂nnen Grund f√ľr chronisches Nierversagen im Erwachsenenalter sein. Bei den Untersuchungen werden nicht selten auch vorerst unerkannte Fehlbildungen entdeckt.