Freitag, 31. Oktober 2014

Kinderkrankheiten: Allgemein

März 24, 2011 von  
Kategorie: Allgemein, Krankheiten, Medizin

Unsere Kinder machen eine ganze Reihe von „Kinderkrankheiten“ in ihrer Entwicklung durch.  Auch wenn es für die Eltern und Kinder lästig ist, gehört es mit dazu.  Wenn man jedoch etwas darüber Bescheid weiß, dann kann man schnell auf die ersten Symptome richtig reagieren, was den Krankheitsverlauf durchaus erleichtern kann.

Fieber

Fieber gilt als Leitsymptom bei den kindlichen Erkrankungen.  Der junge Organismus des Kindes muss sich in den ersten Jahren mit einer Vielzahl von Krankheitserregern auseinandersetzen, was mit einer mehr oder weniger heftigen Reaktion passiert. Die erhöhte Körpertemperatur ist Ausdruck einer gesteigerten Abwehraktivität.  Besonders gegen die Viren ist Fieber ein wichtiges Kampfmittel. Deshalb sollte nicht jede Temperaturerhöhung mit fiebersenkenden Mitteln behandelt werden. Jedoch bei sehr jungen Kindern kann aber auch das Fieber selbst zu einer Bedrohung werden. Als Orientierung für die Eltern gilt die 38,5°C – Grenze, darüber hinaus sollten Gegenmaßnahmen erfolgen, da das Allgemeinbefinden bei diesen hohen Temperaturen deutlich beeinträchtigt ist.

Zunächst sollten nichtmedikamentöse Möglichkeiten genutzt werden:

- Viel trinken, aber kohlensäurefrei,

- Hitzestauungen sollen vermeiden, decken Sie ihr Kind zum Beispiel auf,

- zusätzlich kann das Kind sich teilweise Entkleiden,

- kühlende Waden- oder Brustwickel sind ebenfalls möglich.

Doch Vorsicht: Wenden Sie die kühlenden Maßnahmen nur in der „Schwitzphase“ an, bei  dem anfänglichen Fieberanstieg frösteln die Kinder, dann führen Sie eher Wärme zu.

Bei sehr hohem Fieber, über 40°C,  kann auch ein Abkühlungsbad hilfreich sein. Zu Beginn sollte die Wassertemperatur 3°C unter der Körpertemperatur liegen, nach der Gewöhnung kann kälteres Wasser zugeführt werden, bis 30°C erreicht sind. Das Kind verbleibt dann etwa 10 min. im Wasser . Das Bad kann gegebenenfalls auch wiederholt werden.  Wenn das Kind jedoch fröstelt, Gänsehaut oder blaue Lippen hat, sollten Sie das Bad sofort abbrechen.

Weiterhin können auch fiebersenkende Medikamente Anwendung finden, da sie zusätzlich eine schmerzlindernde Wirkung haben.  Ein bewertes Mittel ist Paracetamol, jedoch wurde es in der letzten Zeit durch Ibuprofen verdrängt, da die Kindersaftzubereitungen damit deutlich besser schmecken. Dagegen ungeeignet sind Acetylsalicylsäurepräparate, da gefährliche Überempfindlichkeiten gegen diese Mittel auftreten können. Lassen Sie sich in diesen Fällen in Ihrer Apotheke beraten.

Ursachen von Fieber: Fieber kann vielfältig verursacht werden. Wichtig jedoch ist, dass einige bedrohliche Kinderkrankheiten auch ohne Fieber einhergehen können. Ansonsten sind fieberhafte Erkrankungen, der sogenannte fieberhafte Infekt, am häufigsten und wird als Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Viruserkrankungen gebraucht.  Verläuft die Krankheit leicht und komplikationslos, dann heilen sie in der Regel ohne besondere Gegenmaßnahmen aus. Doch häufig treten zusätzlich Bronchitis oder eine Mittelohentzündung auf. Sie werden durch Ohrenschmerzen, anhaltenden Husten und erneut ansteigender Temperaturen deutlich.

Speziell in Kindereinrichtungen kommt es zu einer schnellen Verbreitung der Krankheitserreger und sorgt dafür, dass die Kinder in den ersten Lebensjahren häufig erkranken. Diese Infektanfälligkeit geht nach Vollendung des dritten Lebensjahres zurück, da sich das Immunsystem dann stabilisiert hat.

Die Anwendung von Antibiotika ist umstritten. Leichte und komplikationslose Virusinfekte brauchen keine Antibiotikabehandlung. Zudem Bekämpfen die Antibiotika auch keine Viren. Dagegen kein ein Ausbleiben der Behandlung bei bakteriellen Infektionen wie Scharlach zu schweren Folgeschäden führen. Die Einnahme dieser Medikamente sollte dann auch nur auf ärztlichen Rat hin erfolgen.

Bauchschmerzen und Erbrechen

Bachschmerzen sind neben Fieber zu den häufigsten Krankheitssymptomen und sollen auch in jedem Fall durch einen Arzt untersucht und abgeklärt werden. Schon in den ersten Lebensmonaten sind oft Unruhezustände und eine gespannte Bauchdecke zu beobachten, was unter dem Begriff „Drei-Monats-Koliken“ zusammengefasst ist. Es wird vermutet, dass diese auf Luftansammlungen nach der Nahrungsaufnahme zurückzuführen sind. Daher wird empfohlen, unnötige Schaumbildungen durch starkes Schütteln der Flaschennahrung zu vermeiden.

Die Gefahr einer ernsteren Erkrankung besteht bei folgenden zusätzlichen Symptomen:

- hohes Fieber, über 38°C

- mehrmaliges, starkes Erbrechen

- Appetitlosigkeit und Verweigerung der Nahrung

- ununterbrochenes Schreien

- wenn die Ruheatmung erschwert ist

- Asymmetrien in der Bauchregion, zum Beispiel einseitige Vorwölbungen

- wenn ihr Kind über einen längeren Zeitraum nicht an Gewicht zugenommen hat

Erbrechen hat auch unterschiedliche Ursachen.  Es kann als Begleiterscheinung einer akuten Infektion, einer Magen-Darmerkrankung, als Folge von Erkrankungen des Gehirns oder der Hirnhäute, bei Stoffwechselerkrankungen oder Vergiftungen mit Pflanzen oder Pilzen beispielsweise auftreten.

Die häufigste Erkrankung mit Bauchschmerzen ist der akute Magendarmkatarrh, der mit Erbrechen und Durchfall einher geht. Er kann in jeder Altersgruppe auftreten. Ursachen können einerseits einfache Kostfehler sein, andererseits steht er auch mit bakteriellen oder viralen Infektionen im Zusammenhang. Im Vordergrund der Behandlung steht der Ausgleich eventueller Wasser- und Mineralienverluste und mit der anschließenden Diät kann eine Heilung ohne Medikamente erfolgen.

Eine weitere Erkrankung, die überwiegend die Knaben befällt, ist der Magenpförtnerkrampf. Dabei wird alle Nahrung erbrochen. Er wird durch eine Verkrampfung und Verdickung des Magenschließmuskels verursacht, wobei die Enstehung dieser Störung noch weitestgehend ungeklärt ist. Diagnostiziert wird die Erkrankung durch eine Ultraschalluntersuchung. Eine endgültige Heilung ist durch eine wenig belastende Operation zu schaffen.

Leistenbrüche sind ebenfalls bei jungen Kindern zu beobachten, die einer schnellen ärztlichen Hilfe bedürfen. Im Gegensatz dazu laufen Nabelbrüche meist komplikationslos. Es kann jeweils zu Einklemmungen von Darmschlingen kommen.

Die sogenannte Hodentorsion, die durch eine Drehung des Hodens am Gefäßstiel eine akute Durchblutungsstörung zur Folge hat, führt zu einer Hodenschwellung und starken Schmerzen und sollte sofort operativ behandelt werden.

Schmerzen im rechten Unterbauch sind typisch für Blinddarmentzündungen. Sie treten vermehrt ab dem Schulalter auf.

Dagegen ist es für Harnwegsinfektionen typisch keine Schmerzen auszustrahlen. Einzige Anzeichen können vermehrtes Wasserlassen mit eventuellen Blasenschmerzen oder erneutes Einnässen sein.

Wenn zusätzlich Fieber und Rückenschmerzen auftreten und zudem  das Allgemeinbefinden stark beeinträchtig ist, deutet das auf eine Beteiligung der Nieren hin. Diagnostisch sollten dann Urin- und Ultraschalluntersuchungen folgen und darauf hin kann ein gezielter Behandlungsplan erstellt werden. Unerkannte Harn-und Nierenerkrankungen aus der Kindheit können Grund für chronisches Nierversagen im Erwachsenenalter sein. Bei den Untersuchungen werden nicht selten auch vorerst unerkannte Fehlbildungen entdeckt.