Montag, 20. Oktober 2014

Erste Hilfe: Schock, Knochenbrüche und Stromschläge

April 11, 2011 von  
Kategorie: Erste Hilfe

In Erste-Hilfe-Kursen, die Sie auch immer wieder mal besuchen sollten, üben Sie wichtige Techniken wie Mund-zu-Mund-Beatmung oder die Herzdruckmassage. Das sind Grundvorrausetzungen, um im Ernstfall eine wirksame Hilfe zu leisten. Dennoch sollten Sie im Zweifelsfall immer einen Notarzt hinzuziehen.

Bei einem Schock kommt es zu einem lebensbedrohlichen Versagen des Kreislaufs. Dieser Zustand kann praktisch bei jeder Verletzung oder nach einem Insektenstich in Form eines anaphylaktischen Schock auftreten. Die Betroffenen haben eine blasse, nasskalte Haut, blaue oder graue Färbung von Lippen und Fingernägel, schnelle, flache Atmung, sind unruhig und benommen, verwirrt und eventuell auch bewusstlos. Bringen Sie den Patienten in die Schocklage, dass heißt Hinlegen und Beine hoch lagern. Vermeiden Sie zusätzlichen Wärmeverlust durch Zudecken. Die betroffene Person darf nichts trinken, essen oder rauchen. Atmung und Bewusstsein sollten regelmäßig kontrolliert werden. Wirken Sie auf den Patienten beruhigend ein und betreuen Sie ihn bis der Notarzt eintrifft.

Bleiben kleine Gegenstände oder Essen in der Luftröhre stecken, besteht akute Erstickungsgefahr. Babys werden kopfüber an den Füßen gehalten, größere Kinder werden bäuchlings auf den Schoß gelegt  und dann wird zwischen die Schulterblätter mit der flachen Hand geklopft. Hilft dies nichts, verständigen Sie sofort den Notarzt. Wenn die Atmung aussetzt, muss das Kind beatmet werden.

Bei Ertrinkungsopfern müssen Sie sofort die Atmung überprüfen und gegebenenfalls beatmen. Husten, Erbrechen oder Erstickungsanfälle sind Zeichen einer noch funktionierenden Atmung. Lassen Sie zeitnah den Notarzt rufen.

Um nach schweren Kopf- und Gesichtsverletzungen nach einer dumpfen Krafteinwirkung eine starke Schwellung zu vermeiden, legen Sie ein Kühlkissen oder einen Plastikbeutel mit Eiswürfeln auf die entsprechende Stelle. Kinder sollten grundsätzlich nach schweren Schlägen ärztlich untersucht werden. Rufen Sie sofort den Notarzt, wenn Bewusstlosigkeit oder Bewusstseinstrübung, Erbrechen und Atemgeräusche auftreten, Blut oder Schleim aus Ohren oder Nasen läuft, das Kind unentwegt weint, starke Kopfschmerzen und eine Abneigung gegen helles Licht hat.

Anzeichen einer Fraktur (Knochenbruch) sind starke Schmerzen, Schwellungen, später auch Bluterguss, Bewegungseinschränkung und unnatürliche Verformung des Körperteils. Die betroffene Gliedmaße muss umgehend ruhig gestellt werden, einen gebrochenen Arm können sie zum Beispiel in ein Armtragetuch legen. Ansonsten belassen Sie die vorgefundene Stellung. Offene Brüche decken Sie zusätzlich mit einer sterilen Wundauflage ab. Kontrollieren Sie, ob Schocksymptome auftreten und rufen Sie den Notarzt.

Verstauchungen sind Verletzungen der Gelenkbänder. Die Symptome sind ähnlich wie bei den Frakturen. Daher gilt auch hier als erstes das Gelenk ruhig zu stellen.

Während leichte Stromschläge meist nur ein Kribbeln verursachen, können schwere zu Atem- und Herzstillstand führen. Schalten Sie sofort den Strom ab, indem Sie den Stecker ziehen, die Sicherung heraus drehen oder den Hauptschalter aus schalten. Ist dies nicht möglich, dann stellen Sie sich auf etwas Nichtleitendes wie Gummimatte oder Zeitungsstapel. Schieben Sie das Kabel mittels Besenstiel oder ähnlichem vom Körper des Betroffenen weg. Wenn das auch nicht möglich ist, wickeln Sie Ihre Hände zur Isolierung in Textilien oder Zeitungspapier ein und ziehen Sie die Person an deren Kleidung aus dem Gefahrenbereich. Kontrollieren Sie alle Vitalitätszeichen, Bewusstsein, Atmung und Kreislaufsystem und achten Sie auf Schocksymptome. Untersuchen Sie den Körper hinsichtlich Verbrennungen an den Stellen wo der Strom in den Körper eintrat und wo er wieder austrat. Sie sind meistens gerötet und angeschwollen. Die Brandwunden müssen keimfrei abgedeckt werden. Alarmieren Sie umgehend den Notarzt.