Mittwoch, 16. April 2014

Brustkrebs

September 22, 2011 von  
Kategorie: Onkologie

Allgemeines

Die häufigste Krebsform bei der Frau ist der Brustkrebs. In Deutschland erkranken mehr als 59.000 Frauen neu an Brustkrebs. Das betrifft auch immer häufiger jüngere Frauen.

Bis heute konnten die grundlegenden Ursachen noch nicht ausreichend geklärt werden, doch es wurden schon einige Risikofaktoren nachgewiesen, die die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, erheblich erhöhen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Übergewicht, übermäßigem Alkoholgenuss, bei Anwendung von Hormonen, hohes Lebensalter und wenn bereits in der Familie Krebsleiden vorkamen, geboten.

Dabei genügt schon die Veränderung einer einzelnen Zelle und ein bösartiger Tumor kann entstehen. Der Verlust der natürlichen Kontrollmechanismen bei der Zellteilung führt zu einer unendlichen Vermehrung der Zelle. Aus Millionen dieser Krebszellen bildet sich schließlich eine sichtbare Geschwulst.

Durch regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen sollen schon erste Anzeichen einer Erkrankung aufdecken. Je früher der pathologische Prozess erkannt und entsprechend medikamentös oder operativ behandelt wird, je günstiger ist die Prognose. Das Fortschreiten der Erkrankung kann verhindert werden oder sogar ausheilen.

Risikofaktoren

Ernährung und Übergewicht

Ernährt man sich sehr unausgeglichen und fettreich führt dies über verschiedene Stoffwechselprozesse zu einer Erhöhung des Insulinspiegels. Daraufhin steigt auch der Östrogenspiegel an.

Das Hormon Östrogen bewirkt durch erhöhte Wassereinlagerung und stärkerer Blutfülle in den Blutgefäßen eine Verfestigung des Brustgewebes. Die Brustdrüsen schwellen an und die Zellen vermehren sich. Im Zusammenhang mit dem monatlichen Zyklus der Frau sollen diese Veränderungen den weiblichen Körper auf eine eventuelle Schwangerschaft vorbereiten.

Doch im Laufe der Jahre können sich im Brustgewebe knotige Veränderungen entwickeln.

Daher stellt ein unnatürlich erhöhter Östrogenspiegel ein Risiko dar und betrifft besonders Frauen in den Wechseljahren.

Alkohol

Der Genuss von Alkohol erhöht nachweislich das Krebsrisiko. Dabei hat der bei der Alkoholverstoffwechslung gebildete Acetaldehyd die krebserzeugende Wirkung. Bei einem täglichen Konsum von 25 g Alkohol, was zum Beispiel in 300 ml Wein oder 600 ml Bier enthalten ist, steigt das Brustkrebsrisiko um 31 %.

Weiter risikoerhöhende Einflüsse

- Frühe Menarche (erste Menstruation)

- Späte Menopause

- Frauen ohne Kinder oder spät gebärend

- Genetische Disposition

Untersuchungen zur Früherkennung von Brustkrebs

Tastuntersuchung

Frauen ab 30 können sich bei ihrem Frauenarzt einmal im Jahr ihre Brust abtasten lassen. Untersucht werden dabei das Brustgewebe und die angrenzenden Lymphknoten bis in den Achselhöhlenbereich.

Mammographie-Screening

Bei dieser Röntgenuntersuchung werden Gewebsveränderungen sichtbar. Zu 25 % sind das Brustkrebsvorstufen. Sind die Befunde nicht eindeutig, dann folgt zur Abklärung eine zusätzliche Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie).

Symptome

Nicht selten treten zu Beginn sehr untypische Beschwerden auf. Einen Arzt sollten Sie auf jeden Fall aufsuchen, wenn Formveränderungen der Brust auffällig werden, sich Einziehungen (z.B. der Brustwarze) oder Vorwölbungen zeigen, Flüssigkeit aus der Brustwarze austritt, Knoten zu tasten sind und Sie aus unerklärlichen Gründen an Gewicht verlieren.

Die genaue und ausführliche Krankengeschichte hilft dem Arzt bei der Diagnostik. Bei Verdacht werden weitere Untersuchungen veranlasst:

- Laboruntersuchungen (Blutprobe zur Beurteilung ihres Allgemeinzustandes)

- Tastuntersuchung ( Brust und Lymphknoten)

- Mammographie ( Röntgen der auffälligen Tastbefunde, Ermittlung von Lage und Größe der Knoten)

- Sonographie (Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten, Oberbauchorgane wie die Leber werden nach Metastasen abgesucht)

- Biopsie (Gewebeentnahme mittels Feinnadelpunktion und mikroskopische Untersuchung)

Therapie

Bei den Untersuchungen wird der Tumor auch in seinen Eigenschaften näher bestimmt: Zelltyp, Bösartigkeit, Größenzuwachs und Metastasierung.

Diese Daten sind wichtig um einen individuellen Therapieplan zu erstellen und die Heilungschancen abzuschätzen. Ihr Arzt wird Sie über alles ausführlich aufklären, scheuen Sie sich auch nicht nachzufragen, wenn für Sie noch Unklarheiten bestehen.

Operation

Radikale Operationstechniken, bei denen die gesamte Brust entfernt wird, werden nur noch selten vorgenommen. Die betroffenen Frauen leiden psychisch sehr unter dem Verlust.

Somit wurden immer gewebeschonendere Verfahren entwickelt. Der Tumor wird dabei direkt im gesunden Gewebe entfernt, sowie die angrenzenden Lymphknoten bis in den Achselbereich. Das Gewebe wird dann histologisch untersucht und gibt Aufschluss über die Vollständigkeit der Tumorentfernung und eventuelle Metastasierung.

Strahlentherapie

Die Bestrahlung ist besonders nach brusterhaltenden Operationen unabdingbar. Es kann nie der Verbleib von Tumorzellen oder kleinsten Metastasen vollständig ausgeschlossen werden. Die ionisierenden Strahlen zerstören diese.

Wenn die Wunde weitestgehend ausgeheilt ist, in ungefähr 3 Wochen nach der Operation, kann die Bestrahlung begonnen werden.

Die Haut reagiert häufig mit unerwünschten Nebenwirkungen. Sie wird sehr empfindlich gegenüber mechanischen Reizen und besondere Pflegemaßnahmen müssen ergriffen werden. Kühlende, fettende Salben oder schmerz-und entzündungshemmende Puder pflegen und schonen die betroffenen Hautpartien.

Systemische Therapie

Eine Hormon- oder Chemotherapie können ergänzend eingesetzt werden.

Hormontherapie

Es konnte nachgewiesen werden, dass das Wachstum bestimmter Tumorzellen hormonabhängig ist. Mithilfe einiger Hormone oder Antihormone kann die Ausbreitung der Brusttumoren beeinflusst werden: GnRH-(Gonadotropin-Releasing-Hormon) Analoga, Antiöstrogene, Aromatasehemmer oder Gestagenen.

Chemotherapie

Die Krebszellen zeichnen sich durch ihr besonders hohes Teilungsvermögen aus. Die Zytostatika hemmen als Zellgift das Wachstum und die Vermehrung von Zellen und wirken daher gezielt bei den Krebszellen.

Doch auch gesunde Zellen werden mit angegriffen, was sich in den starken Nebenwirkungen zeigt. Die Haare fallen aus, die Immunabwehr wird geschwächt und die Magenschleimhaut gereizt, was zu Übelkeit und Erbrechen führt und sich folgedessen Appetitlosigkeit einstellt.

Diese ergänzenden Therapiemaßnahmen haben das Ziel, ein Wiederaufkommen der Tumorerkrankung (Rezidiv) auf längere Sicht zu verhindern, die Entstehung von Metastasen zu stoppen und somit die Lebenserwartung deutlich zu erhöhen.