Sonntag, 1. März 2015

Brustkrebs

September 22, 2011 von  
Kategorie: Onkologie

Allgemeines

Die hĂ€ufigste Krebsform bei der Frau ist der Brustkrebs. In Deutschland erkranken mehr als 59.000 Frauen neu an Brustkrebs. Das betrifft auch immer hĂ€ufiger jĂŒngere Frauen.

Bis heute konnten die grundlegenden Ursachen noch nicht ausreichend geklĂ€rt werden, doch es wurden schon einige Risikofaktoren nachgewiesen, die die Gefahr, an Brustkrebs zu erkranken, erheblich erhöhen. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Übergewicht, ĂŒbermĂ€ĂŸigem Alkoholgenuss, bei Anwendung von Hormonen, hohes Lebensalter und wenn bereits in der Familie Krebsleiden vorkamen, geboten.

Dabei genĂŒgt schon die VerĂ€nderung einer einzelnen Zelle und ein bösartiger Tumor kann entstehen. Der Verlust der natĂŒrlichen Kontrollmechanismen bei der Zellteilung fĂŒhrt zu einer unendlichen Vermehrung der Zelle. Aus Millionen dieser Krebszellen bildet sich schließlich eine sichtbare Geschwulst.

Durch regelmĂ€ĂŸige FrĂŒherkennungsuntersuchungen sollen schon erste Anzeichen einer Erkrankung aufdecken. Je frĂŒher der pathologische Prozess erkannt und entsprechend medikamentös oder operativ behandelt wird, je gĂŒnstiger ist die Prognose. Das Fortschreiten der Erkrankung kann verhindert werden oder sogar ausheilen.

Risikofaktoren

ErnĂ€hrung und Übergewicht

ErnĂ€hrt man sich sehr unausgeglichen und fettreich fĂŒhrt dies ĂŒber verschiedene Stoffwechselprozesse zu einer Erhöhung des Insulinspiegels. Daraufhin steigt auch der Östrogenspiegel an.

Das Hormon Östrogen bewirkt durch erhöhte Wassereinlagerung und stĂ€rkerer BlutfĂŒlle in den BlutgefĂ€ĂŸen eine Verfestigung des Brustgewebes. Die BrustdrĂŒsen schwellen an und die Zellen vermehren sich. Im Zusammenhang mit dem monatlichen Zyklus der Frau sollen diese VerĂ€nderungen den weiblichen Körper auf eine eventuelle Schwangerschaft vorbereiten.

Doch im Laufe der Jahre können sich im Brustgewebe knotige VerÀnderungen entwickeln.

Daher stellt ein unnatĂŒrlich erhöhter Östrogenspiegel ein Risiko dar und betrifft besonders Frauen in den Wechseljahren.

Alkohol

Der Genuss von Alkohol erhöht nachweislich das Krebsrisiko. Dabei hat der bei der Alkoholverstoffwechslung gebildete Acetaldehyd die krebserzeugende Wirkung. Bei einem tÀglichen Konsum von 25 g Alkohol, was zum Beispiel in 300 ml Wein oder 600 ml Bier enthalten ist, steigt das Brustkrebsrisiko um 31 %.

Weiter risikoerhöhende EinflĂŒsse

- FrĂŒhe Menarche (erste Menstruation)

- SpÀte Menopause

- Frauen ohne Kinder oder spÀt gebÀrend

- Genetische Disposition

Untersuchungen zur FrĂŒherkennung von Brustkrebs

Tastuntersuchung

Frauen ab 30 können sich bei ihrem Frauenarzt einmal im Jahr ihre Brust abtasten lassen. Untersucht werden dabei das Brustgewebe und die angrenzenden Lymphknoten bis in den Achselhöhlenbereich.

Mammographie-Screening

Bei dieser Röntgenuntersuchung werden GewebsverÀnderungen sichtbar. Zu 25 % sind das Brustkrebsvorstufen. Sind die Befunde nicht eindeutig, dann folgt zur AbklÀrung eine zusÀtzliche Untersuchung von Gewebeproben (Biopsie).

Symptome

Nicht selten treten zu Beginn sehr untypische Beschwerden auf. Einen Arzt sollten Sie auf jeden Fall aufsuchen, wenn FormverĂ€nderungen der Brust auffĂ€llig werden, sich Einziehungen (z.B. der Brustwarze) oder Vorwölbungen zeigen, FlĂŒssigkeit aus der Brustwarze austritt, Knoten zu tasten sind und Sie aus unerklĂ€rlichen GrĂŒnden an Gewicht verlieren.

Die genaue und ausfĂŒhrliche Krankengeschichte hilft dem Arzt bei der Diagnostik. Bei Verdacht werden weitere Untersuchungen veranlasst:

- Laboruntersuchungen (Blutprobe zur Beurteilung ihres Allgemeinzustandes)

- Tastuntersuchung ( Brust und Lymphknoten)

- Mammographie ( Röntgen der auffĂ€lligen Tastbefunde, Ermittlung von Lage und GrĂ¶ĂŸe der Knoten)

- Sonographie (Ultraschalluntersuchung der Lymphknoten, Oberbauchorgane wie die Leber werden nach Metastasen abgesucht)

- Biopsie (Gewebeentnahme mittels Feinnadelpunktion und mikroskopische Untersuchung)

Therapie

Bei den Untersuchungen wird der Tumor auch in seinen Eigenschaften nĂ€her bestimmt: Zelltyp, Bösartigkeit, GrĂ¶ĂŸenzuwachs und Metastasierung.

Diese Daten sind wichtig um einen individuellen Therapieplan zu erstellen und die Heilungschancen abzuschĂ€tzen. Ihr Arzt wird Sie ĂŒber alles ausfĂŒhrlich aufklĂ€ren, scheuen Sie sich auch nicht nachzufragen, wenn fĂŒr Sie noch Unklarheiten bestehen.

Operation

Radikale Operationstechniken, bei denen die gesamte Brust entfernt wird, werden nur noch selten vorgenommen. Die betroffenen Frauen leiden psychisch sehr unter dem Verlust.

Somit wurden immer gewebeschonendere Verfahren entwickelt. Der Tumor wird dabei direkt im gesunden Gewebe entfernt, sowie die angrenzenden Lymphknoten bis in den Achselbereich. Das Gewebe wird dann histologisch untersucht und gibt Aufschluss ĂŒber die VollstĂ€ndigkeit der Tumorentfernung und eventuelle Metastasierung.

Strahlentherapie

Die Bestrahlung ist besonders nach brusterhaltenden Operationen unabdingbar. Es kann nie der Verbleib von Tumorzellen oder kleinsten Metastasen vollstÀndig ausgeschlossen werden. Die ionisierenden Strahlen zerstören diese.

Wenn die Wunde weitestgehend ausgeheilt ist, in ungefÀhr 3 Wochen nach der Operation, kann die Bestrahlung begonnen werden.

Die Haut reagiert hĂ€ufig mit unerwĂŒnschten Nebenwirkungen. Sie wird sehr empfindlich gegenĂŒber mechanischen Reizen und besondere Pflegemaßnahmen mĂŒssen ergriffen werden. KĂŒhlende, fettende Salben oder schmerz-und entzĂŒndungshemmende Puder pflegen und schonen die betroffenen Hautpartien.

Systemische Therapie

Eine Hormon- oder Chemotherapie können ergÀnzend eingesetzt werden.

Hormontherapie

Es konnte nachgewiesen werden, dass das Wachstum bestimmter Tumorzellen hormonabhÀngig ist. Mithilfe einiger Hormone oder Antihormone kann die Ausbreitung der Brusttumoren beeinflusst werden: GnRH-(Gonadotropin-Releasing-Hormon) Analoga, Antiöstrogene, Aromatasehemmer oder Gestagenen.

Chemotherapie

Die Krebszellen zeichnen sich durch ihr besonders hohes Teilungsvermögen aus. Die Zytostatika hemmen als Zellgift das Wachstum und die Vermehrung von Zellen und wirken daher gezielt bei den Krebszellen.

Doch auch gesunde Zellen werden mit angegriffen, was sich in den starken Nebenwirkungen zeigt. Die Haare fallen aus, die Immunabwehr wird geschwĂ€cht und die Magenschleimhaut gereizt, was zu Übelkeit und Erbrechen fĂŒhrt und sich folgedessen Appetitlosigkeit einstellt.

Diese ergĂ€nzenden Therapiemaßnahmen haben das Ziel, ein Wiederaufkommen der Tumorerkrankung (Rezidiv) auf lĂ€ngere Sicht zu verhindern, die Entstehung von Metastasen zu stoppen und somit die Lebenserwartung deutlich zu erhöhen.