Freitag, 24. Oktober 2014

Beckenendlage

Februar 26, 2010 by  
Filed under Schwangerschaft

Normalerweise befindet sich der Kopf des Kindes bei der Geburt unten in der Gebärmutter und wird somit zuerst geboren. Bei etwa jeder 100. Schwangerschaft kommt es jedoch nicht zu der notwendigen Drehung. So können eine Fehlbildung der Gebärmutter (z. Bsp. die Gebärmutter mit „zwei Hörnern“) oder eine Fehlheftung des Mutterkuchens an einer ungünstigen Stelle eine solche Drehung verhindern. Die Beckenendlage kann deshalb so gefährlich sein, da bei der natürlichen Entbindung ohne Kaiserschnitt, der Po des Kindes zuerst geboren wird. Die Nabelschnur, über die das Kind mit Sauerstoff versorgt wird, führt demnach am Kopf vorbei zum Mutterkuchen und kann bei der Geburt deshalb abgedrückt werden. Dadurch wird das ungeborene Kind unzureichend mit Sauerstoff versorgt. Über ein bis zwei Minuten stellt die kein Problem dar, bis dahin sollte der Kopf also spätestens zum Vorschein kommen. Wird das Kind nämlich über einen längeren Zeitraum mit wenig Sauerstoff versorgt, kann dies verheerende Folgen haben.

Schwangere, bei denen die Drehung des Kindes nicht statt findet, sollten sich in diesem Fall überlegen, ob sie nicht einen Kaiserschnitt bevorzugen. Der Kaiserschnitt allerdings stellt ein größeres Risiko für die werdende Mutter dar. Eine Beckenendlagengeburt kann zudem ohne Komplikationen statt finden, sofern das Kind nicht mehr als 3.500 Gramm wiegt und der Körperumfang nicht wesentlich kleiner als der Kopfumfang ist. Per Ultraschall lassen sich diese Messungen relativ genau vornehmen. Auch spielt bei der Entscheidung eine Rolle, ob die Frau bereits Kinder geboren hat und wie diese Geburten verlaufen sind. Zudem ist eine Periduralanästhesie (Betäubung unterhalb des Brustkorbes) bei der Beckenendlagengeburt sinnvoll, da sich die Schwangere hierbei am besten entspannen kann. Sind diese Voraussetzungen gegeben, deutet dies auf eine zügige Geburt hin, somit kann die vaginale Geburt durchgeführt werden.

Eine große, internationale Studie hat zwar ergeben, dass eine vaginale Geburt mehr Risiken birgt als der Kaiserschnitt, doch lässt sich dieses Ergebnis keinesfalls an Deutschen Kliniken anwenden. In Deutschland gehört die Messung der Größe des Ungeborenen zu der Standard-Kontrolle. Zudem hängt die Entscheidung, ob eine Beckenendlagegeburt sinnvoll ist, von der Kompetenz des Fachpersonals ab. Gerade deshalb ist ein umfassendes, aufklärendes Gespräch in der gewählten Geburtsklinik sehr wichtig. In dem Gespräch kann die Schwangere ihre persönlichen Wünsche äußern und bekommt umfassend Informationen über mögliche Risiken sowie alternative Möglichkeiten.

Äußere Wendung

Bei Beckenendlagenschwangerschaften kann außerdem die Wendung von außen sinnvoll sein. Hierbei versucht der Arzt oder die Hebamme etwa drei bis vier Wochen vor der Geburt, das Kind so zu drehen, dass es von der Steißlage in die Schädellage gerät. Der Erfolg liegt etwa bei 50 bis 70 Prozent und hängt von der Kompetenz der Ärzte, der Größe des Kindes und von der Menge des Fruchtwassers ab. Vor dem Drehversuch wird der Schwangeren oftmals ein wehenhemmendes Mittel injiziert. Zudem wird die Frau mit dem Kopf nach unten gelagert.

Sehr selten kommt es bei der Drehung zu einer akuten Kompression der Nabelschnur. Diese geringe Sauerstoffzufuhr macht sich bemerkbar, indem die Herztöne des Kindes abfallen. Sofern die Herztöne sich nicht innerhalb weniger Minuten erholen, wird ein Notfallkaiserschnitt durchgeführt, um das Kind nicht zu gefährden.