Samstag, 7. Mšrz 2015

Bluthochdruck: Ursachen und Therapie

M√§rz 30, 2011 by  
Filed under Krankheiten, Medizin

Der Blutdruck

Das Blut ist das wichtigste Transportmedium unseres K√∂rpers. Es sorgt daf√ľr, dass die Organe mit ausreichend Sauerstoff und N√§hrstoffen versorgt werden und gleichzeitig die Stoffwechselprodukte wieder abtransportiert werden. Das Herz ist f√ľr den Blutfluss der entscheidende Motor. Es baut einen Druck auf, der das Blut in alle Gef√§√üe weiterleitet, den Blutdruck. Im Verlauf eines Herzschlages ver√§ndert sich dieser. Es ergeben sich immer zwei Werte: ein oberer systolischer und ein unterer diastolischer Blutdruckwert.

Die Systole beschreibt die Kontraktion des Herzens und wodurch im Herzen der Druck ansteigt bis es zum Blutauswurf kommt.¬† Dadurch steigt der Blutdruck in den Gef√§√üen. Danach erschlafft der Herzmuskel, die Diastole, und der Blutdruck sinkt. Diese zwei Phasen, An- und Entspannung des Herzens, wechseln sich stetig ab. Der Blutdruck der Gef√§√üe ist damit Ausdruck f√ľr die Herzphasen mit einem maximalen Wert w√§hrend der Systole und einem minimalen Wert w√§hrend der Diastole. Bei gesunden Menschen betr√§gt der systolische/diastolische Blutdruck ungef√§hr 120/80 mmHg.

Bluthochdruck

Einteilung der Blutdruckwerte

Klassen systolisch (mmHg) diastolisch (mmHg)
optimal < 120 < 80
normal < 130 < 85
‚Äěnoch‚Äú normal 130 ‚Äď 139 85 ‚Äď 89
leichte Hypertonie 140 ‚Äď 159 90 ‚Äď 99
mittelschwere Hypertonie 160 ‚Äď 179 100 ‚Äď 109
schwere Hypertonie > 180 > 110
isolierte systolische Hypertonie > 140 < 90

(Europ√§ische Gesellschaft f√ľr Kardiologie und Europ√§ische Gesellschaft f√ľr Hypertonie)

Die Diagnose Hypertonie, also Bluthochdruck, wird dann gestellt, wenn zu verschiedenen Tageszeiten der Blutdruck √ľber die Optimal- bzw. Normalwerte erh√∂ht ist. Neben dem Schweregrad der Hypertonie nehmen auch Begleiterkrankungen und Risikofaktoren mit Einfluss auf die Wahl der Therapie. Jeder Patient erh√§lt eine individuelle Behandlung, denn die Gefahren, die sich aus einem erh√∂hten Blutdruck ergeben, h√§ngen eng mit bereits vorliegenden Erkrankungen, den Lebensumst√§nden und zus√§tzlichen Risikofaktoren zusammen.

Wie entsteht Bluthochdruck?

Oft kann die Ursache nicht eindeutig gekl√§rt werden. Doch tragen bestimmte Faktoren zur Entwicklung bei, wie √úbergewicht, dauerhafter Stress, √ľberm√§√üiger Alkoholkonsum, Rauchen, ungesunde Ern√§hrung und Bewegungsmangel. Auch die genetische Veranlagung kann eine Rolle mit spielen. Zudem Verlieren die Blutgef√§√üe im nat√ľrlichen Alterungsprozess durch Kalkablagerungen, sogenannten Plaques, ihre Elastizit√§t, wodurch die Blutdruckregulation zunehmend erschwert wird. Damit haben √§ltere Menschen h√§ufig einen h√∂heren Blutdruck.

Ein erh√∂hter Blutzuckerspiegel und andere chronische Erkrankungen wie Nierensch√§den k√∂nnen ebenfalls zu gesteigerten Blutdruckwerten f√ľhren.

Warum muss Bluthochdruck behandelt werden?

Oft ist es nur ein Zufallsbefund beim Arzt oder in der Apotheke. Die Betroffenen hatten meist zuvor √ľber keine Beschwerden klagen m√ľssen, was h√§ufig der Fall ist, denn ein moderat gesteigerter Blutdruck verursacht auch nicht unmittelbar Probleme. Ist er dauerhaft √ľber Monate oder Jahre erh√∂ht, stellt er ein bedeutendes Risiko f√ľr schwerwiegende Folgeerkrankungen des Herzkreislaufsystems dar. Die Druckbelastung schw√§cht zunehmend das Herz, dessen Pumpleistung geht zur√ľck und es entwickelt sich eine Herzinsuffizienz.

Auch die Blutgef√§√üe k√∂nnen sich in Folge der erh√∂hten Belastung und des ver√§nderten Blutstroms krankhaft ver√§ndern. Bei der Arteriosklerose kann es im Laufe von Monaten und Jahren zur Bildung entz√ľndlicher Ablagerungen in den Blutgef√§√üen kommen, das Gef√§√ülumen wird zunehmend eingeengt und die Blut- und N√§hrstoffversorgung der nachfolgenden K√∂rperregionen ist stark vermindert. Besonders gef√§hrlich ist es, wenn eine solche arteriosklerotische Ablagerung aufgerissen wird. Ein sich dort bildendes Blutgerinnsel kann zum endg√ľltigen Gef√§√üverschluss f√ľhren. Im Herzen entspricht das dem Herzinfarkt. L√∂st sich ein Gerinnsel und wird in eine zentrale Arterie gesp√ľlt, dann kann sich daraus ein Schlaganfall entwickeln.

Weiterhin f√ľhrt ein unbehandelter oder nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck zu schweren Sch√§den in Augen und Nieren. Die kleinen feinverzweigten Gef√§√üe dieser Organe reagieren sehr empfindlich auf die erh√∂hte Belastung. Das Gewebe wird sich in Folge dessen strukturell ver√§ndern, was beim Auge bis zum teilweisen Verlust der Sehf√§higkeit f√ľhren kann und in der Niere zu Funktionseinschr√§nkungen (Niereninsuffizienz).

Medikamentöse Behandlung

Es konnte schon eine Vielzahl verschiedener Medikamente auf den Markt gebracht werden und durch einen angemessenen Lebenswandel ist der Bluthochdruck gut beherrschbar.

Beta-Blocker

(z.B. Atenolo, Bisoprolol, Metoprolol, Pindolol,Propanolol)

Diese Medikamentengruppe f√ľhrt zur Verminderung der Herzfrequenz, dass hei√üt das Herz schl√§gt weniger in der Minute. Zus√§tzlich wird das Herz vor zu¬† gro√üer Belastung gesch√ľtzt, eine Art ‚ÄěSchongang‚Äú f√ľr das Herz.¬† Insgesamt kommt es dann zur Blutdrucksenkung.

Calciumkanalblocker

(z.B. Nifedepin,Verapamil, Diltiazem)

Ihre Wirkung besteht darin, die Blutgefäße weit zu stellen. Dadurch wird der Druck auf die Gefäße verringert. Auch der Energieverbrauch des Herzens wird reduziert.

Diuretika

(z.B. Furosamid, Hydrochlorothiazid, Triamteren, Amilorid)

Diese Medikamentengruppe wirkt auf verschiedener Weise auf die Niere ein. Sie f√ľhren zu einer vermehrten Urinausscheidung, daher auch als ‚Äěentw√§ssernde Medikamente‚Äú bezeichnet. Dies hat zur Folge, dass sich das Blutvolumen verringert und daher der Blutdruck sinkt.

ACE-Hemmer

(z.B. Ramipril, Captopril, Enalapril, Lisinopril)

Die Blutdrucksenkende Wirkung besteht darin, die Bildung eines stark blutdrucksteigenden Stoffes, das Angiotensin II, zu unterdr√ľcken.

Sartane

(z.B. Losartan, Valsartan, Irbesartan)

Die Sartane sind AT1-Rezeptor-Antagonisten und wirken ähnlich wie die ACE-Hemmer.

Es gibt noch viele andere Wirkstoffe die in der Hypertonietherapie eingesetzt werden können. Weiterhin wird, in Anbetracht des Schweregrades der Hypertonie und ob Begleiterkrankungen vorliegen, entschieden, welche Medikamente Anwendung finden und ob nur ein Wirkstoff in Form einer Monotherapie oder eine Kombination aus mehreren Wirkstoffen (Kombinationstherapie) eingesetzt wird.

Es braucht in der Regel 2-6 Wochen bis das volle Wirkungsspektrum der Therapie greift. Wichtig ist, dass die √§rztlichen Anweisungen, was Dosis und H√§ufigkeit der Einnahme betreffen, unbedingt eingehalten werden m√ľssen. Der endg√ľltige Erfolg der Therapie, also die angemessene Blutdrucksenkung, die Verhinderung lebensbedrohlicher Komplikationen und die Gesunderhaltung Ihres Herz-Kreislaufsystems, sind nur durch eine ordnungsgem√§√üe Dauerbehandlung zu gew√§hrleisten.

Lebensumstellung

Risikofaktoren wie √úbergewicht, Rauchen, ungesunde Ern√§hrung, √ľberm√§√üiger Alkoholkonsum und Bewegungsmangel k√∂nnen den Blutdruck krankhaft erh√∂hen.¬† Durch die Umstellung auf eine gesunde Lebensweise kann die Effektivit√§t Ihrer Blutdruckbehandlung wesentlich verbessern. Schon kleine Schritte k√∂nnen zu einer Blutdrucksenkung f√ľhren.

Gewichtsreduktion

Eine messbare Blutdrucksenkung ist eine Gewichtsabnahme von wenigen Kilogramm zu erreichen. Pro verlorenes Kilo kann das bis zu 1,5 ‚Äď 2,5 mmHg betragen.

Ernährung

Eine gesunde obst- und gem√ľsereiche Ern√§hrung wirkt sich zus√§tzlich positiv auf Ihr K√∂rpergewicht aus. Die vielen Vitamine sind gut f√ľr Ihre Gesundheit und steigern Ihr Wohlbefinden. Weiterhin m√§√üigen Sie Ihren Fettkonsum, speziell den Verzehr von unges√§ttigten Fetts√§uren √ľber Fleisch- und Wurstwaren, da sie m√∂gliche Folgeerkrankungen, die sich aus einer Hypertonie heraus entwickeln k√∂nnen, beg√ľnstigen. Stattdessen wirken die unges√§ttigten Fetts√§uren zum Beispiel aus pflanzlichen √Ėlen dem Risiko einer Herzkreislauferkrankung entgegen.

Es wird auch diskutiert, ob eine Reduktion der Kochsalzzufuhr einen blutdrucksenkenden Effekt hat. Nur bei einem Teil der Bev√∂lkerung konnte diese Wirkung festgestellt werden, was in der unterschiedlichen genetischen Veranlagung begr√ľndet liegen kann. Dennoch wird dem Bluthochdruckpatienten empfohlen seinen Salzkonsum auf circa 4-6 g / Tag zu senken, was in den meisten F√§llen auch zu einer Blutdrucksenkung f√ľhrt oder die Therapiema√ünahmen zus√§tzlich unterst√ľtzt.

Tipps bei der täglichen Ernährung:

- Salzen Sie Ihre Mahlzeiten am Tisch nicht nach.

- Essen Sie mehr frische Lebensmittel, da Konservennahrung oft versteckte Salzmengen enthält.

- Experimentieren Sie beim Kochen auch gern mal mit anderen Gew√ľrzmitteln auf Pflanzenbasis wie Sellerie, Liebst√∂ckl oder Knoblauch.

- Mit Hilfe von Nährwerttabellen können Sie Ihre Grundnahrungsmittel nach Ihrem Salzgehalt bewerten und stark salzhaltige Lebensmittel vermeiden.

Ihr Arzt kann mittels Bestimmung der Natriumausscheidung im Urin die Effektivit√§t der Salzkonsumreduktion √ľberpr√ľfen.

Da Sie gr√∂√ütenteils √ľber jodiertes Speisesalz Ihren t√§glichen Jodbedarf decken, k√∂nnte es infolge dessen notwendig werden, andere Jodquellen zu nutzen, zum Beispiel entsprechende Mineralstoffpr√§parate. Ihre Apotheke wird Sie zu diesem Thema gern beraten.

Alkohol

Bei einem rein alkoholbedingten Bluthochdruck kann der Verzicht bzw. die Reduktion des t√§glichen Alkoholkonsums den Blutdruck bis hin zu Normalwerten wieder senken. Es wird empfohlen nicht mehr als 20 ‚Äď 30 g reinen Alkohol t√§glich zu sich zu nehmen. Das entspricht ungef√§hr 400 ml Bier oder 200 ml Wein.

Rauchen

Das Rauchen verbirgt viele gesundheitliche Gefahren. Bei den Bluthochdruckpatienten ist das Risiko stark erhöht schwere Herzkreislauferkranken, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall,  zu entwickeln. Ihre Lebenserwartung und Lebensqualität leidet unter dem Rauchen.

Körperliche Aktivität

F√ľr Ihre Gesundheit ist Sport sehr wichtig. Besonders Ausdauersportarten wie Jogging, Radfahren, Schwimmen und √§hnliche k√∂nnen bei der Blutdruckbehandlung unterst√ľtzend wirken. Beginnen Sie langsam und vermeiden Sie eine k√∂rperliche √úberbelastung, die sich ung√ľnstig auf Ihr Herz- und Gef√§√üsystem auswirken kann. Damit sind auch Sportarten ungeeignet, die Ihre Pulsfrequenz zu stark erh√∂hen, wie extremes Kraft- und Sprinttraining.

Was ist zu beachten:

- Halten Sie R√ľcksprache mit Ihrem Arzt bevor Sie das Training beginnen.

- Beginnen Sie langsam und Steigern Sie allmählich die Belastung.

- Pr√ľfen Sie w√§hrend des Trainings Ihren Puls, er sollte den Wert 180 minus Lebensalter nicht √ľbersteigen.

- Treiben Sie regelmäßig Sport: 30 Minuten, dreimal pro Woche.

Eigene Blutdruckkontrolle

Mit relativ geringem Aufwand k√∂nnen Sie Ihren Blutdruck mehrmals am Tag selbst messen und dar√ľber ein realistisches Bild √ľber Ihren Blutdruck erhalten. Damit k√∂nnen neben den regelm√§√üigen Messungen bei Ihrem Arzt die medikament√∂se Therapie und begleitende Ma√ünahmen der Lebensumstellung in ihrer Effektivit√§t √ľberpr√ľft werden. Es gibt eine Vielzahl an Messger√§ten, wobei Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten lassen k√∂nnen.

Was ist zu beachten?

Der Blutdruck unterliegt nat√ľrlichen Schwankungen und damit die Ergebnisse nicht unn√∂tig verf√§lscht werden, sollten einige Grundregeln bei der Messung beachtet werden:

- Vor der Messung sollte eine 5 min√ľtige Ruhephase vorangegangen sein. K√∂rperliche und psychische Belastungen beeinflussen die Messwerte, ebenso Alkohol- und Nikotinkonsum.

- Sorgen Sie f√ľr ein ruhiges Umfeld.

- Messen Sie im Sitzen.

- Die Manschette sollte sich stets auf Herzhöhe befinden. Lagern Sie am besten den Arm bequem auf einer Unterlage. Halten Sie ruhig während der Messung und vermeiden Sie zu reden.

- Wenn Sie bei Messungen an beiden Armen unterschiedliche Werte erhalten haben, dann nehmen Sie Ihre weiteren Messungen nur noch an dem Arm vor, der die höheren Werte ergeben hat.

Zu Beginn der medikament√∂sen Therapie sollte der Blutdruck zweimal am Tag, immer zur gleichen Tageszeit und vor den Mahlzeiten und der Einnahme der Medikamente erfolgen: morgens zwischen 6 und 9 Uhr, abends zwischen 18 und 21 Uhr. Wenn Sie im Laufe der Zeit gut auf Ihre Medikamente eingestellt sind, gen√ľgt eine morgendliche und abendliche Messung einmal in der Woche.

Lassen Sie mindestens einmal im Jahr Ihr Blutdruckmessger√§t bei Ihrem Arzt pr√ľfen. Durch Vergleichsmessungen mit einem geeichten Ger√§t kann die Funktion und Genauigkeit Ihres Ger√§tes getestet werden.