Montag, 24. November 2014

Brustkrebs bei Männern

April 11, 2010 by  
Filed under Männergesundheit

© Sven Weber - Fotolia.comBrustkrebs ist keinesfalls eine reine Frauenkrankheit, denn auch Männer können ihn bekommen. Rund ein Prozent der Betroffenen weltweit sind Männer. In Deutschland erkranken infolge dessen etwa 400 männliche Patienten jedes Jahr an Brustkrebs.

Symptome: Sofern eine Brustkrebserkrankung vorliegt, verändert sich die Brust des Mannes. Diesen Irritationen wird leider häufig keine Beachtung geschenkt, da diese in der Tat in den meisten Fällen harmlos sind wie zum Beispiel bei einer unbedrohlichen Brustdrüsenschwellung. Bei Auftreten folgender Symptome ist jedoch der Besuch beim Arzt sinnvoll:

  • Knoten oder harte Stellen in der Brust

  • Veränderungen der Brustwarze (zum Beispiel wenn sie eingezogen ist)

  • Entzündungen oder bei Austritt von Sekret aus der Brustdrüse

  • Vergrößerung oder Verhärtung der Lymphknoten im Achselbereich

Ursachen: Oftmals lässt sich die exakte Ursache des Brustkrebses nicht erkennen. Mediziner sind sich aber einig, dass hormonelle Vorgänge als Auslöser infrage kommen. Bei Männern spielt vor allem das Hormon Testosteron eine Rolle, aber auch die weiblichen Geschlechtshormone (Östrogene) werden im männlichen Körper gebildet. Befinden sich die Hormone im Ungleichgewicht, begünstigt dies das Wachstum des Brustgewebes deutlich. Die hormonellen Veränderungen wiederum sind unter anderem auf starkes Übergewicht (Adipositas), auf eine vorherige Hodenerkrankung, Leberschäden oder auf das Klinefelter-Syndrom zurückzuführen. Zudem können erbliche Faktoren das Brustkrebsrisiko erhöhen, aber auch Prostata-, Bauchspeicheldrüsen-, Magen- und Blutkrebs können durch die Brustkrebsgene BRCA-1 und BRCA-2 ausgelöst werden. Sofern ein Mann an Brustkrebs erkrankt, sollten sich auch seine Geschwister von einem Arzt untersuchen lassen.

Behandlung: Erkrankt ein Mann an Brustkrebs können mehrere Therapieverfahren angewendet werden:

  • Die Strahlentherapie beispielsweise kann das lokale Rückfallrisiko senken. Ob dem Patienten dadurch eine bessere Überlebenschance zugeschrieben werden kann, ist allerdings ungewiss. Daher sollte ein Arzt stets beratend zur Seite stehen. Sinnvoll ist zudem oft eine zweite Meinung.

  • Da die Ursache oft hormonell bedingt ist, kann in vielen Fällen eine Anti-Hormontherapie ratsam sein. Bei dieser Behandlungsmethode konnten die erhöhte Überlebenschance sowie das geminderte Rückfallrisiko nachgewiesen werden. Oft wird für die Therapie der Wirkstoff Tamoxifen hinzugezogen.

  • Alternativ ist eine Chemotherapie möglich. Dabei spielt der gesundheitliche Zustand des Patienten jedoch eine große Rolle. Da mehr als 30 Prozent der Betroffenen über 70 Jahre alt sind, ist die chemotherapeutische Maßnahme nicht immer zu empfehlen. Männer unter 70 Jahren können mit den Nebenwirkungen der Chemotherapie zumeist besser umgehen

Übrigens: Sofern Veränderungen der Brust auftreten, ist der Besuch beim Arzt zu empfehlen. Besonders ältere Männer sollten den Gang zum Mediziner nicht unnötig aufschieben, sofern bestimmte Anzeichen auf eine ernstere Erkrankung hindeuten. Die Heilungschancen eines Brustkrebses liegen deutlich höher, wenn dieser frühzeitig erkannt wird. In einem fortgeschrittenen Stadium kann sich der Krebs bereits auf das umliegende Gewebe ausgebreitet haben.