Samstag, 25. März 2017

Darmkrebsvorsorge

Februar 1, 2010 by  
Filed under Vorsorge

In Deutschland ist die hĂ€ufigste Krebserkrankung der Darmkrebs. Jedes Jahr gibt es rund 73.000 Neuerkrankungen, etwa 27.000 Betroffene sterben infolge des Darmkrebses. Dabei muss es so weit nicht kommen, denn es gibt ein effektives Vorsorgeprogramm. Mit Hilfe der Darmkrebsvorsorge lĂ€sst sich die Krankheit in einem frĂŒhen Stadium erkennen. Je eher der Krebs entdeckt wird, desto höher stehen die Heilungschancen.

Wird Darmkrebs diagnostiziert, folgt fast immer eine Operation. Wird der Tumor frĂŒh genug erkannt und vollstĂ€ndig entfernt, gilt der Patient als geheilt. Befindet sich der Tumor in einem fortgeschrittenen Stadium, ist oftmals eine Chemo- und/oder Strahlentherapie nötig. Damit wird die weitere Ausbreitung möglichst lange hinausgezögert.

Symptome: Der Darmkrebs wĂ€chst langsam, die Entwicklung dauert oft mehr als 15 Jahre. In dieser Zeit macht sich der Krebs praktisch nicht bemerkbar und wird deshalb nicht entdeckt. Anzeichen fĂŒr Darmkrebs kann ein verĂ€nderter Stuhlgang sein, Durchfall und Verstopfung werden von BlĂ€hungen begleitet und wechseln sich ab, zudem befindet sich in manchen FĂ€llen Blut im Stuhl. Beim fortgeschrittenen Krebs bemerken Betroffene eine nicht beabsichtigte Gewichtsabnahme, verbunden mit einer allgemeinen Abgeschlagenheit und Leistungsnachlass.

Ursachen: HĂ€ufig verursachen sogenannte Darmpolypen den Darmkrebs. Die eigentlich harmlosen Polypen vermehren sich mit dem zunehmenden Alter. Warum sie sich zu einem bösartigen Geschwulst entwickeln, ist noch nicht vollkommen erforscht. Studien zeigen aber, dass Faktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung, ungesunde ErnĂ€hrung und Rauchen das Risiko der Erkrankung bergen. Zudem tritt Darmkrebs gehĂ€uft in Familien auf, so scheint es außerdem eine erbliche Komponente zu geben.

Darmkrebsvorsorge: Die Vorsorgeuntersuchung beinhaltet ein GesprĂ€ch mit dem Arzt, der den Patienten ĂŒber verschiedene Testverfahren aufklĂ€rt. Eine einfache Methode ist die Tastuntersuchung, dabei werden bereits 50 Prozent der Tumore in diesem Darmabschnitt entdeckt. FĂŒr den Test auf Blut im Stuhl bekommt der Patient in der Regel drei Teststreifen, die er mit nach Hause nimmt. Mit diesen Teststreifen werden drei Stuhlproben genommen, die im Labor untersucht werden. FĂ€llt der Test positiv aus, deutet dies auf Blut im Stuhl hin. Dies muss aber nicht zwangsweise bedeuten, dass sich Tumore im Darm befinden.

Die sicherste Methode, um Darmkrebs frĂŒh zu erkennen, ist eine Darmspiegelung. Am Abend vorher und am Morgen nimmt der Patient ein AbfĂŒhrmittel ein, um den Darm vollkommen zu entleeren. Zudem muss der Darm durchgespĂŒlt und von Essensresten befreit werden, damit der Arzt spĂ€ter eine gute Sicht hat. HierfĂŒr gibt es seit 2007 ein neues Medikament, bei dem Betroffene nur noch zwei Liter Reinigungslösung plus einen weiteren Liter frei gewĂ€hlter klarer FlĂŒssigkeit wie Mineralwasser trinken mĂŒssen. Vorher war es nötig, vier Liter der Reinigungslösung zu trinken. Zudem können Patienten das innovative GetrĂ€nk splitten, das heißt, sie können am Vorabend einen Teil einnehmen und den Rest am Morgen der Untersuchung. Unmittelbar vor der Untersuchung bekommen die Patienten ein Beruhigungsmittel bzw. eine Kurznarkose. Der Eingriff wird dann nur noch verschwommen wahrgenommen. Bei der Darmspiegelung fĂŒhrt der Arzt ein dĂŒnnen, schlauchförmiges UntersuchungsgerĂ€t (Koloskop) ĂŒber den After in den Darm ein. An der Spitze des Schlauches befindet sich eine kleine Kamera, die Einsicht in den Darminnenraum gibt. Über den Schlauch wird außerdem ein Instrument eingefĂŒhrt, mit dem der Arzt eine Darmprobe gewinnt. Werden Polypen oder Tumore entdeckt, werden diese sofort entfernt. Die gesamte Prozedur dauert etwa 20 Minuten.

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Ab dem 50. Lebensjahr ĂŒbernimmt die Krankenkasse einmal pro Jahr die Kosten fĂŒr eine Tastuntersuchung des Enddarms. ZusĂ€tzlich wird der Stuhl auf Blut getestet. Im 55. Lebensjahr sowie zehn Jahre spĂ€ter kommt die Krankenkasse fĂŒr eine Darmspiegelung auf. Menschen, die keine Darmspiegelung erwĂŒnschen, können in zweijĂ€hrigen AbstĂ€nden auf Kassenkosten Test auf Blut im Stuhl durchfĂŒhren lassen. Menschen, bei denen Darmkrebs in der Familie bekannt ist, sollten sich hĂ€ufiger untersuchen lassen. Bei Fragen oder UntersuchungswĂŒnschen sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Diese kann Betroffene gegebenenfalls an einen Gastroenterologen ĂŒberweisen. Die PraxisgebĂŒhr muss bei Vorsorgeuntersuchungen nicht bezahlt werden.

Übrigens: Die Erkennung von Krebsvorstufen oder -erkrankungen bei der Darmspiegelung liegt bei fast 100 Prozent. Sie ist außerdem die einzige Methode, die sowohl der Diagnose als auch der Therapie dient. Eine Studie aus den USA zeigt, dass sich die Zahl der Darmkrebs-Neuerkrankungen mit Hilfe von Vorsorgeprogramme in Form von Darmspiegelung um bis zu 90 Prozent senken. Sinnvoll ist es, die Entstehung des Tumors im vornherein zu verhindern. Damit ist oftmals eine Umstellung der Lebensgewohnheiten verbunden: Abnehmen, viel Bewegung, wenig rotes Fleisch, viel Obst und GemĂŒse essen, keine Zigaretten und der Genuss von Alkohol nur in geringen Mengen. Mit diesen „gesunden“ Lebensweisen könnten Berechnungen zufolge 50 bis 70 Prozent der Darmkrebserkrankungen vermieden werden.