Donnerstag, 24. Juli 2014

Darmkrebsvorsorge

Februar 1, 2010 by  
Filed under Vorsorge

In Deutschland ist die häufigste Krebserkrankung der Darmkrebs. Jedes Jahr gibt es rund 73.000 Neuerkrankungen, etwa 27.000 Betroffene sterben infolge des Darmkrebses. Dabei muss es so weit nicht kommen, denn es gibt ein effektives Vorsorgeprogramm. Mit Hilfe der Darmkrebsvorsorge lässt sich die Krankheit in einem frühen Stadium erkennen. Je eher der Krebs entdeckt wird, desto höher stehen die Heilungschancen.

Wird Darmkrebs diagnostiziert, folgt fast immer eine Operation. Wird der Tumor früh genug erkannt und vollständig entfernt, gilt der Patient als geheilt. Befindet sich der Tumor in einem fortgeschrittenen Stadium, ist oftmals eine Chemo- und/oder Strahlentherapie nötig. Damit wird die weitere Ausbreitung möglichst lange hinausgezögert.

Symptome: Der Darmkrebs wächst langsam, die Entwicklung dauert oft mehr als 15 Jahre. In dieser Zeit macht sich der Krebs praktisch nicht bemerkbar und wird deshalb nicht entdeckt. Anzeichen für Darmkrebs kann ein veränderter Stuhlgang sein, Durchfall und Verstopfung werden von Blähungen begleitet und wechseln sich ab, zudem befindet sich in manchen Fällen Blut im Stuhl. Beim fortgeschrittenen Krebs bemerken Betroffene eine nicht beabsichtigte Gewichtsabnahme, verbunden mit einer allgemeinen Abgeschlagenheit und Leistungsnachlass.

Ursachen: Häufig verursachen sogenannte Darmpolypen den Darmkrebs. Die eigentlich harmlosen Polypen vermehren sich mit dem zunehmenden Alter. Warum sie sich zu einem bösartigen Geschwulst entwickeln, ist noch nicht vollkommen erforscht. Studien zeigen aber, dass Faktoren wie Übergewicht, mangelnde Bewegung, ungesunde Ernährung und Rauchen das Risiko der Erkrankung bergen. Zudem tritt Darmkrebs gehäuft in Familien auf, so scheint es außerdem eine erbliche Komponente zu geben.

Darmkrebsvorsorge: Die Vorsorgeuntersuchung beinhaltet ein Gespräch mit dem Arzt, der den Patienten über verschiedene Testverfahren aufklärt. Eine einfache Methode ist die Tastuntersuchung, dabei werden bereits 50 Prozent der Tumore in diesem Darmabschnitt entdeckt. Für den Test auf Blut im Stuhl bekommt der Patient in der Regel drei Teststreifen, die er mit nach Hause nimmt. Mit diesen Teststreifen werden drei Stuhlproben genommen, die im Labor untersucht werden. Fällt der Test positiv aus, deutet dies auf Blut im Stuhl hin. Dies muss aber nicht zwangsweise bedeuten, dass sich Tumore im Darm befinden.

Die sicherste Methode, um Darmkrebs früh zu erkennen, ist eine Darmspiegelung. Am Abend vorher und am Morgen nimmt der Patient ein Abführmittel ein, um den Darm vollkommen zu entleeren. Zudem muss der Darm durchgespült und von Essensresten befreit werden, damit der Arzt später eine gute Sicht hat. Hierfür gibt es seit 2007 ein neues Medikament, bei dem Betroffene nur noch zwei Liter Reinigungslösung plus einen weiteren Liter frei gewählter klarer Flüssigkeit wie Mineralwasser trinken müssen. Vorher war es nötig, vier Liter der Reinigungslösung zu trinken. Zudem können Patienten das innovative Getränk splitten, das heißt, sie können am Vorabend einen Teil einnehmen und den Rest am Morgen der Untersuchung. Unmittelbar vor der Untersuchung bekommen die Patienten ein Beruhigungsmittel bzw. eine Kurznarkose. Der Eingriff wird dann nur noch verschwommen wahrgenommen. Bei der Darmspiegelung führt der Arzt ein dünnen, schlauchförmiges Untersuchungsgerät (Koloskop) über den After in den Darm ein. An der Spitze des Schlauches befindet sich eine kleine Kamera, die Einsicht in den Darminnenraum gibt. Über den Schlauch wird außerdem ein Instrument eingeführt, mit dem der Arzt eine Darmprobe gewinnt. Werden Polypen oder Tumore entdeckt, werden diese sofort entfernt. Die gesamte Prozedur dauert etwa 20 Minuten.

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Ab dem 50. Lebensjahr übernimmt die Krankenkasse einmal pro Jahr die Kosten für eine Tastuntersuchung des Enddarms. Zusätzlich wird der Stuhl auf Blut getestet. Im 55. Lebensjahr sowie zehn Jahre später kommt die Krankenkasse für eine Darmspiegelung auf. Menschen, die keine Darmspiegelung erwünschen, können in zweijährigen Abständen auf Kassenkosten Test auf Blut im Stuhl durchführen lassen. Menschen, bei denen Darmkrebs in der Familie bekannt ist, sollten sich häufiger untersuchen lassen. Bei Fragen oder Untersuchungswünschen sollte der Hausarzt aufgesucht werden. Diese kann Betroffene gegebenenfalls an einen Gastroenterologen überweisen. Die Praxisgebühr muss bei Vorsorgeuntersuchungen nicht bezahlt werden.

Übrigens: Die Erkennung von Krebsvorstufen oder -erkrankungen bei der Darmspiegelung liegt bei fast 100 Prozent. Sie ist außerdem die einzige Methode, die sowohl der Diagnose als auch der Therapie dient. Eine Studie aus den USA zeigt, dass sich die Zahl der Darmkrebs-Neuerkrankungen mit Hilfe von Vorsorgeprogramme in Form von Darmspiegelung um bis zu 90 Prozent senken. Sinnvoll ist es, die Entstehung des Tumors im vornherein zu verhindern. Damit ist oftmals eine Umstellung der Lebensgewohnheiten verbunden: Abnehmen, viel Bewegung, wenig rotes Fleisch, viel Obst und Gemüse essen, keine Zigaretten und der Genuss von Alkohol nur in geringen Mengen. Mit diesen „gesunden“ Lebensweisen könnten Berechnungen zufolge 50 bis 70 Prozent der Darmkrebserkrankungen vermieden werden.