Mittwoch, 23. April 2014

Diabetes mellitus: Formen, Enstehungsmechanismus, Symptome und Folgeschäden

Juli 23, 2011 by  
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Welche Formen  gibt es?

Typ 1 – Diabetes

Auch als jugendlicher Diabetes genannt, da Kinder oder Jugendliche daran erkrankt sind. Durch Infektion oder Erkrankungen des Immunsystems kann die Bauchspeicheldrüse geschädigt werden, sodass die Insulinproduktion völlig ausfällt. Bei dieser Form des Diabetes muss Insulin gespritzt werden.

Typ 2- Diabetes

Dies ist die häufigste Form des Diabetes. Meist sind ältere und übergewichtige Menschen betroffen, daher auch als Altersdiabetes bezeichnet. Bei jahrelanger übermäßiger Insulinproduktion sind die Zellen der Bauchspeicheldrüse erschöpft und die benötigte Insulinmenge kann nicht mehr ausreichend produziert werden. Es gibt verschiedene Therapieansätze. Grundsätzlich sind eine Normalisierung des Körpergewichtes und viel Bewegung anzustreben. Weiterhin können Tabletten eingenommen oder Insulin gespritzt werden.

Wie entsteht er?

Der Typ 2- Diabetes, auch als Alterszucker bezeichnet, entwickelt sich über mehrere Jahre. Bei überreichlicher Ernährung ist stets viel Zucker im Blut. Eine Zeit lang wird der Zucker mittels Insulin als Schlüsselfaktor in die Muskelzellen aufgenommen. Doch werden die Muskelzellen nicht ausreichend in Form von Bewegung gefordert, reduzieren sie die Zuckeraufnahme, in dem sie ihre Rezeptoren für Insulin abgebauen. Die Muskelzellen reagieren immer schlechter auf Insulin, man spricht von einer Insulinresistenz. Zur Kompensation dieser Situation wird nun vermehrt Insulin gebildet. Das heißt, dass zu Beginn der Diabeteserkrankung ein Insulinüberschuss und nicht ein Insulinmangel vorherrscht. Die Wirkung an den Muskelzellen wird aber zunehmend schlechter. Der erhöhte Blutzuckerspiegel nach erfolgter Nahrungsaufnahme kann nicht mehr komplett abgebaut werden trotz ausreichender Insulinmenge. Die hohe Insulinkonzentration fördert zudem das Hungergefühl, was die Situation zusätzlich verschlimmert. Leidet die betroffene Person weiterhin noch an Bluthochdruck und erhöhten Fettwerten, wird dies als „metabolisches Syndrom“ bezeichnet und ist eine Vorstufe des Diabetes.

Der Abbau der Insulinrezeptoren an den Muskelzellen geht immer weiter und Insulin kann immer schlechter wirken, was die bis dato auf Hochtouren arbeitenden Zellen der Bauchspeicheldrüse irgendwann zum Erliegen bringt. Der Blutzucker steigt an und es kommt zur Überzuckerung.

Bei dem Typ 1- Diabetes kommt es infolge einer direkten Schädigung der Bauchspeicheldrüse zum akuten Versagen der Insulinproduktion.

Welche Symptome zeigen sich?

Lange Zeit bleibt die Erkrankung unbemerkt. Jeder kann daran erkranken. Besonders gefährdet sind ältere und übergewichtige Personen, die an Bluthochdruck oder erhöhten Blutfettwerten leiden. Auch wenn es in der leiblichen Verwandtschaft Diabetiker gibt besteht ein erhöhtes Risiko. Es wird eine jährliche Kontrolle des Blutzuckerspiegels empfohlen.

Die Apotheken bieten regelmäßig diesen Service an, häufig auch am 14. November zum Welt-Diabetestag. Die Diagnose Diabetes kann aber nur ein Arzt stellen.

Zu Beginn der Erkrankung ist der übermäßige Durst und zugleich häufiges Wasserlassen sehr auffällig. Das kommt daher, dass der Körper den überschüssigen Zucker in Wasser verdünnt und über die Nieren ausscheidet. Infolge des hohen Flüssigkeitsverlustes hat man viel Durst.

Weitere Symptome:

-          Süß oder obstartig riechender Urin

-          Müdigkeit, Abgeschlagenheit

-          Gewichtsabnahme

-          die Infektionsanfälligkeit ist erhöht

-          Sehstörungen

-          Potenzprobleme

-          Kribbeln oder Gefühllosigkeit in den Füßen

-          Juckreiz

Treffen einige dieser Anzeichen auf Sie zu und wurden in der Apotheke ein erhöhter Blutzuckerwert festgestellt, sollten Sie schnellstmöglich Ihren Arzt aufsuchen.

Welche Folgeschäden können auftreten?

Dauerhaft erhöhte Blutzuckerwerte führen zu Veränderungen von Zellstrukturen wie an den Gefäßinnenwänden oder Nervenzellen. Durchblutungsstörungen und Nervenschäden sind Folge dessen und führen zu:

-          Augenschäden mit der Gefahr der Erblindung

-          Hautinfektionen verbunden mit Wundheilungsstörungen

-          Sensibilitätsstörungen, wie Ameisenlaufen in Armen und Beinen

-          „Diabetischer Fuß“ ( bis hin zur Amputation)

-          Nierenschädigung

-          „Schaufensterkrankheit“: Infolge der Durchblutungsstörungen in den Blutgefäßen der Beine entstehen Schmerzen beim Gehen. Erst beim Stehenbleiben zum Beispiel vor einem Schaufenster hören diese auf. Problematisch wird es, wenn zudem eine Nervenschädigung besteht und die Schmerzen nicht bemerkt werden. Dann drohen Amputationen

-          Arteriosklerose (Gefäßverkalkung): Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt

Diabetes

Dezember 20, 2009 by  
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Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Diabetes. Bei Betroffenen ist der Zuckerwert im Blut dauerhaft zu hoch. Je nachdem auf welche Ursache die Zuckerkrankheit zurückzuführen ist, unterscheidet man unter verschiedenen Diabetes-Typen. Am häufigsten treten Typ-1- und Typ-2-Diabetes auf. 90 Prozent aller Diabetiker leiden unter dem Typ 2.

Symptome: Typ-1-Diabetes entwickelt sich innerhalb weniger Wochen. Typische Symptome sind Abnehmen an Körpermasse, Unwohlsein und quälender Durst. Erkrankte trinken große Mengen und müssen oft Wasser lassen. Bezeichnend für die Krankheit ist zudem der süßliche, obstartige Geruch aus dem Mund der Betroffenen, der auch unter dem Begriff Azetongeruch bekannt ist. Der Diabetes Typ 2 unterscheidet sich in den Beschwerden: Patienten diesen Typs sind anfälliger für Infekte und fühlen sich körperlich sehr schlapp. Wunden sind oft leicht eitrig, zudem dauert der Heilungsprozess länger. Generell wirkt sich die Zuckerkrankheit negativ auf Gefäße und Nerven aus. Mögliche Folgen sind Sehstörungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, und das sogenannte diabetische Fußsyndrom. Unter letzterem versteht man schmerzlose Druckgeschwüre am Fuß, die sich schnell entzünden können und schlecht abheilen.

Ursachen: Der Typ-1-Diabetes ist auf den Insulinmangel zurückzuführen. Die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse produzieren das Insulin. Bei Typ-1-Diabetes sind diese Zellen zerschlagen aufgrund von erblichen Faktoren, aber auch Umwelteinflüsse können hierfür verantwortlich sein. Das Resultat ist, dass sich das Immunsystem gegen die eigenen Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse wehrt. Bei Typ-2-Diabetes wird zwar vorerst noch Insulin hervor gebracht, doch die körpereigenen Zellen reagieren nicht mehr ausreichend darauf. Die Hauptgründe, warum manche Menschen an dieser Art von Diabetes erkranken liegen unter anderem an der falschen Ernährung, Übergewicht und Bewegungsmangel. Nachdem zu Beginn Insulin noch in Übermaßen produziert wird, erschöpfen mit der Zeit die Beta-Zellen. Das Schwangerschaftsdiabetes verschwindet oft nach der Geburt. Ein weiterer diabetesauslösender Faktor sind Medikamente wie zum Beispiel Kortison.

Die Apotheke hilft: In der Apotheke sind Teststreifen erhältlich, die den Zuckergehalt im Urin messen. So kann schnell herausgefunden werden, ob eine Diabeteserkrankung vorliegt. Zuverlässiger sind kleine Messgeräte, die den Zuckergehalt im Blut ermitteln. Welches Gerät sich am besten eignet, können Sie bei uns in der Apotheke erfragen. Während ältere Menschen mit Sehschwäche eher zu Geräten mit großem Display greifen, bevorzugen jüngere Menschen oft Geräte mit speziellen Funktionen. Einige Zuckermesser können zum Beispiel mit dem PC verbunden werden und somit ein Diabetes-Tagebuch erstellt werden. Und auch Stechhilfen zur Blutentnahme gibt es in ganz verschiedenen Ausführungen.

Wird Diabetes diagnostiziert, bekommt der Patient in der Regel Insulinpens verschrieben. In der Apotheke sollten sich Patienten in jedem Fall noch einmal die richtige Anwendung zeigen lassen, denn selbst nach einer ausführlichen Anleitung des Arztes schleichen sich gerne kleine Fehler ein. Einige Insulinpens werden weggeschmissen, nachdem sie aufgebraucht wurden, bei anderen wird lediglich die Patrone gewechselt. Wichtig ist aber stets, dass die Nadel vor der Injektion regelmäßig, am besten täglich gewechselt wird. Sonst kann es bei Gebrauch, gerade beim Herausziehen der Spitzen aus der Haut zu Verletzungen kommen, da die Spitze wie ein Angelhaken in der haut sitzt.

Diabetiker sollten zudem auf eine gründliche Hautpflege achten, insbesondere bei extrem trockener Haut. Durch die Hauttrockenheit können Risse entstehen, die wiederum ein bevorzugter Platz von Keimen sind. Der Heilungsprozess von Wunden bei Diabetikern ist meistens gestört und dauert deshalb länger. Unsere Apotheke bietet mehrere geeignete Pflegeprodukte. Einige der Präparaten enthalten den feuchtigkeitsbindenden Harnstoff (Urea). Neben der Diabetesbehandlung ist es möglich, Produkte zur Gewichtsreduktion und abgestimmte Vitaminpräparate einzunehmen.

Was Sie noch tun können:

  • kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Blutzuckerspiegel

  • haben Sie stets Traubenzucker bei sich für den Notall (Unterzuckerung)

  • gehen Sie regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung um Diabetes frühzeitig zu erkennen und um eventuelle Spätfolgen zu bemerken

  • Selbsthilfegruppen können den Betroffenen Kraft sowie die Möglichkeit geben, sich mit anderen Diabetikern über Erfahrungen auszutauschen

  • Diabetesschulungen liefern Erkrankten jede Menge Informationen. Kontaktadressen bekommt man von der Krankenkasse

  • Diabetiker sollten allgemein auf eine gesunde Lebensführung achten

Arztbesuch sollte erfolgen bei:

  • Plötzliche Veränderung des Trinkverhaltens: extremer Durst

  • Schlechter Allgemeinzustand: Erschöpfung, Müdigkeit, schlecht heilende Wunden, Gewichtsverlust

  • Erhöhte Anfälligkeit für Infekte

  • Azetongeruch: süßlicher, obstartiger Atem

Wer eines oder mehrere der genannten Symptome bemerkt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen und sich gründlich untersuchen lassen. Der Arzt kann dann eine Blutprobe entnehmen und so die Blutzuckerwerte, Blutfette und den HbA1c-Wert ermitteln. Auch ein oraler Zuckertoleranztest bzw. Glucosetoleranztest kann sinnvoll sein. Eine Urinprobe gibt Auskunft über die Nierenwerte. Gewicht und Blutdruck sollten in jedem Fall kontrolliert werden.

Bei einem gründlicheren Check werden außerdem die Halsgefäße mit einem Ultraschallgerät überprüft und es wird ein EKG (Elektrokardiogramm) geschrieben. Einmal im Jahr ist es notwendig, dass ein Augenarzt den Augenhintergrund untersucht. Der „normale“ Wert für Blutzucker bei einem Erwachsenen liegt bei 80 bis 120 Milligramm pro Deziliter oder 4,4 bis 4,7 Millimol je Liter. Nüchtern sollten die Werte bei unter 100 Milligramm pro Deziliter oder unter 5,5 Millimol je Liter liegen.

Wer an Typ-1-Diabetes erkrankt, muss mit Insulin versorgt werden. Man unterscheidet zwischen kurzwirkenden Insulinen für den akuten Mangel und Verzögerungsinsulinen, die zwischen acht und 12 Stunden lang wirken und den Bedarf an Insulin über diesen Zeitraum decken. Moderne Insuline (Analoginsuline) haben einige Vorteile (z.Bsp. Unterzuckerung) gegenüber den herkömmlichen Insulinen (Humaninsuline). Typ-2-Diabetiker können versuchen, über Sport, Bewegung und mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung, die Blutzuckerwerte zu senken. Parallel kann eine Therapie mit oralen Antidiabetika stattfinden. Je nach Bedarf können verschiedene Antidiabetika kombiniert werden. Erst wenn dann der Blutzuckerspiegel nicht gesunken ist, müssen Betroffene Insulin einnehmen. In Deutschland wird dieses hauptsächlich mit stiftartigen Insulinpens injiziert. Insulinpumpen eignen sich, wenn die Blutzuckerwerte stark schwanken und insbesondere in der Nacht heftige Unterzuckerungen auftreten.

Übrigens: Da die Zahl der übergewichtigen Kinder in vielen Ländern rapide zugenommen hat, ist auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes stark gestiegen. In den USA gibt es heute 20 Mal mehr Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 2 als noch vor 20 Jahren.