Montag, 30. Mšrz 2015

Diabetes mellitus: Formen, Enstehungsmechanismus, Symptome und Folgeschäden

Juli 23, 2011 by  
Filed under Diabetes mellitus, Krankheiten

Welche Formen  gibt es?

Typ 1 ‚Äď Diabetes

Auch als jugendlicher Diabetes genannt, da Kinder oder Jugendliche daran erkrankt sind. Durch Infektion oder Erkrankungen des Immunsystems kann die Bauchspeicheldr√ľse gesch√§digt werden, sodass die Insulinproduktion v√∂llig ausf√§llt. Bei dieser Form des Diabetes muss Insulin gespritzt werden.

Typ 2- Diabetes

Dies ist die h√§ufigste Form des Diabetes. Meist sind √§ltere und √ľbergewichtige Menschen betroffen, daher auch als Altersdiabetes bezeichnet. Bei jahrelanger √ľberm√§√üiger Insulinproduktion sind die Zellen der Bauchspeicheldr√ľse ersch√∂pft und die ben√∂tigte Insulinmenge kann nicht mehr ausreichend produziert werden. Es gibt verschiedene Therapieans√§tze. Grunds√§tzlich sind eine Normalisierung des K√∂rpergewichtes und viel Bewegung anzustreben. Weiterhin k√∂nnen Tabletten eingenommen oder Insulin gespritzt werden.

Wie entsteht er?

Der Typ 2- Diabetes, auch als Alterszucker bezeichnet, entwickelt sich √ľber mehrere Jahre. Bei √ľberreichlicher Ern√§hrung ist stets viel Zucker im Blut. Eine Zeit lang wird der Zucker mittels Insulin als Schl√ľsselfaktor in die Muskelzellen aufgenommen. Doch werden die Muskelzellen nicht ausreichend in Form von Bewegung gefordert, reduzieren sie die Zuckeraufnahme, in dem sie ihre Rezeptoren f√ľr Insulin abgebauen. Die Muskelzellen reagieren immer schlechter auf Insulin, man spricht von einer Insulinresistenz. Zur Kompensation dieser Situation wird nun vermehrt Insulin gebildet. Das hei√üt, dass zu Beginn der Diabeteserkrankung ein Insulin√ľberschuss und nicht ein Insulinmangel vorherrscht. Die Wirkung an den Muskelzellen wird aber zunehmend schlechter. Der erh√∂hte Blutzuckerspiegel nach erfolgter Nahrungsaufnahme kann nicht mehr komplett abgebaut werden trotz ausreichender Insulinmenge. Die hohe Insulinkonzentration f√∂rdert zudem das Hungergef√ľhl, was die Situation zus√§tzlich verschlimmert. Leidet die betroffene Person weiterhin noch an Bluthochdruck und erh√∂hten Fettwerten, wird dies als ‚Äěmetabolisches Syndrom‚Äú bezeichnet und ist eine Vorstufe des Diabetes.

Der Abbau der Insulinrezeptoren an den Muskelzellen geht immer weiter und Insulin kann immer schlechter wirken, was die bis dato auf Hochtouren arbeitenden Zellen der Bauchspeicheldr√ľse irgendwann zum Erliegen bringt. Der Blutzucker steigt an und es kommt zur √úberzuckerung.

Bei dem Typ 1- Diabetes kommt es infolge einer direkten Sch√§digung der Bauchspeicheldr√ľse zum akuten Versagen der Insulinproduktion.

Welche Symptome zeigen sich?

Lange Zeit bleibt die Erkrankung unbemerkt. Jeder kann daran erkranken. Besonders gef√§hrdet sind √§ltere und √ľbergewichtige Personen, die an Bluthochdruck oder erh√∂hten Blutfettwerten leiden. Auch wenn es in der leiblichen Verwandtschaft Diabetiker gibt besteht ein erh√∂htes Risiko. Es wird eine j√§hrliche Kontrolle des Blutzuckerspiegels empfohlen.

Die Apotheken bieten regelmäßig diesen Service an, häufig auch am 14. November zum Welt-Diabetestag. Die Diagnose Diabetes kann aber nur ein Arzt stellen.

Zu Beginn der Erkrankung ist der √ľberm√§√üige Durst und zugleich h√§ufiges Wasserlassen sehr auff√§llig. Das kommt daher, dass der K√∂rper den √ľbersch√ľssigen Zucker in Wasser verd√ľnnt und √ľber die Nieren ausscheidet. Infolge des hohen Fl√ľssigkeitsverlustes hat man viel Durst.

Weitere Symptome:

-¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† S√ľ√ü oder obstartig riechender Urin

-¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† M√ľdigkeit, Abgeschlagenheit

-          Gewichtsabnahme

-          die Infektionsanfälligkeit ist erhöht

-          Sehstörungen

-          Potenzprobleme

-¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Kribbeln oder Gef√ľhllosigkeit in den F√ľ√üen

-          Juckreiz

Treffen einige dieser Anzeichen auf Sie zu und wurden in der Apotheke ein erhöhter Blutzuckerwert festgestellt, sollten Sie schnellstmöglich Ihren Arzt aufsuchen.

Welche Folgeschäden können auftreten?

Dauerhaft erh√∂hte Blutzuckerwerte f√ľhren zu Ver√§nderungen von Zellstrukturen wie an den Gef√§√üinnenw√§nden oder Nervenzellen. Durchblutungsst√∂rungen und Nervensch√§den sind Folge dessen und f√ľhren zu:

-          Augenschäden mit der Gefahr der Erblindung

-          Hautinfektionen verbunden mit Wundheilungsstörungen

-          Sensibilitätsstörungen, wie Ameisenlaufen in Armen und Beinen

-¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ‚ÄěDiabetischer Fu√ü‚Äú ( bis hin zur Amputation)

-          Nierenschädigung

-¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† ‚ÄěSchaufensterkrankheit‚Äú: Infolge der Durchblutungsst√∂rungen in den Blutgef√§√üen der Beine entstehen Schmerzen beim Gehen. Erst beim Stehenbleiben zum Beispiel vor einem Schaufenster h√∂ren diese auf. Problematisch wird es, wenn zudem eine Nervensch√§digung besteht und die Schmerzen nicht bemerkt werden. Dann drohen Amputationen

-¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬†¬† Arteriosklerose (Gef√§√üverkalkung): Risiko f√ľr Schlaganfall und Herzinfarkt

Diabetes

Dezember 20, 2009 by  
Filed under Featured Content, Medizin

Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Diabetes. Bei Betroffenen ist der Zuckerwert im Blut dauerhaft zu hoch. Je nachdem auf welche Ursache die Zuckerkrankheit zur√ľckzuf√ľhren ist, unterscheidet man unter verschiedenen Diabetes-Typen. Am h√§ufigsten treten Typ-1- und Typ-2-Diabetes auf. 90 Prozent aller Diabetiker leiden unter dem Typ 2.

Symptome: Typ-1-Diabetes entwickelt sich innerhalb weniger Wochen. Typische Symptome sind Abnehmen an K√∂rpermasse, Unwohlsein und qu√§lender Durst. Erkrankte trinken gro√üe Mengen und m√ľssen oft Wasser lassen. Bezeichnend f√ľr die Krankheit ist zudem der s√ľ√üliche, obstartige Geruch aus dem Mund der Betroffenen, der auch unter dem Begriff Azetongeruch bekannt ist. Der Diabetes Typ 2 unterscheidet sich in den Beschwerden: Patienten diesen Typs sind anf√§lliger f√ľr Infekte und f√ľhlen sich k√∂rperlich sehr schlapp. Wunden sind oft leicht eitrig, zudem dauert der Heilungsprozess l√§nger. Generell wirkt sich die Zuckerkrankheit negativ auf Gef√§√üe und Nerven aus. M√∂gliche Folgen sind Sehst√∂rungen, Herzinfarkt, Schlaganfall, Nierenversagen, und das sogenannte diabetische Fu√üsyndrom. Unter letzterem versteht man schmerzlose Druckgeschw√ľre am Fu√ü, die sich schnell entz√ľnden k√∂nnen und schlecht abheilen.

Ursachen: Der Typ-1-Diabetes ist auf den Insulinmangel zur√ľckzuf√ľhren. Die Beta-Zellen in der Bauchspeicheldr√ľse produzieren das Insulin. Bei Typ-1-Diabetes sind diese Zellen zerschlagen aufgrund von erblichen Faktoren, aber auch Umwelteinfl√ľsse k√∂nnen hierf√ľr verantwortlich sein. Das Resultat ist, dass sich das Immunsystem gegen die eigenen Beta-Zellen in der Bauchspeicheldr√ľse wehrt. Bei Typ-2-Diabetes wird zwar vorerst noch Insulin hervor gebracht, doch die k√∂rpereigenen Zellen reagieren nicht mehr ausreichend darauf. Die Hauptgr√ľnde, warum manche Menschen an dieser Art von Diabetes erkranken liegen unter anderem an der falschen Ern√§hrung, √úbergewicht und Bewegungsmangel. Nachdem zu Beginn Insulin noch in √úberma√üen produziert wird, ersch√∂pfen mit der Zeit die Beta-Zellen. Das Schwangerschaftsdiabetes verschwindet oft nach der Geburt. Ein weiterer diabetesausl√∂sender Faktor sind Medikamente wie zum Beispiel Kortison.

Die Apotheke hilft: In der Apotheke sind Teststreifen erh√§ltlich, die den Zuckergehalt im Urin messen. So kann schnell herausgefunden werden, ob eine Diabeteserkrankung vorliegt. Zuverl√§ssiger sind kleine Messger√§te, die den Zuckergehalt im Blut ermitteln. Welches Ger√§t sich am besten eignet, k√∂nnen Sie bei uns in der Apotheke erfragen. W√§hrend √§ltere Menschen mit Sehschw√§che eher zu Ger√§ten mit gro√üem Display greifen, bevorzugen j√ľngere Menschen oft Ger√§te mit speziellen Funktionen. Einige Zuckermesser k√∂nnen zum Beispiel mit dem PC verbunden werden und somit ein Diabetes-Tagebuch erstellt werden. Und auch Stechhilfen zur Blutentnahme gibt es in ganz verschiedenen Ausf√ľhrungen.

Wird Diabetes diagnostiziert, bekommt der Patient in der Regel Insulinpens verschrieben. In der Apotheke sollten sich Patienten in jedem Fall noch einmal die richtige Anwendung zeigen lassen, denn selbst nach einer ausf√ľhrlichen Anleitung des Arztes schleichen sich gerne kleine Fehler ein. Einige Insulinpens werden weggeschmissen, nachdem sie aufgebraucht wurden, bei anderen wird lediglich die Patrone gewechselt. Wichtig ist aber stets, dass die Nadel vor der Injektion regelm√§√üig, am besten t√§glich gewechselt wird. Sonst kann es bei Gebrauch, gerade beim Herausziehen der Spitzen aus der Haut zu Verletzungen kommen, da die Spitze wie ein Angelhaken in der haut sitzt.

Diabetiker sollten zudem auf eine gr√ľndliche Hautpflege achten, insbesondere bei extrem trockener Haut. Durch die Hauttrockenheit k√∂nnen Risse entstehen, die wiederum ein bevorzugter Platz von Keimen sind. Der Heilungsprozess von Wunden bei Diabetikern ist meistens gest√∂rt und dauert deshalb l√§nger. Unsere Apotheke bietet mehrere geeignete Pflegeprodukte. Einige der Pr√§paraten enthalten den feuchtigkeitsbindenden Harnstoff (Urea). Neben der Diabetesbehandlung ist es m√∂glich, Produkte zur Gewichtsreduktion und abgestimmte Vitaminpr√§parate einzunehmen.

Was Sie noch tun können:

  • kontrollieren Sie regelm√§√üig Ihren Blutzuckerspiegel

  • haben Sie stets Traubenzucker bei sich f√ľr den Notall (Unterzuckerung)

  • gehen Sie regelm√§√üig zur Vorsorgeuntersuchung um Diabetes fr√ľhzeitig zu erkennen und um eventuelle Sp√§tfolgen zu bemerken

  • Selbsthilfegruppen k√∂nnen den Betroffenen Kraft sowie die M√∂glichkeit geben, sich mit anderen Diabetikern √ľber Erfahrungen auszutauschen

  • Diabetesschulungen liefern Erkrankten jede Menge Informationen. Kontaktadressen bekommt man von der Krankenkasse

  • Diabetiker sollten allgemein auf eine gesunde Lebensf√ľhrung achten

Arztbesuch sollte erfolgen bei:

  • Pl√∂tzliche Ver√§nderung des Trinkverhaltens: extremer Durst

  • Schlechter Allgemeinzustand: Ersch√∂pfung, M√ľdigkeit, schlecht heilende Wunden, Gewichtsverlust

  • Erh√∂hte Anf√§lligkeit f√ľr Infekte

  • Azetongeruch: s√ľ√ülicher, obstartiger Atem

Wer eines oder mehrere der genannten Symptome bemerkt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen und sich gr√ľndlich untersuchen lassen. Der Arzt kann dann eine Blutprobe entnehmen und so die Blutzuckerwerte, Blutfette und den HbA1c-Wert ermitteln. Auch ein oraler Zuckertoleranztest bzw. Glucosetoleranztest kann sinnvoll sein. Eine Urinprobe gibt Auskunft √ľber die Nierenwerte. Gewicht und Blutdruck sollten in jedem Fall kontrolliert werden.

Bei einem gr√ľndlicheren Check werden au√üerdem die Halsgef√§√üe mit einem Ultraschallger√§t √ľberpr√ľft und es wird ein EKG (Elektrokardiogramm) geschrieben. Einmal im Jahr ist es notwendig, dass ein Augenarzt den Augenhintergrund untersucht. Der ‚Äěnormale‚Äú Wert f√ľr Blutzucker bei einem Erwachsenen liegt bei 80 bis 120 Milligramm pro Deziliter oder 4,4 bis 4,7 Millimol je Liter. N√ľchtern sollten die Werte bei unter 100 Milligramm pro Deziliter oder unter 5,5 Millimol je Liter liegen.

Wer an Typ-1-Diabetes erkrankt, muss mit Insulin versorgt werden. Man unterscheidet zwischen kurzwirkenden Insulinen f√ľr den akuten Mangel und Verz√∂gerungsinsulinen, die zwischen acht und 12 Stunden lang wirken und den Bedarf an Insulin √ľber diesen Zeitraum decken. Moderne Insuline (Analoginsuline) haben einige Vorteile (z.Bsp. Unterzuckerung) gegen√ľber den herk√∂mmlichen Insulinen (Humaninsuline). Typ-2-Diabetiker k√∂nnen versuchen, √ľber Sport, Bewegung und mit einer gesunden, ausgewogenen Ern√§hrung, die Blutzuckerwerte zu senken. Parallel kann eine Therapie mit oralen Antidiabetika stattfinden. Je nach Bedarf k√∂nnen verschiedene Antidiabetika kombiniert werden. Erst wenn dann der Blutzuckerspiegel nicht gesunken ist, m√ľssen Betroffene Insulin einnehmen. In Deutschland wird dieses haupts√§chlich mit stiftartigen Insulinpens injiziert. Insulinpumpen eignen sich, wenn die Blutzuckerwerte stark schwanken und insbesondere in der Nacht heftige Unterzuckerungen auftreten.

√úbrigens: Da die Zahl der √ľbergewichtigen Kinder in vielen L√§ndern rapide zugenommen hat, ist auch die Zahl der Kinder und Jugendlichen mit Typ-2-Diabetes stark gestiegen. In den USA gibt es heute 20 Mal mehr Kinder und Jugendliche mit Diabetes Typ 2 als noch vor 20 Jahren.