Montag, 21. April 2014

Erste Hilfe: Wunden und Wundbehandlung

April 11, 2011 by  
Filed under Erste Hilfe

Die meisten Unfälle passieren zu Hause und doch wissen wir nicht immer genau, was dann zu tun ist. Dadurch können wir oft nicht ruhig und sachlich mit der Situation umgehen.  Im Folgenden werden einige Tipps im Umgang mit häufig auftretenden Ereignissen gegeben. Aber beachten Sie, wenn Sie sich einer Sache nicht gewachsen fühlen und Sie Zweifel haben, das Richtige zu tun, dann suchen Sie sich immer Hilfe bei einem Arzt.

Behandlung von Wunden

Die Haut kann durch verschiedene Einflüsse von außen verletzt werden. Durch gewaltsame Einwirkungen, Hitze, Kälte oder chemische Stoffe kann die Haut lokal teilweise oder vollständig zerstört werden und es entsteht eine Wunde. Auch Blutgefäße, Nerven, Muskeln, Knochen oder sogar Organe können je nach Art und Heftigkeit der Gewalteinwirkung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Vorgehen bei Wunden

Offene und blutende Wunden stellen immer ein Infektionsrisiko dar. Daher vermeiden Sie den direkten Kontakt. Tragen Sie zur Sicherheit Einmalhandschuhe.

Die Wunde sollte nicht ausgewaschen werden, außer es handelt sich dabei um Tierbisswunden, Verätzungen oder Verbrennungen.

Verwenden Sie keine Haushaltsmittel wie Öl, Mehl, Honig, Puder oder sonstige Mittel (Salben oder Sprays) die für die Wundversorgung nicht speziell vorgesehen sind. Sie können zu Wundheilungsstörungen führen und erschweren die ärztliche Untersuchung.

Entfernen Sie nur kleine und locker sitzende Fremdkörper mit einer Pinzette, die größeren belassen Sie in der Wunde.

Verbinden Sie die Wunde zum Schutz. Größere Wunden und bedrohliche Blutungen lassen Sie bitte ärztlich untersuchen.

Bei allen offenen Wunden muss überprüft werden, ob ein ausreichender Tetanusschutz besteht. Sie können das in Ihrem Impfpass nach schauen. Schon vorab ist die Pflege Ihres Impfschutzes zu beachten. Fragen Sie hierzu  Ihren Arzt oder Apotheker.

Schürfwunden

Obwohl Schürfwunden nur oberflächlich sind und wenig bluten, sind sie doch recht schmerzhaft. Nachdem der grobe Schmutz mit einem sauberen Tuch, aus der Wunde entfernt und gegebenenfalls mittels eines Desinfektionssprays desinfiziert worden ist, sollte die Hautverletzung möglichst an der Luft trocknen.

Bei starker Verunreinigung der Wunde kann mit physiologischer Kochsalzlösung oder -  wenn nicht zur Hand – mit destillierten Wasser oder frischem Leitungswasser die Säuberung durchgeführt werden. Dazu tränken Sie einen Schwamm in der entsprechenden Flüssigkeit und pressen diesen über der Wunde aus, sodass die Flüssigkeit beim Überströmen der Wunde die Schutzpartikel mit ausschwemmt. Kleine Steine oder Glassplitter können Sie mit einer Pinzette entfernen, größere Fremdkörper sollten von einem Arzt entfernt werden. Ein Pflasterwundverband schütz vor drohender Wiederverschmutzung oder störender Kleidung.

Wunden mit geringer Blutung

Hier ist oft ein Pflasterwundverband ausreichend. Dazu wird eine sterile Wundauflage mit Heftpflastern auf der Wunde befestigt. Die als Meterware erhältlichen Folien- und Textilpflaster können je nach Größe der Wunde zugeschnitten werden. Sehr praktisch in der Anwendung sind vorgefertigte Pflasterwundverbände, die in verschiedenen Größen in Ihrer Apotheke erhältlich sind. Sind die Hautverletzungen großflächiger, sollten sie mit einer keimfreien Wundauflege abgedeckt und mit Heftpflasterstreifen, Mullbinden oder Dreieckstüchern fixiert werden.  Bei der Wundversorgung ist immer darauf zu achten, dass die Wundauflage immer größer als die Wund ist und die Klebestreifen die Wunde nicht berühren.

Wunden mit starken Blutungen

Eine starke, nicht zu stoppende Blutung ist immer gefährlich. Bei übermäßigem Blutverlust können die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, was zu Organversagen und schweren Herz-Kreislauf-Störungen bis hin  zu lebensbedrohlichen Schockzuständen führen kann. Daher gilt als erste Maßnahme das Anlegen eines Druckverbands zur Blutstillung. Der Verletzte soll sich hinlegen und die betroffene Gliedmaße, Arm oder Bein, hoch lagern. Schon das vermindert den weiteren Blutverlust. Die erste Lage des Druckverbandes ist ein steriles Wundläppchen aus einem Verbandpäckchen und fixieren Sie das mit der Mullbinde. Darauf legen Sie ein weiteres ungeöffnetes Verbandpäckchen oder ein anderes Druckpolster auf die Wunde und befestigen es mit mäßigem Zug mit der Mullbinde.

Vor dem Anlegen des Druckverbands kann durch zusätzliches Abdrücken am Arm die Blutung zum Stillstand gebracht werden. Dazu drücken Sie fest mit vier Fingern auf die Innenseite des Oberarms entlang der Muskellücke. Ist der Druckverband angelegt wird das Abdrücken beendet.

Auf stark blutende Wunden am Kopf oder Rumpf wird eine sterile Wundauflage gepresst.

Abgetrennte Gliedmaßen werden in sterile und trockene Verbandsmaterialien eingewickelt und in einen wasserdichten Plastikbeutel gegeben. Diesen wiederum legen Sie in eine zweite mit Wasser und Eis gefüllte Plastiktüte.

Benachrichtigen Sie schnellstmöglich den Notarzt!