Montag, 22. Dezember 2014

Husten

Januar 16, 2010 by  
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Schon bei kleinsten Reizungen der Luftröhre wie etwa durch Rauch, Staub oder durch Fremdkörper wie Brotkrümel, reagiert der Körper augenblicklich mit einem Hustenanfall. Der Husten ist ein lebensnotwendiger Schutzmechanismus, kann aber auch ein Anzeichen für verschiedene Krankheiten sein. Vor allem Erkrankungen der Atemwege werden häufig von Husten begleitet. Dauern die Attacken länger als drei Wochen an, spricht der Fachmann vom chronischen Husten.

Symptome: Insbesondere bei grippalen Infekten, sind zwei Phasen des Hustens zu beobachten. Zunächst tritt ein trockener, anfallartiger Reizhusten auf. In der Liegeposititon werden die Beschwerden oft schlimmer, so dass Betroffene in ihrer Nachtruhe gestört werden. Ohne Hilfe von Medikamenten geht er nach einigen Tagen in einen produktiven Husten mit reichlich Schleimbildung über. In dieser Phase wird mit dem Husten klarer oder gelblich-grün verfärbter Schleim ausgeworfen. Oft ist das Sekret aber so zäh, dass das Abhusten schwer fällt.

Ursachen: Häufig verursachen Viren den klassischen Erkältungshusten, welche die Atemwege angreifen. Hierbei entsteht eine Entzündung, die den trockenen Husten auslöst. Die Bronchien bilden nach etwa drei Tagen vermehrt Schleim, dieser ist vorerst dünnflüssig und wird später zäh. Durch seine widerstandsfähige Konsistenz werden allerdings die Flimmerhärchen blockiert und das natürliche Reinigungssystem der Atemwege funktioniert dann nicht mehr richtig. Der Körper kann sich somit von Krankheitserregern und Fremdpartikeln nicht befreien. In den Bronchien sammelt sich immer mehr Schleim an und das Durchatmen fällt schwer. Der Husten hält an, um den Schleim zu lösen. Das Sekret ist übrigens ein idealer Nährboden für Bakterien, deshalb können bakterielle Infektionen wie eine eitrige Bronchitis die Folge sein. Der chronische Husten wird oftmals durch Rauchen verursacht.

Die Apotheke hilft: Der erkältungsbedingte Husten kann oft mit Hilfe von Präparaten aus der Apotheke behandelt werden. Hustenstiller (Antitussiva) lindern den trockenen Reizhusten. Die verschiedenen Produkte haben ganz unterschiedliche Wirkungen, so blockieren Medikamente mit Dextromethorphan oder Pentoxyverin das Hustenzentrum im Gehirn und reduzieren die Intensität und Häufigkeit der Hustenanfälle. Pflanzliche Arzneimittel mit Extrakten aus Isländisch Moos, Eibisch- und Malvenblätter oder aus Spitzwegerichkraut lindern den Hustenreiz, indem sie einen schützenden Film über die entzündete Schleimhaut von Rachenraum und Kehlkopf legen. Tritt der verschleimte Husten auf helfen Medikamente, die das Abhusten unterstützen (Expektoranzien). Acetylcystein, Ambroxol, Bromhexin und Cineol sind beispielsweise synthetische Wirkstoffe. Sinnvoll sind zudem pflanzliche Hustenlöser wie Eukalyptusöl oder Auszüge aus Thymiankraut, Primelwurzeln und -blüten, Kapland-Pelargonien-Wurzeln sowie aus Efeublättern. Die Heilung durch Extrakte aus Efeublättern ist wissenschaftlich erforscht, sie können außerdem Kindern unbedenklich verabreicht werden. Während früher hauptsächlich Säfte und Tropfen gegen Husten hergestellt wurden, gibt es heute auch viele Tabletten und Brausetabletten. Zäpfchen eignen sich insbesondere bei der Medikation von Kindern. Praktisch für Unterwegs sind flüssige Hustenmittel im Portionsbeutel, die bezeichnet man als Liquids.

Was Sie noch tun können:

  • Viel trinken, um den hartnäckigen Schleim zu verdünnen. Geeignet sind neben Wasser auch Husten- und Bronchialtees, die zum Beispiel Anisfrüchte, Thymiankraut, Spitzwegerichblätter und Süßholzwurzel enthalten

  • Ab und zu Hustenbonbons lutschen (optimal sind Bonbons ohne Zucker) sowie regelmäßig Brust und Rücken mit speziellem Erkältungsbalsam einreiben

  • Inhalation mit ätherischen Ölen oder speziellen Erkältungssalben. Praktisch für die Anwendung sind Inhaliergeräte aus Kunststoff, die in der Apotheke erhältlich sind

  • Mit dem Rauchen aufhören

Arztbesuch sollte erfolgen bei:

  • Wenn der Husten länger als drei Wochen anhält

  • Begleitbeschwerden: Fieber, Kopf-, Brust, und/oder Halsschmerzen, Atemnot, rasselnder Atem

  • Blutig verfärbter oder eitriger Auswurf

Oft reicht es aus, wenn sich der Arzt eingehend über die Beschwerden informiert und eine körperliche Untersuchung durchführt. Der Hausarzt wird Sie sicherlich fragen, wie lange der Husten bereits anhält, ob Auswurf auftritt, ob das Atmen schwer fällt, ob Allergien bekannt sind und wieviel Zigaretten am Tag geraucht werden. Auch sollten Sie den Arzt über aktuelle Medikationen aufklären.

Übrigens: In 20 Prozent der Fälle verursacht eine gastroösophageale Refluxkrankheit den chronischen Husten. Dabei handelt es sich um die Erkrankung der Speiseröhre durch häufigen Rückfluss der Magensäure. Auch zahlreiche Arzneimittel können Husten als Nebenwirkung auslösen. Insbesondere ACE-Hemmer werden oftmals von Husten begleitet.