Dienstag, 31. März 2015

Husten

Januar 16, 2010 by  
Filed under Beratung, ErkÀltung, Featured Content

Schon bei kleinsten Reizungen der Luftröhre wie etwa durch Rauch, Staub oder durch Fremdkörper wie BrotkrĂŒmel, reagiert der Körper augenblicklich mit einem Hustenanfall. Der Husten ist ein lebensnotwendiger Schutzmechanismus, kann aber auch ein Anzeichen fĂŒr verschiedene Krankheiten sein. Vor allem Erkrankungen der Atemwege werden hĂ€ufig von Husten begleitet. Dauern die Attacken lĂ€nger als drei Wochen an, spricht der Fachmann vom chronischen Husten.

Symptome: Insbesondere bei grippalen Infekten, sind zwei Phasen des Hustens zu beobachten. ZunĂ€chst tritt ein trockener, anfallartiger Reizhusten auf. In der Liegeposititon werden die Beschwerden oft schlimmer, so dass Betroffene in ihrer Nachtruhe gestört werden. Ohne Hilfe von Medikamenten geht er nach einigen Tagen in einen produktiven Husten mit reichlich Schleimbildung ĂŒber. In dieser Phase wird mit dem Husten klarer oder gelblich-grĂŒn verfĂ€rbter Schleim ausgeworfen. Oft ist das Sekret aber so zĂ€h, dass das Abhusten schwer fĂ€llt.

Ursachen: HĂ€ufig verursachen Viren den klassischen ErkĂ€ltungshusten, welche die Atemwege angreifen. Hierbei entsteht eine EntzĂŒndung, die den trockenen Husten auslöst. Die Bronchien bilden nach etwa drei Tagen vermehrt Schleim, dieser ist vorerst dĂŒnnflĂŒssig und wird spĂ€ter zĂ€h. Durch seine widerstandsfĂ€hige Konsistenz werden allerdings die FlimmerhĂ€rchen blockiert und das natĂŒrliche Reinigungssystem der Atemwege funktioniert dann nicht mehr richtig. Der Körper kann sich somit von Krankheitserregern und Fremdpartikeln nicht befreien. In den Bronchien sammelt sich immer mehr Schleim an und das Durchatmen fĂ€llt schwer. Der Husten hĂ€lt an, um den Schleim zu lösen. Das Sekret ist ĂŒbrigens ein idealer NĂ€hrboden fĂŒr Bakterien, deshalb können bakterielle Infektionen wie eine eitrige Bronchitis die Folge sein. Der chronische Husten wird oftmals durch Rauchen verursacht.

Die Apotheke hilft: Der erkĂ€ltungsbedingte Husten kann oft mit Hilfe von PrĂ€paraten aus der Apotheke behandelt werden. Hustenstiller (Antitussiva) lindern den trockenen Reizhusten. Die verschiedenen Produkte haben ganz unterschiedliche Wirkungen, so blockieren Medikamente mit Dextromethorphan oder Pentoxyverin das Hustenzentrum im Gehirn und reduzieren die IntensitĂ€t und HĂ€ufigkeit der HustenanfĂ€lle. Pflanzliche Arzneimittel mit Extrakten aus IslĂ€ndisch Moos, Eibisch- und MalvenblĂ€tter oder aus Spitzwegerichkraut lindern den Hustenreiz, indem sie einen schĂŒtzenden Film ĂŒber die entzĂŒndete Schleimhaut von Rachenraum und Kehlkopf legen. Tritt der verschleimte Husten auf helfen Medikamente, die das Abhusten unterstĂŒtzen (Expektoranzien). Acetylcystein, Ambroxol, Bromhexin und Cineol sind beispielsweise synthetische Wirkstoffe. Sinnvoll sind zudem pflanzliche Hustenlöser wie Eukalyptusöl oder AuszĂŒge aus Thymiankraut, Primelwurzeln und -blĂŒten, Kapland-Pelargonien-Wurzeln sowie aus EfeublĂ€ttern. Die Heilung durch Extrakte aus EfeublĂ€ttern ist wissenschaftlich erforscht, sie können außerdem Kindern unbedenklich verabreicht werden. WĂ€hrend frĂŒher hauptsĂ€chlich SĂ€fte und Tropfen gegen Husten hergestellt wurden, gibt es heute auch viele Tabletten und Brausetabletten. ZĂ€pfchen eignen sich insbesondere bei der Medikation von Kindern. Praktisch fĂŒr Unterwegs sind flĂŒssige Hustenmittel im Portionsbeutel, die bezeichnet man als Liquids.

Was Sie noch tun können:

  • Viel trinken, um den hartnĂ€ckigen Schleim zu verdĂŒnnen. Geeignet sind neben Wasser auch Husten- und Bronchialtees, die zum Beispiel AnisfrĂŒchte, Thymiankraut, SpitzwegerichblĂ€tter und SĂŒĂŸholzwurzel enthalten

  • Ab und zu Hustenbonbons lutschen (optimal sind Bonbons ohne Zucker) sowie regelmĂ€ĂŸig Brust und RĂŒcken mit speziellem ErkĂ€ltungsbalsam einreiben

  • Inhalation mit Ă€therischen Ölen oder speziellen ErkĂ€ltungssalben. Praktisch fĂŒr die Anwendung sind InhaliergerĂ€te aus Kunststoff, die in der Apotheke erhĂ€ltlich sind

  • Mit dem Rauchen aufhören

Arztbesuch sollte erfolgen bei:

  • Wenn der Husten lĂ€nger als drei Wochen anhĂ€lt

  • Begleitbeschwerden: Fieber, Kopf-, Brust, und/oder Halsschmerzen, Atemnot, rasselnder Atem

  • Blutig verfĂ€rbter oder eitriger Auswurf

Oft reicht es aus, wenn sich der Arzt eingehend ĂŒber die Beschwerden informiert und eine körperliche Untersuchung durchfĂŒhrt. Der Hausarzt wird Sie sicherlich fragen, wie lange der Husten bereits anhĂ€lt, ob Auswurf auftritt, ob das Atmen schwer fĂ€llt, ob Allergien bekannt sind und wieviel Zigaretten am Tag geraucht werden. Auch sollten Sie den Arzt ĂŒber aktuelle Medikationen aufklĂ€ren.

Übrigens: In 20 Prozent der FĂ€lle verursacht eine gastroösophageale Refluxkrankheit den chronischen Husten. Dabei handelt es sich um die Erkrankung der Speiseröhre durch hĂ€ufigen RĂŒckfluss der MagensĂ€ure. Auch zahlreiche Arzneimittel können Husten als Nebenwirkung auslösen. Insbesondere ACE-Hemmer werden oftmals von Husten begleitet.