Donnerstag, 5. März 2015

ZahnfleischentzĂŒndung

Januar 4, 2010 by  
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Viele glauben, es sei völlig in Ordnung, wenn das Zahnfleisch beim ZĂ€hneputzen blutet, doch das ist ein großer Fehlschluss: Zahnfleischbluten tritt nĂ€mlich oft aufgrund einer Gingivitis (ZahnfleischentzĂŒndung) auf. Wird das Zahnfleischbluten ignoriert, kann sich daraus schnell eine Parodontitis (EntzĂŒndung des Zahnhalteapparates) entwickeln. Diese durch Bakterien verursachte Krankheit ist der hĂ€ufigste Grund fĂŒr Zahnverlust bei Erwachsenen. Zudem kann sich eine Parodontitis negativ auf den gesamten Organismus auswirken und beispielsweise das Risiko fĂŒr SchlaganfĂ€lle vervierfachen.

Symptome: Symptome fĂŒr eine Gingivitis sind ein gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch sowie Zahnfleischbluten. Oft reicht hierfĂŒr eine leichte BerĂŒhrung aus, so dass die Blutung unter anderem beim ZĂ€hneputzen auftritt. Bei vielen Patienten trennt eine dunkelrote FĂ€rbung die kranke Stelle vom gesunden Zahnfleisch. Es kann außerdem vorkommen, dass sich das Zahnfleisch zurĂŒckzieht, dadurch die ZahnhĂ€lse freigelegt werden und sich sogenannte Zahnfleischtaschen bilden. Die ZĂ€hne sind dann besonders empfindlich auf KĂ€lte und WĂ€rme.

Manch einer beobachtet einen ziehenden Schmerz rund um den erkrankten Zahn und/ oder einen schlechten Geschmack im Mund und Mundgeruch. Wird die EntzĂŒndung nicht behandelt, kann diese sich auf Zahnbett und Kieferknochen ausbreiten und eine Parodontitis bzw. Parodontose entsteht. Die Folgen können Zahnlockerungen und Zahnverlust sein.

Ursachen: Zahnfleischprobleme sind hĂ€ufig auf Bakterien zurĂŒckzufĂŒhren, diese sammeln sich im Zahnbelag (Plaque) an und lösen die EntzĂŒndungsprozesse aus. Doch nicht nur mangelnde Mundhygiene verursachen die bakteriellen Infektionen, auch hormonelle VerĂ€nderungen in der PubertĂ€t oder Schwangerschaft kommen als Ursache in Frage. Es ist außerdem erwiesen, dass Rauchen ZahnfleischentzĂŒndungen begĂŒnstigt. Viele gehen davon aus, dass selbst die Einnahme spezieller Medikamente wie HormonprĂ€parate und die Antibabypille sowie chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus solche bakteriellen Infektionen auslösen können. Wer beim ZĂ€hneputzen eine zu harte ZahnbĂŒrste verwendet und/ oder einen zu festen Druck ausĂŒbt, kann damit ebenfalls eine Gingivitis hervorrufen.

Die Apotheke hilft: Die Apotheke bietet verschiedene PrĂ€parate, die Betroffene rezeptfrei bekommen. MundspĂŒllösungen, die den Wirkstoff Chlorhexidin enthalten, hemmen die Bakterienvermehrung. Der antibakterielle Wirkstoff beseitigt die entzĂŒndungsverursachenden Bakterien und schĂŒtzt die ZĂ€hne vor ĂŒbermĂ€ĂŸiger Plaqueneubildung. PrĂ€ventiv eignen sich MundspĂŒllösungen mit den Wirkstoffen Aminfluorid und Zinnfluorid. Einige Zahncremes mit bestimmten Inhaltsstoffen wie Mineralsalze oder Pflanzenextrakte aus HeilkrĂ€utern können ebenfalls EntzĂŒndungen vorbeugen sowie das Zahnfleisch besĂ€nftigen und glĂ€tten. Apotheken verfĂŒgen ĂŒber zahlreiche „Hilfsmittel“, um die ZĂ€hne sorgfĂ€ltig und schonend von Zahnbelag zu befreien. Neigen Sie zu ZahnentzĂŒndungen, berĂ€t Sie der Apotheker, welche ZahnbĂŒrste, welche Zahncreme und welche Produkte Sie verwenden können, um EntzĂŒndungen zu verhindern und zu bekĂ€mpfen. Kleine BĂŒrsten fĂŒr die Reinigung der ZahnzwischenrĂ€ume und Zahnhölzer sind ebenfalls sinnvoll.

Einige MundspĂŒllösungen sind auch fĂŒr Kinder zur Vorbeugung und Behandlung von Zahnfleischproblemen geeignet. Eine zusĂ€tzliche Reinigung und Pflege mit speziellen Produkten kann insbesondere bei Kindern mit Zahnspangen sinnvoll sein. Aber Vorsicht: MundspĂŒlungen und Ă€hnliche Mundhygienemittel dĂŒrfen erst eingesetzt werden, wenn das „Kind“ das SpĂŒlen zuverlĂ€ssig beherrscht und die speziellen FlĂŒssigkeiten nicht schluckt.

Was Sie noch tun können:

  • TĂ€glich: systematische und grĂŒndliche Mundhygiene

  • Ein- bis zweimal im Jahr: professionelle Zahnreinigung (PZR) beim Zahnarzt

  • Zahnpflegekaugummis und Nahrungsmittel, die lĂ€nger gekaut werden mĂŒssen, regen den Speichelfluss und dadurch den natĂŒrlichen Reinigungsmechanismus im Mund an

Zahnarztbesuch sollte erfolgen bei: Beobachten Sie hÀufiges Zahnfleischbluten und Rötungen des Zahnfleisches, sollten Sie einen Zahnarzt aufsuchen. UnumgÀnglich ist der Gang zum Arzt, wenn das Zahnfleisch bereits anschwillt und sich rot-blÀulich verfÀrbt.

Der Zahnarzt wird die ZahnbelĂ€ge und den Zahnstein mechanisch entfernen. Dann werden die Zahnwurzeln unter den Zahnfleischtaschen bzw. unter dem Zahnfleisch, meist unter einer örtlichen BetĂ€ubung, gespannt. Bakterien haben auf diese Weise weniger Platz sich zu verbreiten. Ab einer zahnfleischtiefe von 3,5 Millimetern wird diese Behandlung von gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Moderne Reiningungsmöglichkeiten mit Ultraschall oder Laser werden von den gesetzlichen Krankenkassen allerdings nicht ĂŒbernommen. Komplizierter wird eine Behandlung ab 6 Millimeter Tiefe. Deshalb sollte die professionelle Zahnreinigung durch den Zahnarzt etwa alle 6 Monate wiederholt werden.

Übrigens: Bakterielle ZahnfleischentzĂŒndungen wirken sich negativ auf den gesamten Körper aus. Studien zeigen, dass Infektionen im Mundraum Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mellitus begĂŒnstigen. Die Wissenschaft hat aber auch erwiesen, dass eine regelmĂ€ĂŸige Parodontitis-Behandlung das Risiko fĂŒr das Herz wieder senkt. Derzeit sind sich Mediziner noch nicht einig, ob such auf diese Weise Blutzuckerwerte bei Diabetikern bessern lassen.