Freitag, 25. Juli 2014

Hexenschuss

März 15, 2010 by  
Filed under Schmerzen

© Klaus-Peter Adler - Fotolia.comVon einem Hexenschuss spricht man, wenn ein plötzlicher und stechender Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule auftritt. Oft reicht eine kleine falsche Bewegung, aber auch ein heftiger Sturz kann diesen auslösen. Mediziner sprechen dann von der akuten Lumbalgie bzw. Lumbago.

Anders als akute oder chronische Rückenschmerzen tritt der Hexenschuss ganz plötzlich auf. Ohne Vorwarnung durchfährt er den Betroffenen und setzt diesen kurzfristig außer Gefecht. Die akute Lumbalgie ist äußerst schmerzhaft, hält aber glücklicherweise nicht lange an. Normalerweise hat der Leidende Schmerzen im Kreuz, in einigen Fällen kommt es außerdem zur Schmerzausstrahlung in eines der Beine.

Ursachen: Eine schlagartige Drehbewegung der Wirbelsäule kann den Hexenschuss auslösen, aber auch das Heben schwerer Gegenstände, schnelles Aufstehen, ungeschicktes Bücken oder sportliche Betätigungen können diesen auslösen. Besonders anfällig sind Menschen, dessen Rückenmuskulatur nicht gestärkt ist, zudem werden durch Kälte die Bedingungen für einen Hexenschuss begünstigt. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht und eine schlechte Körperhaltung, von der zumeist der Rücken betroffen ist sowie gravierende Gesundheitsleiden wie zum Beispiel Bandscheibenschäden, Bandscheibenvorfall oder in seltenen Fällen Tumore im Wirbelkanal, Bauchraum und im kleinen Becken. Experten sind sich des weiteren sicher, dass sich auch seelische Probleme negativ auf die Rückengesundheit auswirken. Viele Betroffene nehmen aufgrund des starken Schmerzes irrtümlicherweise an, es handle sich um einen Bandscheibenvorfall. Glücklicherweise ist der Hexenschuss aber nur selten auf diesen zurückzuführen, häufiger kann als Ursache ein blockierter Wirbel oder eine Muskelzerrung genannt werden. Durch eine ungünstige Körperhaltung oder Bewegung kann es zur Zerrung kleiner Gelenke in der Wirbelsäule kommen, sie verhaken sich und blockieren dann. Da sich in der Körperregion viele Nerven und Nervenfasern befinden, kommt es zu den starken Schmerzen. Zudem kann es zum Hexenschuss infolge einer Verkrampfung und Zerrung der tiefen Muskulatur der Wirbelsäule (autochtone Rückenmuskulatur) kommen.

Symptome: Der Hexenschuss kommt wie aus heiterem Himmel und äußert sich als heftiger, stechender Schmerz im Lendenwirbelsäulenbereich. Betroffene können sich zumeist nicht oder nur kaum bewegen und strecken. Schon minimale Bewegungen verschlimmern den Schmerz und führen zu einer Verkrampfung der Rückenmuskulatur.

Ist der Hexenschuss auf die Bandscheiben zurückzuführen, das sind die Knorpelscheiben zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule, muss zwischen einer Bandscheibenwölbung und dem Bandscheibenvorfall unterschieden werden. Die Bandscheiben dienen als Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Werden diese Bandscheiben zu sehr beansprucht, wie etwa beim Bücken, kann eine Wölbung des Bandscheibenmaterials verursacht werden, die wiederum starke Schmerzen auslöst. Die Bandscheibenwölbung (Protrusion) kann als Vorbote des Bandscheibenvorfalls (Prolaps) gesehen werden. Der Bandscheibenvorfall geht zumeist mit Rückenschmerzen sowie mit einem Taubheitsgefühl, Lähmungen und Gefühlsstörungen im Bein einher.

Wann zum Arzt: Der Hexenschuss kann oftmals selbst behandelt werden. Dauern die Schmerzen nach drei Tagen allerdings noch immer an, sollte der Arzt umgehend aufgesucht werden, da das Schmerzgedächtnis die Wechseldynamik zwischen Verspannung und Schmerz abspeichert und damit die Gefahr steigt, zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Hexenschuss zu bekommen. Ob ein Bandscheibenvorfall vorliegt, kann mithilfe eine Röntgenuntersuchung oder einer Computertomographie festgestellt werden. Sofern die Ursache des Hexenschusses geklärt wird, kann der Arzt eine geeignete Therapie durchführen.

Behandlung: Menschen, die einen Hexenschuss erleiden, können ihrem Arzt häufig recht genau mitteilen, in welcher Situation bzw. Bewegung dieser aufgetreten ist (z. Bsp. beim Bücken, Heben oder beim Aussteigen aus dem Auto). Darüber hinaus wird der Arzt sich erkundigen, an welcher Stelle genau der Schmerz liegt und ob dieser in Gesäß oder Bein ausstrahlt. Zudem ist es wichtig, dass der Arzt über Blasen- und Darmstörungen informiert wird. Letztendlich wird geklärt, ob bereits Rückenprobleme, ein Hexenschuss oder sogar ein Bandscheibenvorfall aufgetreten sind. Neben einigen anderen Untersuchungen wird geprüft, ob das Gefühlsempfinden (Sensibilität), die Bewegungsfähigkeit (Motorik) oder die Reflexe beeinträchtigt sind. Sofern die Ursache des Hexenschusses diagnostiziert wurde, kann der Arzt diese gezielt therapieren. Unter Umständen müssen blockierte Wirbel oder das Kreuz-Darmbein-Gelenk eingerenkt werden. Liegt ein Gelenkverschleiß vor, wird ein Schmerzmittel gespritzt, um die Beschwerden zu lindern. Eine gestärkte Muskulatur kann einem Hexenschuss vorbeugen. Daher sind regelmäßige Gymnastikübungen empfehlenswert.

Rückenschmerzen

Januar 11, 2010 by  
Filed under Schmerzen

Über 80 Prozent der Deutschen klagen mindestens einmal in ihrem Leben über Rückenschmerzen. Häufig treten die Rückenbeschwerden im Alter von 30 bis 50 Jahren auf, Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Treten die Schmerzen innerhalb eines Jahres an mehr als die Hälfte der Tage auf, spricht der Fachmann von chronischen Rückenleiden.

Symptome: Bei Rückenschmerzen ist oft der untere Rückens betroffen, also der Bereich der Lendenwirbelsäure. Quälende Schmerzen zwingen die Erkrankten oftmals in eine Schonhaltung. Die Liegeposition kann sich jedoch negativ auf weitere Muskelgruppen auswirken – es kommt häufig zu Verspannungen und in einigen Fällen auch zu Krämpfen. Der Hexenschuss (Lumbago) äußert sich mit einem plötzlichen, heftigen Schmerz im Lendenbereich, der aufgrund einer „falschen“ Bewegung auftritt.

Ursachen: Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen haben, die Folge sind aber stets schmerzhafte Verspannungen. Überlastung durch schwere, körperliche Arbeit, falsches Heben und eine einseitige Beanspruchung bestimmter Muskel- und Gelenkgruppen, wie zum Beispiel die falsche Sitzhaltung am Schreibtisch oder schwere Taschen, die nur über eine Schulter gehängt werden, können Verspannungen auslösen. Des weiteren können psychische Faktoren wie Stress und rastloses Arbeiten Rückenschmerzen begünstigen, denn selbst psychische Anstrengungen können zu Verspannungen führen. Nur selten entdeckt der Arzt die genaue Ursache wie ein eingeklemmter Nerv oder Bandscheibenschäden.

Die Apotheke hilft: Damit die Beweglichkeit nicht eingeschränkt bleibt, ist es nötig, zuerst die heftigen Schmerzen zu mindern. Die Apotheke bietet hierfür verschiedene Salben und Medikamente. Die Salben enthalten oftmals entzündungshemmende und schmerzreduzierende Wiekstoffe wie Ibuprofen oder Diclofernac bzw. Substanzen, die durch lokale Reizung die Durchblutung der Haut fördern. Zudem haben sich in vielen Fällen Salben mit Auszügen aus Heilpflanzen bewährt. Zahlreiche Patienten schwören zum Beispiel auf Extrakte aus Blüten und Blättern des Beinwells, die bekannt sind für ihre entzündungshemmende, schmerzlindernde und abschwellende Wirkung. Eine speziell medizinische Maßnahme ist die Therapie mit Symphytum x uplandicum Nyman, eine ausgewählte Beinwell-Hochleistungssorte, welche bei Muskel- und Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen und Verspannungen sowie Prellungen und Verstauchungen empfohlen wird. Die genannte Hochleistungssorte ist so verträglich, dass sie darüber hinaus auf offene Schürfwunden aufgetragen und sogar bei Kindern ab vier Jahren eingesetzt werden kann.

Heftige Rückenschmerzen können oftmals mit Wärme gelindert werden. Spezielle Wärmepflaster, welche hautreizende Substanzen oder Eisenpartikel enthalten, bietet die Apotheke. Bei extremen Rückenschmerzen reicht eine äußerliche Behandlung allein leider oft nicht aus. In diesem Fall sind Medikamente mit Schmerzwirkstoffen wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen sinnvoll. Bei akutem Bedarf sollten die Präparate ausreichend hoch dosiert und über den Tag verteilt angewendet werden. Schmerzen können somit gemindert werden, zudem werden Verspannungen vorgebeugt.

Schon- und Fehlhaltungen können zu belastenden Muskelkrämpfen führen. Hiergegen helfen Produkte mit dem muskelentkrampfenden und schmerzlindernden Wirkstoff Chininsulfat. Sind die Krämpfe und Verspannungen auf Magnesiummangel zurückzuführen, helfen spezielle Mineralstoffprodukte, die Muskelaktivität zu normalisieren.

Was Sie noch tun können:

  • Soweit es geht Aktivitäten beibehalten, nur im Ausnahmezustand sollte die Bettruhe erfolgen

  • Wärme mit Hilfe von Kirschkernkissen, Rotlicht und Fango

  • Präventiv für ausreichend Bewegung im Alltag sorgen

  • Bestimmte Gymnastikübungen stärken die Rückenmuskulatur

  • Rückenschonende Sportarten sind Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren

  • Akupunktur: sinnvoll vor allem bei chronischen Rückenbeschwerden

Arztbesuch sollte erfolgen bei:

  • Gestörte Empfindung: Taubheitsgefühl, Gefühlsstörungen, Kribbeln in einer bestimmten Körperregion

  • Lähmungen in Arm oder Bein sowie gestörte Kraft

  • Begleitbeschwerden wie plötzliche Inkontinenz oder starke Schmerzen

Der Arzt wird sich zunächst eingehend über die Beschwerden informieren. Anschließend wird er die Körperhaltung und die Funktion der Wirbelsäule überprüfen sowie feststellen, ob Verspannungen der Muskulatur vorliegen. Lähmungen oder Gefühlsstörungen können bei der neurologischen Untersuchung diagnostiziert werden. Nur wenige Patienten müssen darüber hinaus noch weitere Untersuchungen über sich ergehen lassen. Je nach Beschwerden werden Krankengymnastik sowie schmerzlindernde und/ oder muskelentspannende Medikamente verschrieben.

Übrigens: Im Jahr 2009 wurde mit Hilfe von Studien untersucht, ob Röntgenaufnahmen oder ähnliche bildgebende Maßnahmen bei Rückenbeschwerden sinnvoll sind. Die Resultate zeigen deutlich, dass sie das Therapieergebnis nicht verbessern, da die Befunde oft nicht im Zusammenhang mit den Schmerzen stehen.