Sonntag, 29. Mšrz 2015

Hexenschuss

M√§rz 15, 2010 by  
Filed under Schmerzen

¬© Klaus-Peter Adler - Fotolia.comVon einem Hexenschuss spricht man, wenn ein pl√∂tzlicher und stechender R√ľckenschmerz im Bereich der Lendenwirbels√§ule auftritt. Oft reicht eine kleine falsche Bewegung, aber auch ein heftiger Sturz kann diesen ausl√∂sen. Mediziner sprechen dann von der akuten Lumbalgie bzw. Lumbago.

Anders als akute oder chronische R√ľckenschmerzen tritt der Hexenschuss ganz pl√∂tzlich auf. Ohne Vorwarnung durchf√§hrt er den Betroffenen und setzt diesen kurzfristig au√üer Gefecht. Die akute Lumbalgie ist √§u√üerst schmerzhaft, h√§lt aber gl√ľcklicherweise nicht lange an. Normalerweise hat der Leidende Schmerzen im Kreuz, in einigen F√§llen kommt es au√üerdem zur Schmerzausstrahlung in eines der Beine.

Ursachen: Eine schlagartige Drehbewegung der Wirbels√§ule kann den Hexenschuss ausl√∂sen, aber auch das Heben schwerer Gegenst√§nde, schnelles Aufstehen, ungeschicktes B√ľcken oder sportliche Bet√§tigungen k√∂nnen diesen ausl√∂sen. Besonders anf√§llig sind Menschen, dessen R√ľckenmuskulatur nicht gest√§rkt ist, zudem werden durch K√§lte die Bedingungen f√ľr einen Hexenschuss beg√ľnstigt. Weitere Risikofaktoren sind √úbergewicht und eine schlechte K√∂rperhaltung, von der zumeist der R√ľcken betroffen ist sowie gravierende Gesundheitsleiden wie zum Beispiel Bandscheibensch√§den, Bandscheibenvorfall oder in seltenen F√§llen Tumore im Wirbelkanal, Bauchraum und im kleinen Becken. Experten sind sich des weiteren sicher, dass sich auch seelische Probleme negativ auf die R√ľckengesundheit auswirken. Viele Betroffene nehmen aufgrund des starken Schmerzes irrt√ľmlicherweise an, es handle sich um einen Bandscheibenvorfall. Gl√ľcklicherweise ist der Hexenschuss aber nur selten auf diesen zur√ľckzuf√ľhren, h√§ufiger kann als Ursache ein blockierter Wirbel oder eine Muskelzerrung genannt werden. Durch eine ung√ľnstige K√∂rperhaltung oder Bewegung kann es zur Zerrung kleiner Gelenke in der Wirbels√§ule kommen, sie verhaken sich und blockieren dann. Da sich in der K√∂rperregion viele Nerven und Nervenfasern befinden, kommt es zu den starken Schmerzen. Zudem kann es zum Hexenschuss infolge einer Verkrampfung und Zerrung der tiefen Muskulatur der Wirbels√§ule (autochtone R√ľckenmuskulatur) kommen.

Symptome: Der Hexenschuss kommt wie aus heiterem Himmel und √§u√üert sich als heftiger, stechender Schmerz im Lendenwirbels√§ulenbereich. Betroffene k√∂nnen sich zumeist nicht oder nur kaum bewegen und strecken. Schon minimale Bewegungen verschlimmern den Schmerz und f√ľhren zu einer Verkrampfung der R√ľckenmuskulatur.

Ist der Hexenschuss auf die Bandscheiben zur√ľckzuf√ľhren, das sind die Knorpelscheiben zwischen den Wirbelk√∂rpern der Wirbels√§ule, muss zwischen einer Bandscheibenw√∂lbung und dem Bandscheibenvorfall unterschieden werden. Die Bandscheiben dienen als Sto√üd√§mpfer zwischen den einzelnen Wirbelk√∂rpern. Werden diese Bandscheiben zu sehr beansprucht, wie etwa beim B√ľcken, kann eine W√∂lbung des Bandscheibenmaterials verursacht werden, die wiederum starke Schmerzen ausl√∂st. Die Bandscheibenw√∂lbung (Protrusion) kann als Vorbote des Bandscheibenvorfalls (Prolaps) gesehen werden. Der Bandscheibenvorfall geht zumeist mit R√ľckenschmerzen sowie mit einem Taubheitsgef√ľhl, L√§hmungen und Gef√ľhlsst√∂rungen im Bein einher.

Wann zum Arzt: Der Hexenschuss kann oftmals selbst behandelt werden. Dauern die Schmerzen nach drei Tagen allerdings noch immer an, sollte der Arzt umgehend aufgesucht werden, da das Schmerzged√§chtnis die Wechseldynamik zwischen Verspannung und Schmerz abspeichert und damit die Gefahr steigt, zu einem sp√§teren Zeitpunkt erneut einen Hexenschuss zu bekommen. Ob ein Bandscheibenvorfall vorliegt, kann mithilfe eine R√∂ntgenuntersuchung oder einer Computertomographie festgestellt werden. Sofern die Ursache des Hexenschusses gekl√§rt wird, kann der Arzt eine geeignete Therapie durchf√ľhren.

Behandlung: Menschen, die einen Hexenschuss erleiden, k√∂nnen ihrem Arzt h√§ufig recht genau mitteilen, in welcher Situation bzw. Bewegung dieser aufgetreten ist (z. Bsp. beim B√ľcken, Heben oder beim Aussteigen aus dem Auto). Dar√ľber hinaus wird der Arzt sich erkundigen, an welcher Stelle genau der Schmerz liegt und ob dieser in Ges√§√ü oder Bein ausstrahlt. Zudem ist es wichtig, dass der Arzt √ľber Blasen- und Darmst√∂rungen informiert wird. Letztendlich wird gekl√§rt, ob bereits R√ľckenprobleme, ein Hexenschuss oder sogar ein Bandscheibenvorfall aufgetreten sind. Neben einigen anderen Untersuchungen wird gepr√ľft, ob das Gef√ľhlsempfinden (Sensibilit√§t), die Bewegungsf√§higkeit (Motorik) oder die Reflexe beeintr√§chtigt sind. Sofern die Ursache des Hexenschusses diagnostiziert wurde, kann der Arzt diese gezielt therapieren. Unter Umst√§nden m√ľssen blockierte Wirbel oder das Kreuz-Darmbein-Gelenk eingerenkt werden. Liegt ein Gelenkverschlei√ü vor, wird ein Schmerzmittel gespritzt, um die Beschwerden zu lindern. Eine gest√§rkte Muskulatur kann einem Hexenschuss vorbeugen. Daher sind regelm√§√üige Gymnastik√ľbungen empfehlenswert.

R√ľckenschmerzen

Januar 11, 2010 by  
Filed under Schmerzen

√úber 80 Prozent der Deutschen klagen mindestens einmal in ihrem Leben √ľber R√ľckenschmerzen. H√§ufig treten die R√ľckenbeschwerden im Alter von 30 bis 50 Jahren auf, Frauen und M√§nner sind gleicherma√üen betroffen. Treten die Schmerzen innerhalb eines Jahres an mehr als die H√§lfte der Tage auf, spricht der Fachmann von chronischen R√ľckenleiden.

Symptome: Bei R√ľckenschmerzen ist oft der untere R√ľckens betroffen, also der Bereich der Lendenwirbels√§ure. Qu√§lende Schmerzen zwingen die Erkrankten oftmals in eine Schonhaltung. Die Liegeposition kann sich jedoch negativ auf weitere Muskelgruppen auswirken ‚Äď es kommt h√§ufig zu Verspannungen und in einigen F√§llen auch zu Kr√§mpfen. Der Hexenschuss (Lumbago) √§u√üert sich mit einem pl√∂tzlichen, heftigen Schmerz im Lendenbereich, der aufgrund einer ‚Äěfalschen‚Äú Bewegung auftritt.

Ursachen: R√ľckenschmerzen k√∂nnen verschiedene Ursachen haben, die Folge sind aber stets schmerzhafte Verspannungen. √úberlastung durch schwere, k√∂rperliche Arbeit, falsches Heben und eine einseitige Beanspruchung bestimmter Muskel- und Gelenkgruppen, wie zum Beispiel die falsche Sitzhaltung am Schreibtisch oder schwere Taschen, die nur √ľber eine Schulter geh√§ngt werden, k√∂nnen Verspannungen ausl√∂sen. Des weiteren k√∂nnen psychische Faktoren wie Stress und rastloses Arbeiten R√ľckenschmerzen beg√ľnstigen, denn selbst psychische Anstrengungen k√∂nnen zu Verspannungen f√ľhren. Nur selten entdeckt der Arzt die genaue Ursache wie ein eingeklemmter Nerv oder Bandscheibensch√§den.

Die Apotheke hilft: Damit die Beweglichkeit nicht eingeschr√§nkt bleibt, ist es n√∂tig, zuerst die heftigen Schmerzen zu mindern. Die Apotheke bietet hierf√ľr verschiedene Salben und Medikamente. Die Salben enthalten oftmals entz√ľndungshemmende und schmerzreduzierende Wiekstoffe wie Ibuprofen oder Diclofernac bzw. Substanzen, die durch lokale Reizung die Durchblutung der Haut f√∂rdern. Zudem haben sich in vielen F√§llen Salben mit Ausz√ľgen aus Heilpflanzen bew√§hrt. Zahlreiche Patienten schw√∂ren zum Beispiel auf Extrakte aus Bl√ľten und Bl√§ttern des Beinwells, die bekannt sind f√ľr ihre entz√ľndungshemmende, schmerzlindernde und abschwellende Wirkung. Eine speziell medizinische Ma√ünahme ist die Therapie mit Symphytum x uplandicum Nyman, eine ausgew√§hlte Beinwell-Hochleistungssorte, welche bei Muskel- und Gelenkbeschwerden, R√ľckenschmerzen und Verspannungen sowie Prellungen und Verstauchungen empfohlen wird. Die genannte Hochleistungssorte ist so vertr√§glich, dass sie dar√ľber hinaus auf offene Sch√ľrfwunden aufgetragen und sogar bei Kindern ab vier Jahren eingesetzt werden kann.

Heftige R√ľckenschmerzen k√∂nnen oftmals mit W√§rme gelindert werden. Spezielle W√§rmepflaster, welche hautreizende Substanzen oder Eisenpartikel enthalten, bietet die Apotheke. Bei extremen R√ľckenschmerzen reicht eine √§u√üerliche Behandlung allein leider oft nicht aus. In diesem Fall sind Medikamente mit Schmerzwirkstoffen wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen sinnvoll. Bei akutem Bedarf sollten die Pr√§parate ausreichend hoch dosiert und √ľber den Tag verteilt angewendet werden. Schmerzen k√∂nnen somit gemindert werden, zudem werden Verspannungen vorgebeugt.

Schon- und Fehlhaltungen k√∂nnen zu belastenden Muskelkr√§mpfen f√ľhren. Hiergegen helfen Produkte mit dem muskelentkrampfenden und schmerzlindernden Wirkstoff Chininsulfat. Sind die Kr√§mpfe und Verspannungen auf Magnesiummangel zur√ľckzuf√ľhren, helfen spezielle Mineralstoffprodukte, die Muskelaktivit√§t zu normalisieren.

Was Sie noch tun können:

  • Soweit es geht Aktivit√§ten beibehalten, nur im Ausnahmezustand sollte die Bettruhe erfolgen

  • W√§rme mit Hilfe von Kirschkernkissen, Rotlicht und Fango

  • Pr√§ventiv f√ľr ausreichend Bewegung im Alltag sorgen

  • Bestimmte Gymnastik√ľbungen st√§rken die R√ľckenmuskulatur

  • R√ľckenschonende Sportarten sind Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren

  • Akupunktur: sinnvoll vor allem bei chronischen R√ľckenbeschwerden

Arztbesuch sollte erfolgen bei:

  • Gest√∂rte Empfindung: Taubheitsgef√ľhl, Gef√ľhlsst√∂rungen, Kribbeln in einer bestimmten K√∂rperregion

  • L√§hmungen in Arm oder Bein sowie gest√∂rte Kraft

  • Begleitbeschwerden wie pl√∂tzliche Inkontinenz oder starke Schmerzen

Der Arzt wird sich zun√§chst eingehend √ľber die Beschwerden informieren. Anschlie√üend wird er die K√∂rperhaltung und die Funktion der Wirbels√§ule √ľberpr√ľfen sowie feststellen, ob Verspannungen der Muskulatur vorliegen. L√§hmungen oder Gef√ľhlsst√∂rungen k√∂nnen bei der neurologischen Untersuchung diagnostiziert werden. Nur wenige Patienten m√ľssen dar√ľber hinaus noch weitere Untersuchungen √ľber sich ergehen lassen. Je nach Beschwerden werden Krankengymnastik sowie schmerzlindernde und/ oder muskelentspannende Medikamente verschrieben.

√úbrigens: Im Jahr 2009 wurde mit Hilfe von Studien untersucht, ob R√∂ntgenaufnahmen oder √§hnliche bildgebende Ma√ünahmen bei R√ľckenbeschwerden sinnvoll sind. Die Resultate zeigen deutlich, dass sie das Therapieergebnis nicht verbessern, da die Befunde oft nicht im Zusammenhang mit den Schmerzen stehen.