Freitag, 24. Oktober 2014

Venenschwäche

Januar 20, 2010 by  
Filed under Herz und Gefäße

Häufig werden Venenbeschwerden auf die leichte Schulter genommen, obwohl sie teilweise starke Beschwerden verursachen. Eine bundesweite Studie zeigt, dass etwa 90 Prozent der Erwachsenen eine veränderte Venenstruktur haben. Die häufigsten Venenbeschwerden sind Krampfadern (Varizen) sowie die chronische Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz).

Symptome: Viele Frauen leiden unter Krampfadern, da diese nicht besonders schön anzusehen sind. Betroffene mit Venenschwäche klagen oftmals über „schwere Beine“, die unangenehm spannen. Häufige Begleiterscheinungen sind zudem Wadenkrämpfe und Juckreiz. Bei warmem Wetter und wenn Erkrankte mit Venenschwäche lange stehen oder sitzen, nehmen die Schmerzen im Bein zu. Insbesondere am Abend nach einem langen Tag sind die Knöchel oft geschwollen. In einem fortgeschrittenen Entwicklungsstadium können sich sogar Geschwüre bilden.

Ursachen: Die Venen haben die Funktion, das Blut vom Körper in das Herz zurück zu transportieren. Sie verfügen über Rückschlagventile, die sogenannten Venenklappen. Diese kontrollieren den Blutfluss in eine bestimmte Richtung. Bei der Venenschwäche schließen die Klappen nicht mehr richtig und es entsteht ein Rückstau des Blutes. Folglich schwellen die Venen zu Krampfadern an. Durch den erhöhten Druck gelangen außerdem Wasser und Eiweißstoffe aus den Venen in das Gewebe. Dies führt wiederum zu Schwellungen und Entzündungen. Hauptsächliche Risikofaktoren für Venenschwäche sind Übergewicht, zunehmendes Alter, erbliche Veranlagung und mangelnde Bewegung.

Die Apotheke hilft: Die Apotheke bietet ein großes Spektrum an Kompressionsstrümpfen. Diese beeinflussen die Muskelpumpe positiv von außen, indem sie einen festen Widerstand bieten. Das Blut kann somit zum Herzen zurück fließen und die Klappen können aufgrund der verengten Venen wieder ganz schließen. Pflanzliche Venenmedikamente unterstützen die Kompressionstherapie. Wirkstoffe aus Rosskastanien, rotem Weinlaub, Buchweizen und Mäusedornwurzel können Ödeme weitgehend verhindern, indem sie die Gefäßwände der Venen abdichten. Zudem werden Entzündungserscheinungen an den Gefäßwänden blockiert. Venensalben oder -gele haben eine abschwellende Wirkung und heilen oberflächliche Entzündungen.

Was Sie noch tun können:

  • Sport: insbesondere Schwimmen, Tanzen und Gymnastik

  • Kurze Wege zu Fuß gehen

  • Bequemes Schuhwerk mit flachem Absatz

  • Beine so oft wie möglich hoch lagern

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Bei deutlichen Schwellungen, Hautveränderungen oder schlecht heilenden Wunden am Bein sollte schleunigst der Hausarzt aufgesucht werden. Vor allem Schwangere, Diabetiker und Menschen mit Herz-Kreislauf-Schwäche sollten mit dem Arztbesuch nicht zögern.

Der Arzt wird sich über die Beschwerden erkundigen sowie die Venenfunktion im Liegen und Stehen überprüfen. Oftmals wird eine Untersuchung der Gefäße mit Ultraschall durchgeführt. Die Behandlung der Venenschwäche zielt darauf ab, Schmerzen zu lindern und den Verlauf der Erkrankung zu verlangsamen. Der Patient sollte des weiteren zu enge Kleidung und Übergewicht dringlichst vermeiden. Die Basisbehandlung bei auffälligen Krampfadern ist die Kompressionstherapie mit speziellen Verbänden oder medizinischen Strümpfen. Größere Krampfadern, welche die Venenfunktion behindern, werden häufig operativ entfernt oder verödet.

Krampfadern entfernen: Hierfür gibt es verschiedene operative Methoden. Beim Stripping wird ein Draht in die Vene eingeführt und durch einen kleinen Schnitt herausgezogen. Bei der Phlebektomie wird die Vene mit Hilfe eines Häkchens gezogen. Die Ligatur beschreibt das Abbinden und Abklemmen der Vene.

Übrigens: Kompressionsstrümpfe müssen konsequent getragen werden. Da sie allerdings aus modernen Mikrofasern hergestellt sind, die einen viel dünneren Durchmesser als ein menschliches Haar haben, ist selbst an warmen Tagen der Tragekomfort nicht eingeschränkt.