Mittwoch, 4. Mšrz 2015

Laktoseintoleranz

M√§rz 26, 2010 by  
Filed under Krankheiten, Magen-Darm-Beschwerden

Bei Menschen, die unter der Laktoseintoleranz leiden, kann der Darm den in einigen Lebensmitteln enthaltenen Milchzucker nicht resorbieren. Infolge der Milchzuckerunverträglichkeit bekommen Betroffene oftmals Durchfall.

Ursache: Der in der Biochemie als Laktose benannte Milchzucker besteht aus Glukose und Galactose und befindet sich unter anderem in der Kuhmilch. Bei gesunden Menschen kann das Enzym Laktase den Milchzucker im D√ľnndarm aufspalten. Menschen die unter der Laktoseunvertr√§glichkeit leiden, haben dieses Enzym nicht. Der Milchzucker kann somit nicht zersetzt werden, nur die Glukose und Galaktose gelangen in das Blut. Ballaststoffe k√∂nnen zwar ebenfalls vom Darm nicht resorbiert werden, doch binden sie anders als die Laktose kein Wasser an sich. Zudem l√∂st der ungespaltene Milchzucker St√∂rungen im Magen-Darm-Trakt aus und verursacht Probleme bei der Verdauung.

Bei den meisten betroffenen Menschen ist die Laktoseintoleranz angeboren, bricht aber erst im Erwachsenenalter aus. Daher gibt es viel weniger Kinder mit diesem Krankheitsbild.

Symptome: Durch die Bindung des Wassers kommt es zu einer Ver√§nderung des Stuhls und der Betroffene bekommt Durchfall. Des weiteren treten bei der Laktoseintoleranz oft Beschwerden wie Bauchschmerzen, Bl√§hungen, V√∂llegef√ľhl, √úbelkeit und eventuell sogar Mundgeruch auf. Bei anhaltenden Magen-Darm-Problemen sollte demnach gekl√§rt werden, ob dies m√∂glicherweise an der Laktoseintoleranz liegt. Hierbei kann vorerst ein Selbsttest helfen. Verzichten Sie gezielt einige Tage lang auf Produkte, die Milchzucker enthalten. Trinken Sie dann ein Glas Milch! Setzt kurz darauf mindestens eines dieser genannten Symptome auf, besteht der verdacht auf eine Laktoseintoleranz.

Was man tun kann: Jeder Betroffene muss selbst herausfinden, wieviel Milchzucker er vertr√§gt und ab welcher Menge Probleme auftreten. Anschlie√üend sollte ein geeigneter Speiseplan erstellt werden. Der nat√ľrliche Milchzucker kann durch eine k√ľnstlich hergestellte Laktase ersetzt werden. Dies bietet sich sogar an, da eine laktosefreie bzw. -arme Ern√§hrung schnell zu Mangelerscheinungen f√ľhren kann, wenn der Betroffene etwa ein Defizit an Kalzium aufweist.

Laktoseintoleranz bei Kindern: Besteht der Verdacht auf Laktoseintoleranz, da das Kind beispielsweise √ľber Bauchschmerzen klagt nachdem es Milchprodukte zu sich genommen hat, sollten Sie zeitnah einen Kinder- oder Hausarzt aufsuchen. Dort kann ein einfacher Test Aufschluss geben. Selten sind sogar S√§uglinge betroffen. In diesem Fall muss die Mutter w√§hrend der Stillzeit auf Nahrungsmittel mit einem hohen Milchzuckeranteil wie zum Beispiel fertiges Salatdressing verzichten. Dem Baby kann aber auch eine laktosefreie Fl√§schchennahrung zugef√ľhrt werden. Einige Kinder im S√§uglingsalter leiden unter der vor√ľbergehenden Laktoseintoleranz, welche auf die noch nicht vollst√§ndig entwickelte Darmschleimhaut zur√ľckzuf√ľhren ist. Diese Form der Milchzuckerunvertr√§glichkeit verschwindet oft nach dem 12. Monat von selbst.

Wer ist betroffen? Die Laktoseintoleranz ist keinesfalls eine Volkskrankheit in Industriel√§ndern. Sch√§tzungsweise 15 bis 20 Prozent der Deutschen leiden unter der Milchzuckerunvertr√§glichkeit, in vielen asiatischen L√§ndern aber weisen sogar bis zu 90 Prozent der Bev√∂lkerung die Milchzuckerintoleranz auf. S√§uglinge vertragen jedoch oft die Muttermilch, da die F√§higkeit des Milchzuckerabbaus erst danach verloren geht. √Ąltere Menschen leiden viel h√§ufiger an der Milchzuckerunvertr√§glichkeit als Kinder, da die Bildung der Laktase mit dem zunehmenden Alter abnimmt.