Samstag, 25. Oktober 2014

Laktoseintoleranz

März 26, 2010 by  
Filed under Krankheiten, Magen-Darm-Beschwerden

Bei Menschen, die unter der Laktoseintoleranz leiden, kann der Darm den in einigen Lebensmitteln enthaltenen Milchzucker nicht resorbieren. Infolge der Milchzuckerunverträglichkeit bekommen Betroffene oftmals Durchfall.

Ursache: Der in der Biochemie als Laktose benannte Milchzucker besteht aus Glukose und Galactose und befindet sich unter anderem in der Kuhmilch. Bei gesunden Menschen kann das Enzym Laktase den Milchzucker im Dünndarm aufspalten. Menschen die unter der Laktoseunverträglichkeit leiden, haben dieses Enzym nicht. Der Milchzucker kann somit nicht zersetzt werden, nur die Glukose und Galaktose gelangen in das Blut. Ballaststoffe können zwar ebenfalls vom Darm nicht resorbiert werden, doch binden sie anders als die Laktose kein Wasser an sich. Zudem löst der ungespaltene Milchzucker Störungen im Magen-Darm-Trakt aus und verursacht Probleme bei der Verdauung.

Bei den meisten betroffenen Menschen ist die Laktoseintoleranz angeboren, bricht aber erst im Erwachsenenalter aus. Daher gibt es viel weniger Kinder mit diesem Krankheitsbild.

Symptome: Durch die Bindung des Wassers kommt es zu einer Veränderung des Stuhls und der Betroffene bekommt Durchfall. Des weiteren treten bei der Laktoseintoleranz oft Beschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Völlegefühl, Übelkeit und eventuell sogar Mundgeruch auf. Bei anhaltenden Magen-Darm-Problemen sollte demnach geklärt werden, ob dies möglicherweise an der Laktoseintoleranz liegt. Hierbei kann vorerst ein Selbsttest helfen. Verzichten Sie gezielt einige Tage lang auf Produkte, die Milchzucker enthalten. Trinken Sie dann ein Glas Milch! Setzt kurz darauf mindestens eines dieser genannten Symptome auf, besteht der verdacht auf eine Laktoseintoleranz.

Was man tun kann: Jeder Betroffene muss selbst herausfinden, wieviel Milchzucker er verträgt und ab welcher Menge Probleme auftreten. Anschließend sollte ein geeigneter Speiseplan erstellt werden. Der natürliche Milchzucker kann durch eine künstlich hergestellte Laktase ersetzt werden. Dies bietet sich sogar an, da eine laktosefreie bzw. -arme Ernährung schnell zu Mangelerscheinungen führen kann, wenn der Betroffene etwa ein Defizit an Kalzium aufweist.

Laktoseintoleranz bei Kindern: Besteht der Verdacht auf Laktoseintoleranz, da das Kind beispielsweise über Bauchschmerzen klagt nachdem es Milchprodukte zu sich genommen hat, sollten Sie zeitnah einen Kinder- oder Hausarzt aufsuchen. Dort kann ein einfacher Test Aufschluss geben. Selten sind sogar Säuglinge betroffen. In diesem Fall muss die Mutter während der Stillzeit auf Nahrungsmittel mit einem hohen Milchzuckeranteil wie zum Beispiel fertiges Salatdressing verzichten. Dem Baby kann aber auch eine laktosefreie Fläschchennahrung zugeführt werden. Einige Kinder im Säuglingsalter leiden unter der vorübergehenden Laktoseintoleranz, welche auf die noch nicht vollständig entwickelte Darmschleimhaut zurückzuführen ist. Diese Form der Milchzuckerunverträglichkeit verschwindet oft nach dem 12. Monat von selbst.

Wer ist betroffen? Die Laktoseintoleranz ist keinesfalls eine Volkskrankheit in Industrieländern. Schätzungsweise 15 bis 20 Prozent der Deutschen leiden unter der Milchzuckerunverträglichkeit, in vielen asiatischen Ländern aber weisen sogar bis zu 90 Prozent der Bevölkerung die Milchzuckerintoleranz auf. Säuglinge vertragen jedoch oft die Muttermilch, da die Fähigkeit des Milchzuckerabbaus erst danach verloren geht. Ältere Menschen leiden viel häufiger an der Milchzuckerunverträglichkeit als Kinder, da die Bildung der Laktase mit dem zunehmenden Alter abnimmt.