Freitag, 6. März 2015

Kinderkrankheiten: Klassische Infektionskrankheiten

MĂ€rz 24, 2011 by  
Filed under Krankheiten, Medizin

Masern (Morbilli)

Erreger der Masern ist der Masernvirus. Die Inkubationszeit betrÀgt 8-12 Tage.

Symptome:

- hohes Fieber, mit zwei Fiebergipfeln

- Husten

- BindehautentzĂŒndung

- typischer fleckiger Ausschlag, breitet sich von den Ohren ausgehend ĂŒber den ganzen

Körper aus

- starkes Unwohlsein

Komplikationen:

Sie treten hĂ€ufig auf: LungenentzĂŒndung, MittelohrentzĂŒndung und HirnentzĂŒndung mit der Gefahr, dass HirnschĂ€den zurĂŒckbleiben können.

Vorbeugung: Impfung

Röteln (Rubeolae)

Erreger ist der Rötelnvirus. Die Inkubationszeit betrÀgt 14-18 Tage.

Symptome:

- mĂ€ĂŸiges oder nur geringes Fieber

- kleinfleckiger rötlicher Ausschlag, der im Gesicht beginnt

- deutliche Lymphknotenschwellungen in der Halsregion

Komplikationen:

Sie treten selten auf, jedoch besteht eine große Gefahr fĂŒr das ungeborene Kind, wenn die Schwangere erkrankt. Daher ist die Impfung der MĂ€dchen vor Eintritt in die Geschlechtsreife sehr wichtig.

Vorbeugung: Impfung

Scharlach (Scarlatina)

Erreger sind Bakterien, Streptokokken der Gruppe A. Die Inkubationszeit betrÀgt 2-5 Tage.

Symptome:

- hohes Fieber

- Halsschmerzen

- gelegentliches Erbrechen

- kleinfleckiger samtartiger Ausschlag, breitet sich von der Leistengegend ausgehend aus

- Gesicht stark gerötet mit dem typischen blassen Munddreieck

- rote „Himbeerzunge“

Komplikationen: Schwere Komplikationen treten auf, wenn keine Behandlung erfolgt.

Behandlung: Antibiotika (Penicillin), Behandlung bzw. die Erkrankung hinterlÀsst aber keine lebenslange ImmunitÀt.

Windpocken (Varizellen)

Erreger ist der Zoster-Varizellenvirus. Die Inkubationszeit betrÀgt 10-20 Tage.

Symptome:

- KrankheitsgefĂŒhl

- BlĂ€schenausschlag mit unterschiedlich großen BlĂ€schen – „Sternenhimmel“, die

SchleimhÀute und der Kopf können auch befallen sein

Vorsicht:

Es besteht eine extrem hohe Ansteckungsgefahr und das schon vor Ausbruch des Hautausschlags.

Komplikationen treten selten auf.

Vorbeugung: Impfung

Drei-Tage-Fieber (Exanthema subitum)

Erreger ist der HH-Virus Typ 6. Die Inkubationszeit betrÀgt 10 Tage.

Symptome:

- hohes Fieber etwa 3 Tage, danach plötzlicher Temperaturabfall

- rötelnartiger rosaner Ausschlag am Rumpf

- relativ gutes Allgemeinbefinden

Es muss keine spezielle Behandlung erfolgen, die Symptome bildet sich von alleine zurĂŒck.

Vorbeugung: keine Impfung möglich

Keuchhusten (Pertussis)

Erreger ist das Bakterium bordatella pertussis. Die Inkubationszeit betrÀgt 7-21 Tage.

Symptome:

- kein Fieber

- Schnupfen

- immer stÀrker werdender Husten, erreicht innerhalb von zwei bis vier Wochen seinen

Höhepunkt

- ziehendes GerÀusch beim Einatmen besonders wÀhrend der Hustenattacken

Komplikationen:

Sie treten hĂ€ufig auf: LungenentzĂŒndung, HirnentzĂŒndung. FĂŒr SĂ€uglinge ist die Erkrankung sogar lebensgefĂ€hrlich.

Behandlung:

Die rechtzeitige Gabe von Antibiotika kann den Verlauf erheblich verbessern.

Vorbeugung: Impfung

Ziegenpeter (Mumps)

Erreger ist der Mumpsvirus. Die Inkubationszeit betrÀgt 14-21 Tage.

Symptome:

- geringes Fieber

- schmerzhafte Anschwellung einer oder beider OhrspeicheldrĂŒsen

- möglich sind auch Kopfschmerzen und Erbrechen, als Zeichen einer

HirnhautentzĂŒndung

Komplikationen:

HodenentzĂŒndungen, InnenohrschĂ€den, EntzĂŒndungen der BauchspeicheldrĂŒse

Daraus können Unfruchtbarkeit und Schwerhörigkeit resultieren.

Vorbeugung: Impfung

Ringelröteln

Erreger ist der Parovirus B19. Die Inkubationszeit betrĂ€gt 13-17 Tage. Durch eine Tröpfcheninfektion ĂŒbertragen.

Symptome:

- kaum Fieber

- Allgemeinbefinden meist nicht beeintrÀchtigt

-typischer grobfleckiger roter erhabener Ausschlag, beginnt im Gesicht

schmetterlingsförmig, breitet sich dann an den Streckseiten von Armen und Beinen aus

und nimmt dabei girlanden-bis gitterartige Formen an

- Dauer: 6-10 Tage

- große Ansteckungsgefahr besteht bereits vor Ausbruch des Hautausschlages

Komplikationen:

Tritt die Erstinfektion wÀhrend einer Schwangerschaft auf, kommt es zu 20 % zum Fruchttod.

Eine Impfung oder spezifische Behandlung ist nicht möglich.

FSME (FrĂŒhsommer-Meningoenzephalitis)

Die Viren werden durch einen Zeckenbiss ĂŒbertragen.

Risikogebiete:

Hessen, ThĂŒringen, Rheinland-Pfalz, Baden-WĂŒrttemberg, Bayern

Symptome:

Infektion, mit der Gefahr einer schweren HirnentzĂŒndung, die zu InvaliditĂ€t oder Tod fĂŒhren kann.

Vorbeugung: Impfung (drei Einzelimpfungen)

Borreliose

Die Erreger werden ebenfalls durch einen Zeckenbiss ĂŒbertragen

Symptome:

- oft symptomloser und harmloser Verlauf

- sonst auftreten einer „Wanderröte“: auffĂ€llig gerötetes Hautareal, was seine Position

wechselt

Komplikationen:

Bei schweren VerlĂ€ufen kann es zu chronischen GelenkentzĂŒndungen und HirnentzĂŒndungen (der FSME Ă€hnlich) kommen.

Behandlung: Antibiotika

Vorbeugung: Impfung nicht möglich.