Mittwoch, 23. Juli 2014

Kinderkrankheiten: Klassische Infektionskrankheiten

März 24, 2011 by  
Filed under Krankheiten, Medizin

Masern (Morbilli)

Erreger der Masern ist der Masernvirus. Die Inkubationszeit beträgt 8-12 Tage.

Symptome:

- hohes Fieber, mit zwei Fiebergipfeln

- Husten

- Bindehautentzündung

- typischer fleckiger Ausschlag, breitet sich von den Ohren ausgehend über den ganzen

Körper aus

- starkes Unwohlsein

Komplikationen:

Sie treten häufig auf: Lungenentzündung, Mittelohrentzündung und Hirnentzündung mit der Gefahr, dass Hirnschäden zurückbleiben können.

Vorbeugung: Impfung

Röteln (Rubeolae)

Erreger ist der Rötelnvirus. Die Inkubationszeit beträgt 14-18 Tage.

Symptome:

- mäßiges oder nur geringes Fieber

- kleinfleckiger rötlicher Ausschlag, der im Gesicht beginnt

- deutliche Lymphknotenschwellungen in der Halsregion

Komplikationen:

Sie treten selten auf, jedoch besteht eine große Gefahr für das ungeborene Kind, wenn die Schwangere erkrankt. Daher ist die Impfung der Mädchen vor Eintritt in die Geschlechtsreife sehr wichtig.

Vorbeugung: Impfung

Scharlach (Scarlatina)

Erreger sind Bakterien, Streptokokken der Gruppe A. Die Inkubationszeit beträgt 2-5 Tage.

Symptome:

- hohes Fieber

- Halsschmerzen

- gelegentliches Erbrechen

- kleinfleckiger samtartiger Ausschlag, breitet sich von der Leistengegend ausgehend aus

- Gesicht stark gerötet mit dem typischen blassen Munddreieck

- rote „Himbeerzunge“

Komplikationen: Schwere Komplikationen treten auf, wenn keine Behandlung erfolgt.

Behandlung: Antibiotika (Penicillin), Behandlung bzw. die Erkrankung hinterlässt aber keine lebenslange Immunität.

Windpocken (Varizellen)

Erreger ist der Zoster-Varizellenvirus. Die Inkubationszeit beträgt 10-20 Tage.

Symptome:

- Krankheitsgefühl

- Bläschenausschlag mit unterschiedlich großen Bläschen – „Sternenhimmel“, die

Schleimhäute und der Kopf können auch befallen sein

Vorsicht:

Es besteht eine extrem hohe Ansteckungsgefahr und das schon vor Ausbruch des Hautausschlags.

Komplikationen treten selten auf.

Vorbeugung: Impfung

Drei-Tage-Fieber (Exanthema subitum)

Erreger ist der HH-Virus Typ 6. Die Inkubationszeit beträgt 10 Tage.

Symptome:

- hohes Fieber etwa 3 Tage, danach plötzlicher Temperaturabfall

- rötelnartiger rosaner Ausschlag am Rumpf

- relativ gutes Allgemeinbefinden

Es muss keine spezielle Behandlung erfolgen, die Symptome bildet sich von alleine zurück.

Vorbeugung: keine Impfung möglich

Keuchhusten (Pertussis)

Erreger ist das Bakterium bordatella pertussis. Die Inkubationszeit beträgt 7-21 Tage.

Symptome:

- kein Fieber

- Schnupfen

- immer stärker werdender Husten, erreicht innerhalb von zwei bis vier Wochen seinen

Höhepunkt

- ziehendes Geräusch beim Einatmen besonders während der Hustenattacken

Komplikationen:

Sie treten häufig auf: Lungenentzündung, Hirnentzündung. Für Säuglinge ist die Erkrankung sogar lebensgefährlich.

Behandlung:

Die rechtzeitige Gabe von Antibiotika kann den Verlauf erheblich verbessern.

Vorbeugung: Impfung

Ziegenpeter (Mumps)

Erreger ist der Mumpsvirus. Die Inkubationszeit beträgt 14-21 Tage.

Symptome:

- geringes Fieber

- schmerzhafte Anschwellung einer oder beider Ohrspeicheldrüsen

- möglich sind auch Kopfschmerzen und Erbrechen, als Zeichen einer

Hirnhautentzündung

Komplikationen:

Hodenentzündungen, Innenohrschäden, Entzündungen der Bauchspeicheldrüse

Daraus können Unfruchtbarkeit und Schwerhörigkeit resultieren.

Vorbeugung: Impfung

Ringelröteln

Erreger ist der Parovirus B19. Die Inkubationszeit beträgt 13-17 Tage. Durch eine Tröpfcheninfektion übertragen.

Symptome:

- kaum Fieber

- Allgemeinbefinden meist nicht beeinträchtigt

-typischer grobfleckiger roter erhabener Ausschlag, beginnt im Gesicht

schmetterlingsförmig, breitet sich dann an den Streckseiten von Armen und Beinen aus

und nimmt dabei girlanden-bis gitterartige Formen an

- Dauer: 6-10 Tage

- große Ansteckungsgefahr besteht bereits vor Ausbruch des Hautausschlages

Komplikationen:

Tritt die Erstinfektion während einer Schwangerschaft auf, kommt es zu 20 % zum Fruchttod.

Eine Impfung oder spezifische Behandlung ist nicht möglich.

FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis)

Die Viren werden durch einen Zeckenbiss übertragen.

Risikogebiete:

Hessen, Thüringen, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Bayern

Symptome:

Infektion, mit der Gefahr einer schweren Hirnentzündung, die zu Invalidität oder Tod führen kann.

Vorbeugung: Impfung (drei Einzelimpfungen)

Borreliose

Die Erreger werden ebenfalls durch einen Zeckenbiss übertragen

Symptome:

- oft symptomloser und harmloser Verlauf

- sonst auftreten einer „Wanderröte“: auffällig gerötetes Hautareal, was seine Position

wechselt

Komplikationen:

Bei schweren Verläufen kann es zu chronischen Gelenkentzündungen und Hirnentzündungen (der FSME ähnlich) kommen.

Behandlung: Antibiotika

Vorbeugung: Impfung nicht möglich.