Samstag, 7. Mšrz 2015

Spannungskopfschmerz

Dezember 18, 2009 by  
Filed under Beratung, Schmerzen

apotheke kopfschmerzenBeinahe jeder Erwachsene hat den Spannungskopfschmerz schon einmal erlebt, denn dieser ist die am h√§ufigsten auftretende Kopfschmerzform. Knapp 70 Prozent der Deutschen klagen zuweilen √ľber den ‚Äěepisodischen‚Äú Kopfschmerz, zwei bis drei Prozent leiden sogar unter dem chronischen Spannungskopfschmerz. Der chronische Spannungskopfschmerz macht sich bei Betroffenen an mindestens 15 Tagen im Monat bemerkbar.

Symptome: Der Kopfschmerz f√ľhlt sich dumpf, dr√ľckend und ziehend an, der Schmerz ist im gesamten Kopfbereich sp√ľrbar. Vor allem aber im Stirn- und Augenbereich breitet sich das unangenehme Gef√ľhl aus. Viele Patienten beschreiben den Schmerz als engen Ring um den Kopf. Im Normalfall sind die Betroffenen nicht in ihren Aktivit√§ten eingeschr√§nkt – Treppensteigen und andere k√∂rperliche Bet√§tigungen verst√§rken den Kopfschmerz nicht. Allerdings k√∂nnen begleitende Symptome wie √úbelkeit, Licht- oder L√§rmempfindlichkeit auftreten. Starke √úbelkeit oder Erbrechen sind wiederum keine Begleiterscheinungen der Spannungskopfschmerzen. Die Dauer des Kopfschmerzes variiert zwischen 30 Minuten und mehreren Tagen. Betroffene sollten jedoch mit dem Beginn einer Behandlung nicht zu lange warten, damit der Spannungskopfschmerz nicht chronisch wird.

Ursachen: Die genauen Ursachen sind bisher noch nicht bekannt. Einige Mediziner vermuten als Ausl√∂ser muskul√§re Verspannungen im Kopf- und Halsbereich sowie eine generell niedrigere Schmerzschwelle. Auch psychische Probleme, vor allem √Ąngstlichkeit, Stress und eine depressive Grundstimmung, kommen als Ursachen in Frage.

Die Apotheke hilft: In den neuen Leitlinien 2009 bef√ľrwortet die Deutsche Migr√§ne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) Schmerzmittel mit den Wirkstoffen Acetylsalicyls√§ure (ASS 100 mg), Ibuprofen (400 mg) und Diclofenac (12,5/25mg) zur Selbstmedikation. Auch eine Kombination aus ASS, Paracetamol und Coffein oder nur aus Paracetamol und Coffein kann helfen. Je nachdem welcher Wirkstoff bevorzugt wird, werden verschiedene Medikamentformen angeboten. Der Patient hat oft die Wahl zwischen Tabletten, Brausetabletten, S√§fte, Schmerztabletten, Kautabletten, Granulate oder Z√§pfchen. Die Medikamente k√∂nnen alle vier bis sechs Stunden eingenommen werden, vorzugsweise vor den Mahlzeiten. Schwangeren und M√ľttern in der Stillzeit wird empfohlen Paracetamol zu nehmen. Wer einen empfindlichen Magen hat, kann sich wahlweise f√ľr Phenazon oder Propyphenazon entscheiden, zudem sollte das Arzneimittel dann nicht auf n√ľchternen Magen eingenommen werden.

Was Sie noch tun k√∂nnen: Entspannungs√ľbungen und -techniken k√∂nnen helfen. Einige Vorschl√§ge sind: Biofeedback (ein Verfahren, bei dem die eigenen K√∂rpervorg√§nge gemessen werden und Stress dadurch fr√ľh erkannt und somit vermieden werden kann), Muskelentspannung nach Jacobson (bewusste An- und Entspannung der Muskeln), Stressbew√§ltigungstraining und Pfefferminz√∂l auf die Stirn, den Nacken und auf die Schl√§fen tr√§ufeln. Insbesondere Menschen, die viel am Computer arbeiten, sollten regelm√§√üig kleine Pausen einlegen. Regelm√§√üige Bewegung an der frischen Luft und Sport k√∂nnen vorbeugend eingesetzt werden. Besonders wirksam sind Ausdauersportarten wie Joggen und Radfahren. Viele Patienten mit chronischem Spannungskopfschmerz schw√∂ren auf die Akupunktur. Die Akupunktur-Therapie wurde in vielen Studien bereits genau unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse der Studien wurden im Jahr 2009 in einer Metaanalyse zusammengefasst. Zahlreiche Forscher sind sich einig, dass die Akupunktur bei chronischem Spannungskopfschmerz durchaus effektiv ist. Die Kombination aus Akupunktur und medikament√∂ser Behandlung hat vielen Patienten besser geholfen als die Medikation ohne begleitende Akupunkturbehandlungen.

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Der episodische Spannungskopfschmerz kann eigenst√§ndig behandelt werden. Allerdings sollte ein Haus- bzw. Allgemeinarzt aufgesucht werden, wenn die Schmerzintensit√§t ungewohnt stark ansteigt, sich die Kopfschmerzen oft wiederholen und mehrere Tage anhalten sowie Begleitbeschwerden wie Fieber, √úbelkeit, Erbrechen, Seh-, Sprach- und Gleichgewichtsst√∂rungen auftreten. Der Arzt wird sich bestimmt umfassend nach den Beschwerden und dem Gebrauch von Kopfschmerztabletten erkunden. Er sollte die Betroffenen au√üerdem genau √ľber die Einnahme der verschriebenen Medikamente informieren. Anschlie√üend wird eine gr√ľndliche k√∂rperliche Untersuchung statt finden. In den meisten F√§llen sind keine weiteren, spezielleren Tests n√∂tig. Um herauszufinden, welche Ursache die Kopfschmerzen haben, sollte der Patient ein sogenanntes Kopfschmerztagebuch f√ľhren. Dieses gibt nach sorgf√§ltiger F√ľhrung relativ schnell an, in welchen Situationen die Kopfschmerzen am h√§ufigsten auftreten.

√úbrigens: Wer zu zu oft nach Schmerztabletten greift, kann die Kopfschmerzen verschlimmern. Dieser Prozess wird in der Medizin als medikamenteninduzierter Kopfschmerz bezeichnet. Das Schmerzmedikament zeigt dann bei Einnahme keine Wirkung mehr. Fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker, wenn Sie sich nicht sicher sind, welche Menge an Schmerztabletten Sie ohne Risiko einnehmen d√ľrfen.