Freitag, 6. März 2015

Stillen

MĂ€rz 4, 2010 by  
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© id-foto.de - Fotolia.comMit Hilfe des Stillens kann die Mutter ihr neugeborenes Kind auf natĂŒrliche Weise ernĂ€hren. Die Muttermilch enthĂ€lt alle wichtigen NĂ€hrstoffe, die das Kind bis zum 6. Monat braucht, zudem wird es ĂŒber die Milch mit ausreichend FlĂŒssigkeit versorgt. Zudem hat die Mutter durch das Stillen keine zusĂ€tzlichen Kosten und die Milch ist jederzeit an jedem Ort verfĂŒgbar. Die Muttermilch muss des weiteren nicht extra zubereitet werden, daher entfallen alle TĂ€tigkeiten, die fĂŒr die Zubereitung der Flaschenmilch nötig sind (zum Beispiel Wasser kochen, Flaschen sĂ€ubern, Kontrolle der Trinktemperatur).

Zahlreiche Studien konnten bisher belegen, dass die Muttermilch das Risiko von Allergien senken kann. In der Muttermilch befinden sich außerdem die wichtigen körpereigenen Abwehrstoffe, welche die Mutter im Laufe ihres Lebens gebildet hat. Die Antikörper bewahren den SĂ€ugling einige Wochen davor, an Infektionen zu erkranken, zumindest lĂ€sst sich nachweisen, dass Babys, welche gestillt werden, seltener an Infektionen des Magen-Darm-Traktes, der Luftwege, des Mittelohrs, der Harnwege und der HirnhĂ€ute erkranken. Sogar bis ins Schulalter scheinen die Antikörper das Kind zu schĂŒtzen, obwohl zu dem Zeitpunkt die Stillzeit schon einige Jahre zurĂŒck liegt.

Die Zusammensetzung der Muttermilch ist genau auf die BedĂŒrfnisse des SĂ€uglings abgestimmt. Die wichtigen NĂ€hrstoffe sind in dieser Konzentration weder in Kuhmilch noch in Ziegen-, Stuten- oder Schafsmilch enthalten. Folgende Tabelle zeigt eine Übersicht ĂŒber die Zusammensetzung der Muttermilch, Kuhmilch und Flaschennahrung:

Eiweiß: Muttermilch 1,1% Kuhmilch3,5% Flaschennahrung 1,4%

  • davon Casein: Muttermilch 40% Kuhmilch 82% Flaschennahrung 40%

  • davon Molke: Muttermilch 60% Kuhmilch 18% Flaschennahrung 60%

Kohlenhydrate: Muttermilch 7% Kuhmilch 4,8% Flaschennahrung 7,5%

Fette: Muttermilch 3,5 bis 4% Kuhmilch 3,5% Flaschennahrung 3,7%

Mineralstoffe: Muttermilch 0,3% Kuhmilch 0,7% Flaschennahrung 0,3%

Sonstiges: Die Muttermilch enthĂ€lt darĂŒber hinaus Antikörper, Substanzen, die das Allergierisiko senken, zahlreiche Vitamine.

Zudem sind sich einige Mediziner einig, dass die Stillzeit die Beziehung zwischen Mutter und Kind stĂ€rkt. Zudem mĂŒssen sich unerfahrene, junge MĂŒtter keine Sorgen machen, ob die SĂ€uglingsnahrung richtig zubereitet wurde. DarĂŒber hinaus, wird das wehenanregende Hormon Oxytocin frei gesetzt, welches fĂŒr die RĂŒckbildung der GebĂ€rmutter im Wochenbett verantwortlich ist und das Risiko des Wochenbettfiebers senkt. Auch auf die Figur der Mutter hat das Stillen eine positive Wirkung: da das Stillen sowie die Milchproduktion Energie verbrauchen, nehmen MĂŒtter nach der Geburt schneller ab.

Der Saugreflex des Kindes setzt schon kurz nach der Geburt ein, ein idealer Zeitpunkt, um mit dem Stillen zu beginnen. Oft zeigt die Hebamme bereits im Kreißsaal, wie das richtige Stillen funktioniert. In den nĂ€chsten Tagen werden sich Mutter und Kind aneinander gewöhnen und das Stillen wird sich zunehmend besser gestalten. Dennoch wird die Hebamme oder Krankenschwester bei Fragen und Problemen unterstĂŒtzend zur Seite stehen. Des weiteren pendelt sich der Stillrhythmus langsam ein. Viele Mineralstoffe und Vitamine sind in der Muttermilch in grĂ¶ĂŸerer Menge allerdings nur vorhanden, wenn die stillende Mutter selbst auf eine ausreichende Zufuhr wichtiger Mineralstoffe und Vitamine achtet. Hierbei kann die Einnahme von ZusatzprĂ€paraten sinnvoll sein.

Nur selten ist das Stillen nur eingeschrĂ€nkt oder gar nicht möglich, die ist zum Beispiel der Fall, wenn zu wenig Milch vorhanden ist. Informieren Sie den Arzt oder die Hebamme darĂŒber. Dann sollte die ErnĂ€hrung in den ersten Wochen oder Monaten auf eine geeignete Flaschennahrung umgestellt werden. Diese sollte die wichtigsten Inhaltsstoffe enthalten, welche sich auch in der Muttermilch befinden. Die genaue Zusammensetzung der Muttermilch kann aber nicht zubereitet werden.

Besonderheiten in der Stillzeit:

Milcheinschuss: Der Milcheinschuss findet in den ersten Tagen nach der Entbindung statt. Die Milch, welche in denBrustdrĂŒsenzellen gebildet wird, gelangt in die MilchgĂ€nge. Dabei ist die Brust gespannt, zudem klagen viele MĂŒtter ĂŒber Schmerzen. Selten bekommt die Frau wĂ€hrend des Milcheinschusses Fieber. Die Beschwerden bessern sich jedoch mit dem Stillen, deshalb sollten MĂŒtter das Neugeborene hĂ€ufig anlegen. Sind die Schmerzen zu stark, wird das Stillen vorerst nĂ€mlich als sehr unangenehm empfunden. Ist die Brust heiß, spannt und schmerzt sie, helfen oft kĂŒhle UmschlĂ€ge.

Milchstau: Der Milchstau entsteht oft, wenn die Brust nicht richtig entleert wird, sofern das Kind beispielsweise eine TrinkschwĂ€che aufweist. Ein Hinweis hierfĂŒr ist, wenn die Brust stark gespannt und gerötet ist. Eine Behandlung (ĂŒblicherweise mit einer Milchpumpe) ist dann notwendig, damit der Milchstau nicht zu einer EntzĂŒndung fĂŒhrt. Durch das Abpumpen kann die Brust entleert und anschließend gekĂŒhlt werden. Der Rat der Hebamme ist wichtig, da die Ursachen fĂŒr den Milchstau ganz verschieden sein können.

BrustdrĂŒsenentzĂŒndung (Mastitis): WĂ€hrend der gesamten Stillzeit kann es zur EntzĂŒndung der BrustdrĂŒsen kommen. Oft ist die Brust in einem bestimmten Bereich gerötet, manchmal bekommen die Betroffenen Fieber. Bei Auftreten einer BrustdrĂŒsenentzĂŒndung sollte die Hebamme oder der Arzt schleunigst informiert werden.

Stillen, wie lange/ Abstillen: Die Frau kann jederzeit – sofern dies gewĂŒnscht wird – die Stillzeit beenden. Hierbei eignet sich, die Mahlzeiten ĂŒber einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren und gleichzeitig immer mehr Babynahrung dem Alter entsprechend zuzufĂŒhren. Die Meinungen ĂŒber die richtige Dauer gehen dabei weit auseinander. Manche Ärzte empfehlen, bereits nach 4 bis 6 Monaten mit der Beikost anzufangen. Einige MĂŒtter stillen dagegen etwa ein Jahr. Nur selten muss das Abstillen schnell „passieren“, wenn zum Beispiel gesundheitliche Probleme auftreten. Ein bestimmtes Medikament kann die Produktion der Milch in diesem Fall hemmen.

Tipps fĂŒr das Stillen:

  1. Probleme zu Beginn der Stillzeit sind ganz normal. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, die richtige Technik setzt beim Üben ein.

  2. Halten Sie den Mund weit geöffnet, wenn Sie das Kind anlegen.

  3. Sorgen Sie dafĂŒr, dass Ihr Kind ausreichend Luft durch die Nase bekommt.

  4. Legen Sie das Kind bei den ersten Hungeranzeichen an (Unruhe, Finger im Mund). FrĂŒhchen oder kleine SĂ€uglinge (unter sieben Prozent) sollten etwa alle zwei bis drei Stunden geweckt werden.

  5. Nuckeln an der Brust unterbinden, da diesdie Brustwarzen enorm beansprucht.

  6. Die Brustwarzen sollten mit Wasser (eventuell mit Seife) und einer Lanolinsalbe regelmĂ€ĂŸig gepflegt werden.

  7. Optimal sind feste Stillzeiten. Das Anlegen des Kindes reicht etwa alle drei bis vier Stunden aus. Rechnen Sie fĂŒr das Stillen ca. 20 bis 30 Minuten ein.

  8. Reichlich Trinken, geeignet sind FrĂŒchtetees, Mineralwasser und spezielle Stilltees.

  9. Sorgen Sie fĂŒr eine ruhige AtmosphĂ€re beim Stillen.