Donnerstag, 24. April 2014

Stillen

März 4, 2010 by  
Filed under Schwangerschaft

© id-foto.de - Fotolia.comMit Hilfe des Stillens kann die Mutter ihr neugeborenes Kind auf natürliche Weise ernähren. Die Muttermilch enthält alle wichtigen Nährstoffe, die das Kind bis zum 6. Monat braucht, zudem wird es über die Milch mit ausreichend Flüssigkeit versorgt. Zudem hat die Mutter durch das Stillen keine zusätzlichen Kosten und die Milch ist jederzeit an jedem Ort verfügbar. Die Muttermilch muss des weiteren nicht extra zubereitet werden, daher entfallen alle Tätigkeiten, die für die Zubereitung der Flaschenmilch nötig sind (zum Beispiel Wasser kochen, Flaschen säubern, Kontrolle der Trinktemperatur).

Zahlreiche Studien konnten bisher belegen, dass die Muttermilch das Risiko von Allergien senken kann. In der Muttermilch befinden sich außerdem die wichtigen körpereigenen Abwehrstoffe, welche die Mutter im Laufe ihres Lebens gebildet hat. Die Antikörper bewahren den Säugling einige Wochen davor, an Infektionen zu erkranken, zumindest lässt sich nachweisen, dass Babys, welche gestillt werden, seltener an Infektionen des Magen-Darm-Traktes, der Luftwege, des Mittelohrs, der Harnwege und der Hirnhäute erkranken. Sogar bis ins Schulalter scheinen die Antikörper das Kind zu schützen, obwohl zu dem Zeitpunkt die Stillzeit schon einige Jahre zurück liegt.

Die Zusammensetzung der Muttermilch ist genau auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt. Die wichtigen Nährstoffe sind in dieser Konzentration weder in Kuhmilch noch in Ziegen-, Stuten- oder Schafsmilch enthalten. Folgende Tabelle zeigt eine Übersicht über die Zusammensetzung der Muttermilch, Kuhmilch und Flaschennahrung:

Eiweiß: Muttermilch 1,1% Kuhmilch3,5% Flaschennahrung 1,4%

  • davon Casein: Muttermilch 40% Kuhmilch 82% Flaschennahrung 40%

  • davon Molke: Muttermilch 60% Kuhmilch 18% Flaschennahrung 60%

Kohlenhydrate: Muttermilch 7% Kuhmilch 4,8% Flaschennahrung 7,5%

Fette: Muttermilch 3,5 bis 4% Kuhmilch 3,5% Flaschennahrung 3,7%

Mineralstoffe: Muttermilch 0,3% Kuhmilch 0,7% Flaschennahrung 0,3%

Sonstiges: Die Muttermilch enthält darüber hinaus Antikörper, Substanzen, die das Allergierisiko senken, zahlreiche Vitamine.

Zudem sind sich einige Mediziner einig, dass die Stillzeit die Beziehung zwischen Mutter und Kind stärkt. Zudem müssen sich unerfahrene, junge Mütter keine Sorgen machen, ob die Säuglingsnahrung richtig zubereitet wurde. Darüber hinaus, wird das wehenanregende Hormon Oxytocin frei gesetzt, welches für die Rückbildung der Gebärmutter im Wochenbett verantwortlich ist und das Risiko des Wochenbettfiebers senkt. Auch auf die Figur der Mutter hat das Stillen eine positive Wirkung: da das Stillen sowie die Milchproduktion Energie verbrauchen, nehmen Mütter nach der Geburt schneller ab.

Der Saugreflex des Kindes setzt schon kurz nach der Geburt ein, ein idealer Zeitpunkt, um mit dem Stillen zu beginnen. Oft zeigt die Hebamme bereits im Kreißsaal, wie das richtige Stillen funktioniert. In den nächsten Tagen werden sich Mutter und Kind aneinander gewöhnen und das Stillen wird sich zunehmend besser gestalten. Dennoch wird die Hebamme oder Krankenschwester bei Fragen und Problemen unterstützend zur Seite stehen. Des weiteren pendelt sich der Stillrhythmus langsam ein. Viele Mineralstoffe und Vitamine sind in der Muttermilch in größerer Menge allerdings nur vorhanden, wenn die stillende Mutter selbst auf eine ausreichende Zufuhr wichtiger Mineralstoffe und Vitamine achtet. Hierbei kann die Einnahme von Zusatzpräparaten sinnvoll sein.

Nur selten ist das Stillen nur eingeschränkt oder gar nicht möglich, die ist zum Beispiel der Fall, wenn zu wenig Milch vorhanden ist. Informieren Sie den Arzt oder die Hebamme darüber. Dann sollte die Ernährung in den ersten Wochen oder Monaten auf eine geeignete Flaschennahrung umgestellt werden. Diese sollte die wichtigsten Inhaltsstoffe enthalten, welche sich auch in der Muttermilch befinden. Die genaue Zusammensetzung der Muttermilch kann aber nicht zubereitet werden.

Besonderheiten in der Stillzeit:

Milcheinschuss: Der Milcheinschuss findet in den ersten Tagen nach der Entbindung statt. Die Milch, welche in denBrustdrüsenzellen gebildet wird, gelangt in die Milchgänge. Dabei ist die Brust gespannt, zudem klagen viele Mütter über Schmerzen. Selten bekommt die Frau während des Milcheinschusses Fieber. Die Beschwerden bessern sich jedoch mit dem Stillen, deshalb sollten Mütter das Neugeborene häufig anlegen. Sind die Schmerzen zu stark, wird das Stillen vorerst nämlich als sehr unangenehm empfunden. Ist die Brust heiß, spannt und schmerzt sie, helfen oft kühle Umschläge.

Milchstau: Der Milchstau entsteht oft, wenn die Brust nicht richtig entleert wird, sofern das Kind beispielsweise eine Trinkschwäche aufweist. Ein Hinweis hierfür ist, wenn die Brust stark gespannt und gerötet ist. Eine Behandlung (üblicherweise mit einer Milchpumpe) ist dann notwendig, damit der Milchstau nicht zu einer Entzündung führt. Durch das Abpumpen kann die Brust entleert und anschließend gekühlt werden. Der Rat der Hebamme ist wichtig, da die Ursachen für den Milchstau ganz verschieden sein können.

Brustdrüsenentzündung (Mastitis): Während der gesamten Stillzeit kann es zur Entzündung der Brustdrüsen kommen. Oft ist die Brust in einem bestimmten Bereich gerötet, manchmal bekommen die Betroffenen Fieber. Bei Auftreten einer Brustdrüsenentzündung sollte die Hebamme oder der Arzt schleunigst informiert werden.

Stillen, wie lange/ Abstillen: Die Frau kann jederzeit – sofern dies gewünscht wird – die Stillzeit beenden. Hierbei eignet sich, die Mahlzeiten über einen bestimmten Zeitraum zu reduzieren und gleichzeitig immer mehr Babynahrung dem Alter entsprechend zuzuführen. Die Meinungen über die richtige Dauer gehen dabei weit auseinander. Manche Ärzte empfehlen, bereits nach 4 bis 6 Monaten mit der Beikost anzufangen. Einige Mütter stillen dagegen etwa ein Jahr. Nur selten muss das Abstillen schnell „passieren“, wenn zum Beispiel gesundheitliche Probleme auftreten. Ein bestimmtes Medikament kann die Produktion der Milch in diesem Fall hemmen.

Tipps für das Stillen:

  1. Probleme zu Beginn der Stillzeit sind ganz normal. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, die richtige Technik setzt beim Üben ein.

  2. Halten Sie den Mund weit geöffnet, wenn Sie das Kind anlegen.

  3. Sorgen Sie dafür, dass Ihr Kind ausreichend Luft durch die Nase bekommt.

  4. Legen Sie das Kind bei den ersten Hungeranzeichen an (Unruhe, Finger im Mund). Frühchen oder kleine Säuglinge (unter sieben Prozent) sollten etwa alle zwei bis drei Stunden geweckt werden.

  5. Nuckeln an der Brust unterbinden, da diesdie Brustwarzen enorm beansprucht.

  6. Die Brustwarzen sollten mit Wasser (eventuell mit Seife) und einer Lanolinsalbe regelmäßig gepflegt werden.

  7. Optimal sind feste Stillzeiten. Das Anlegen des Kindes reicht etwa alle drei bis vier Stunden aus. Rechnen Sie für das Stillen ca. 20 bis 30 Minuten ein.

  8. Reichlich Trinken, geeignet sind Früchtetees, Mineralwasser und spezielle Stilltees.

  9. Sorgen Sie für eine ruhige Atmosphäre beim Stillen.