Sonntag, 29. März 2015

Verstopfung

Januar 29, 2010 by  
Filed under Magen-Darm-Beschwerden

Verstopfung (Obstipation) kommt relativ hĂ€ufig vor. Bis zu 25 Prozent der BundesbĂŒrger sind davon betroffen, Frauen aber zwei bis drei Mal so hĂ€ufig wie MĂ€nner.

TÀglicher Stuhlgang ist nicht nötig, um rundum gesund zu sein. Wie oft angenommen, kommt es keinesfalls zu einer inneren Vergiftung. Normal sind drei StuhlgÀnge pro Tag bis drei StuhlgÀnge pro Woche.

Symptome: Wer unter Verstopfung leidet, hat weniger als drei Mal pro Woche Stuhlgang. Trotz Völle- und Druckbeschwerden ist die Entleerung nicht vollstÀndig. Der Stuhl ist zudem klumpig oder hart. Verstopfung geht zudem oft mit Flatulenz einher.

Ursachen: Verschiedene Faktoren können Verstopfung auslösen. Oft hĂ€ngen Verdauungsstörungen aber mit der ErnĂ€hrung und mit den LebensumstĂ€nden zusammen. Verstopfung ist ein vorĂŒbergehendes Problem, bei manchen Patienten kommt sie aber immer wieder. Die chronische, unnachgiebige Obstipation kann infolge einer neurologischen Erkrankung wie zum Beispiel Morbus Parkinson entstehen oder etwa bei hormonellen Störungen wie Hypothyreose. Selbst bestimmte Medikamente kommen als mögliche Ursache in Frage. Weitere verstopfungsauslösende Faktoren sind VerĂ€nderungen im Darmbereich, wie zum Beispiel Vernarbungen nach einer Operation oder Verengung des Darmdurchganges bei einer EntzĂŒndung des Darms sowie eine Analfissur oder ein Abszess im Afterbereich. Da letzteres starke Schmerzen beim Stuhlgang verursacht, wird dieser oftmals unterdrĂŒckt.

Die Apotheke hilft: Die Apotheke bietet ein breites Spektrum an Produkten, die sowohl bei der chronischen als auch bei der akuten Obstipation helfen. AbfĂŒhrmittel wirken in den meisten FĂ€llen recht gut, sie können das Darmvolumen erhöhen, die Darmbewegung steigern oder die GleitfĂ€higkeit des Darminhalts verbessern. Produkte mit AuszĂŒgen aus Heilpflanzen wie Aloe, SennesblĂ€ttern oder Faulbaumrinde sowie die chemischen Wirkstoffe Bisacodyl und Natriumpicosulfat steigern den Wassereinstrom in den Dickdarm, dabei wird dem Darminhalt Wasser entzogen. Durch das erweiterte Darmvolumen wird der Stuhlgang angeregt. Allerdings kann es zu Nebenwirkungen in Form von Magen-Darm-Beschwerden kommen. Eine lĂ€ngere Anwendung kann sogar zu Elektrolytverlust fĂŒhren, was wiederum die Verstopfung begĂŒnstigt. Pflanzliche FĂŒll- und Quellmittel wie zum Beispiel der Indische Flohsamen können die DarmaktivitĂ€t ĂŒber Volumenzunahme fördern. Bei der Einnahme ist es enorm wichtig, viel zu trinken. Durch den bakteriellen Abbau werden Gase produziert, die zu unangenehmen BlĂ€hungen fĂŒhren können. GlycerinzĂ€pfchen dagegen verbessern die GleitfĂ€higkeit des FĂ€zes. Eine Ă€hnliche Wirkung erzielen ZĂ€pfchen mit Natriumhydrogencarbonat, indem sie das Volumen erhöhen. Alternativ können Zuckerverbindungen wie Lactulose eingenommen werden. Das Volumen wird erhöht, indem die Darmbakterien die Lactulose zersetzen. Zu Beginn der Medikation sind ein schmieriger Stuhl und BlĂ€hungen keine Seltenheit, bei der langfristigen Medikation entsteht ein Gewöhnungseffekt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Macrogolen (Polyethylenglykole), die sowohl bei der akuten als auch bei der chronischen Verstopfung effektiv sind. Diese Wirkstoffe können FlĂŒssigkeit sehr gut binden und wirken demnach ebenfalls volumensteigernd. Ein Vorteil dieser PrĂ€parate ist die besonders gute VertrĂ€glichkeit, da sie im Gegensatz zu anderen AbfĂŒhrmitteln nicht vom Körper aufgenommen werden. Eine Kombination aus Macrogolen und Elektrolyten verhindern außerdem den Mineralstoffverlust, der mit diversen anderen AbfĂŒhrmitteln einher geht.

Was Sie noch tun können:

  • Stuhlgang nicht unterdrĂŒcken

  • Ballaststoffreiche Speisen

  • Viel Trinken!

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Verstopfung ist keine eigenstĂ€ndige Krankheit sondern ein Symptom mit verschiedenen Ursachen. Halten die Beschwerden mehr als vier Wochen an, muss ein Arzt ausgesucht werden. Ein Arztbesuch sollte außerdem bei folgenden Alarmzeichen erfolgen:

  • Bauchschmerzen: plötzliche Beschwerden bei einer bereits bestehenden Verstopfung

  • Blut im Stuhl

  • Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust

Der Arzt wird sich ĂŒber die Lebensgewohnheiten und ErnĂ€hrung informieren. Er wird sich außerdem darĂŒber erkundigen, wann die Beschwerden begonnen haben, ob sich in der Zeit etwas verĂ€ndert hat, welche Medikamente eingenommen wurden und ob weitere Beschwerden die Verstopfung begleiten. Anschließend wird der Arzt eine Ultraschalluntersuchung des Bauches vornehmen. Des weiteren werden After und Analkanal kontrolliert. HĂ€ufig sind auch eine Blutuntersuchung und eine Stuhlprobe sinnvoll. Selten ist eine Darmspiegelung nötig.

Übrigens: Lange Zeit wurde angenommen, dass mehr Bewegung die Verstopfung lösen kann. Studien zeigen aber, dass sich viele Betroffene nicht weniger bewegen als gesunde Menschen. Auch eine ErnĂ€hrungsumstellung hilft nicht zwangslĂ€ufig. Allerdings sollten Patienten den Genuss von Nahrungsmitteln wie Bananen, Kakao, Schokolade, schwarzer Tee Karottensaft und Heidelbeeren vermeiden, da diese die Verstopfung begĂŒnstigen.