Freitag, 28. November 2014

Verletzungen

Januar 18, 2010 by  
Filed under Erste Hilfe

Nicht ohne Grund heißt es, dass sich die meisten Menschen im Alltag verletzen: Fallen lauern im Haushalt, auf der Arbeit und in der Freizeit. Um Infektionen zu vermeiden, ist eine schnelle und gründliche Erstversorgung notwendig. Zudem wird dadurch die Wundheilung beschleunigt und unschönen Narben vorgebeugt. Häufig lassen sich kleinere Schnitt- und Schürfwunden selbst versorgen. Über eine Haus- und Reiseapotheke mit dem richtigen Sortiment an Pflastern, Medikamenten und Co. sollte jeder verfügen.

Symptome und Ursachen:

  • Schnitte rufen oft stark blutende Wunden mit glatten Wundrändern hervor. Kleine Wunden kann man ruhig etwas bluten lassen, denn dadurch werden Keime ausgeschwemmt. Anschließend mit einem Pflaster oder einer sterilen Kompresse und Verband vor Dreck von außen schützen. Größere Wunden müssen entweder von einem Arzt genäht oder mit einem Klammerpflaster zusammengehalten werden.

  • Schürfwunden bluten kaum, sind aber oftmals sehr schmerzhaft und verunreinigt. Da sich Schürfwunden schnell infizieren, sollte die Wunde mit reichlich Leitungswasser abgespült und anschließend desinfiziert werden. Kleinere Schürfwunden heilen an der Luft besser, größere sollten mit einem Pflaster, das die komplette Wunde abdeckt, geschützt werden.

  • Ob Bisswunden tief sind, hängt oft von der Größe des Tieres und von seinem Gebiss ab. Das Infektionsrisiko ist hoch, da der Speichel von Tieren unzählige Erreger enthält. Deshalb muss in diesem Fall sofort ein Arzt aufgesucht werden.

  • Platzwunden entstehen durch stumpfe Gewalt wie zum Beispiel durch einen Sturz auf den Hinterkopf. Kennzeichnend sind ungleichmäßige Wundränder und eine starke Blutung. Je nachdem wie groß die Verletzung ist, muss die Wunde genäht oder geklebt werden.

  • Quetschwunden entstehen, wenn das Gewebe gewaltsam zusammengedrückt wird wie zum Beispiel bei einem eingeklemmten Finger. Oft sind Blutergüsse die Folge.

  • Risswunden dagegen werden von spitzen Gegenständen verursacht, indem man beispielsweise an einem Stacheldrahtzaun hängen bleibt. Das Gewebe reißt und Infektionen können leicht entstehen.

Erste Hilfe: Wunden können ideal unter fließendem kaltem Wasser gesäubert werden. Sichtbare Verunreinigungen können mit Hilfe von Pinzetten oder Tupfer entfernt werden. Tief liegenden Schmutz reinigt der Arzt. Danach kann die Wunde desinfiziert und je nach Größe mit einem Pflaster abgedeckt werden. Stark blutende Wunden müssen – bis der Arzt eintrifft – sofort mit einem Druckverband versorgt werden. Bei der Behandlung Fremder stets Einmalhandschuhe tragen!

Die Apotheke hilft: Kleine harmlose Wunden reinigen, desinfizieren und mit einem Pflaster versorgen. Hierfür bietet die Apotheke optimale Desinfektionsmittel mit Wirkstoffen auf Jodbasis (PVP-Jod), Octenidin oder Chlorhexidindigluconat, die kaum brennen.

Pflaster gibt es in verschiedenen Formen: einige sind wasserfest, vorgeschnitten oder am Stück und speziell für empfindliche Haut geeignet. Pflaster mit Silberauflage wirken antibakteriell und können auch präventiv eingesetzt werden, um Entzündungen vorzubeugen. Hydrogel- und Hydrokolloidpflaster sind insbesondere bei nässenden Wunden sinnvoll. Sie unterstützen den Heilungsprozess und halten mehrere Tage auf der Haut. Zudem ist das Heilungsklima optimal und Wunden werden nicht verklebt. Sprühpflaster können bei nicht-blutenden Wunden eingesetzt werden und sind ideal an beweglichen Körperteilen. Schürfwunden werden mit diesen besonderen Pflastern oft versorgt. Bei Blasen helfen dagegen spezielle Blasenpflaster, deren Gelkissen die Schmerzen lindern – selbst bei offenen Blasen. Diese sollten übrigens nie selbst geöffnet werden, da hierbei schnell Entzündungen entstehen.

Kleine Wunden wie Schürfwunden lassen sich bestens mit Wundgelen oder Wundheilsalben behandeln, welche die Wirkstoffe Dexpanthenol, Zink und Lebertran oder Ringelblumenextrakte enthalten. Diese unterstützen den Genesungsprozess. Ist die Wunde bereits zugeheilt, kann ein Narbenspezifikum angewendet werden, dass die Narbenbildung positiv beeinflusst. Kombinationen aus Zwiebelextrakt, Heparin und Allantoin haben sich hierfür oft bewährt. Die Narbe passt sich dem gesunden Gewebe an und wird mit reichlich Feuchtigkeit gespeist. Besonders bei Narben an Gelenken wird die Beweglichkeit verbessert. Stumpfe Verletzungen, die Blutergüsse mit sich ziehen, lassen sich ideal mit Arnika- und Beinwellmischungen sowie heparinhaltigen Salben therapieren. Da eine Wundheilung bis zu zwei Jahre dauern kann, müssen Narbensalben über eine längere Zeit konsequent angewendet werden.Desinfektionsmittel nur akut anwenden, da sie die Wundheilung beeinflussen. Niemals Puder auf tiefe oder nässende Wunden auftragen, hierbei droht die Gefahr der Infektion. Pflaster täglich wechseln.

Reicht ein Pflaster bei großen Verletzungen nicht aus, können sterile Wundauflagen mit einer Mullbinde verwendet werden.

Was Sie noch tun können: Eine gut ausgestattete Hausapotheke sollte Folgendes enthalten

  • Verbandsmull, Mullbinden und Verbandspäckchen

  • Pflaster sowie sterile Kompressen

  • Desifektionsmittel, Wund- und Narbensalbe

  • Verbandsschere, Splitterpinzette

  • Kühlkompresse für stumpfe Verletzungen

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Jede Platz- und Bisswunde sowie schwerwiegendere Riss-, Schnitt- und Quetschwunden sollten vom Arzt behandelt werden. Rötet sich die Wunde, wird sie eitrig oder schwillt an, muss ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Der Fachmann sollte ebenfalls informiert werden, wenn die letzte Tetanus-Impfung länger als 10 Jahre her ist. Der Arzt wird sich erkundigen, wie die Verletzung entstanden ist sowie Beweglichkeit, Gefühl und Durchblutung kontrollieren. Zudem wird er die Wunde genau untersuchen, eventuelle Verunreinigungen entfernen und desinfizieren. Je nach Ausmaß der Verletzung muss die Wunde genäht, geklammert oder geklebt werden.

Übrigens: Für die Erstversorgung bei stumpfen Verletzungen gilt die PECH-Regel

  • Pause: Der verwundete Körperbereich wird ruhig gestellt.

  • Eis: Die stumpfe Verletzung 15 bis 20 Minuten lang kühlen. Eis sollte aber niemals direkt die Haut berühren, deshalb ein Tuch dazwischen legen. Eissprays nur bei unbeschädigter Haut anwenden.

  • Compression: Ein leichter Kompressionsverband hemmt die Schwellung. Vorsicht: nicht zu straff anlegen!

  • Hochlegen: Der verletze Körperteil sollte stets höher liegen als das Herz.