Dienstag, 3. Mńrz 2015

Verletzungen

Januar 18, 2010 by  
Filed under Erste Hilfe

Nicht ohne Grund hei├čt es, dass sich die meisten Menschen im Alltag verletzen: Fallen lauern im Haushalt, auf der Arbeit und in der Freizeit. Um Infektionen zu vermeiden, ist eine schnelle und gr├╝ndliche Erstversorgung notwendig. Zudem wird dadurch die Wundheilung beschleunigt und unsch├Ânen Narben vorgebeugt. H├Ąufig lassen sich kleinere Schnitt- und Sch├╝rfwunden selbst versorgen. ├ťber eine Haus- und Reiseapotheke mit dem richtigen Sortiment an Pflastern, Medikamenten und Co. sollte jeder verf├╝gen.

Symptome und Ursachen:

  • Schnitte rufen oft stark blutende Wunden mit glatten Wundr├Ąndern hervor. Kleine Wunden kann man ruhig etwas bluten lassen, denn dadurch werden Keime ausgeschwemmt. Anschlie├čend mit einem Pflaster oder einer sterilen Kompresse und Verband vor Dreck von au├čen sch├╝tzen. Gr├Â├čere Wunden m├╝ssen entweder von einem Arzt gen├Ąht oder mit einem Klammerpflaster zusammengehalten werden.

  • Sch├╝rfwunden bluten kaum, sind aber oftmals sehr schmerzhaft und verunreinigt. Da sich Sch├╝rfwunden schnell infizieren, sollte die Wunde mit reichlich Leitungswasser abgesp├╝lt und anschlie├čend desinfiziert werden. Kleinere Sch├╝rfwunden heilen an der Luft besser, gr├Â├čere sollten mit einem Pflaster, das die komplette Wunde abdeckt, gesch├╝tzt werden.

  • Ob Bisswunden tief sind, h├Ąngt oft von der Gr├Â├če des Tieres und von seinem Gebiss ab. Das Infektionsrisiko ist hoch, da der Speichel von Tieren unz├Ąhlige Erreger enth├Ąlt. Deshalb muss in diesem Fall sofort ein Arzt aufgesucht werden.

  • Platzwunden entstehen durch stumpfe Gewalt wie zum Beispiel durch einen Sturz auf den Hinterkopf. Kennzeichnend sind ungleichm├Ą├čige Wundr├Ąnder und eine starke Blutung. Je nachdem wie gro├č die Verletzung ist, muss die Wunde gen├Ąht oder geklebt werden.

  • Quetschwunden entstehen, wenn das Gewebe gewaltsam zusammengedr├╝ckt wird wie zum Beispiel bei einem eingeklemmten Finger. Oft sind Bluterg├╝sse die Folge.

  • Risswunden dagegen werden von spitzen Gegenst├Ąnden verursacht, indem man beispielsweise an einem Stacheldrahtzaun h├Ąngen bleibt. Das Gewebe rei├čt und Infektionen k├Ânnen leicht entstehen.

Erste Hilfe: Wunden k├Ânnen ideal unter flie├čendem kaltem Wasser ges├Ąubert werden. Sichtbare Verunreinigungen k├Ânnen mit Hilfe von Pinzetten oder Tupfer entfernt werden. Tief liegenden Schmutz reinigt der Arzt. Danach kann die Wunde desinfiziert und je nach Gr├Â├če mit einem Pflaster abgedeckt werden. Stark blutende Wunden m├╝ssen ÔÇô bis der Arzt eintrifft ÔÇô sofort mit einem Druckverband versorgt werden. Bei der Behandlung Fremder stets Einmalhandschuhe tragen!

Die Apotheke hilft: Kleine harmlose Wunden reinigen, desinfizieren und mit einem Pflaster versorgen. Hierf├╝r bietet die Apotheke optimale Desinfektionsmittel mit Wirkstoffen auf Jodbasis (PVP-Jod), Octenidin oder Chlorhexidindigluconat, die kaum brennen.

Pflaster gibt es in verschiedenen Formen: einige sind wasserfest, vorgeschnitten oder am St├╝ck und speziell f├╝r empfindliche Haut geeignet. Pflaster mit Silberauflage wirken antibakteriell und k├Ânnen auch pr├Ąventiv eingesetzt werden, um Entz├╝ndungen vorzubeugen. Hydrogel- und Hydrokolloidpflaster sind insbesondere bei n├Ąssenden Wunden sinnvoll. Sie unterst├╝tzen den Heilungsprozess und halten mehrere Tage auf der Haut. Zudem ist das Heilungsklima optimal und Wunden werden nicht verklebt. Spr├╝hpflaster k├Ânnen bei nicht-blutenden Wunden eingesetzt werden und sind ideal an beweglichen K├Ârperteilen. Sch├╝rfwunden werden mit diesen besonderen Pflastern oft versorgt. Bei Blasen helfen dagegen spezielle Blasenpflaster, deren Gelkissen die Schmerzen lindern ÔÇô selbst bei offenen Blasen. Diese sollten ├╝brigens nie selbst ge├Âffnet werden, da hierbei schnell Entz├╝ndungen entstehen.

Kleine Wunden wie Sch├╝rfwunden lassen sich bestens mit Wundgelen oder Wundheilsalben behandeln, welche die Wirkstoffe Dexpanthenol, Zink und Lebertran oder Ringelblumenextrakte enthalten. Diese unterst├╝tzen den Genesungsprozess. Ist die Wunde bereits zugeheilt, kann ein Narbenspezifikum angewendet werden, dass die Narbenbildung positiv beeinflusst. Kombinationen aus Zwiebelextrakt, Heparin und Allantoin haben sich hierf├╝r oft bew├Ąhrt. Die Narbe passt sich dem gesunden Gewebe an und wird mit reichlich Feuchtigkeit gespeist. Besonders bei Narben an Gelenken wird die Beweglichkeit verbessert. Stumpfe Verletzungen, die Bluterg├╝sse mit sich ziehen, lassen sich ideal mit Arnika- und Beinwellmischungen sowie heparinhaltigen Salben therapieren. Da eine Wundheilung bis zu zwei Jahre dauern kann, m├╝ssen Narbensalben ├╝ber eine l├Ąngere Zeit konsequent angewendet werden.Desinfektionsmittel nur akut anwenden, da sie die Wundheilung beeinflussen. Niemals Puder auf tiefe oder n├Ąssende Wunden auftragen, hierbei droht die Gefahr der Infektion. Pflaster t├Ąglich wechseln.

Reicht ein Pflaster bei gro├čen Verletzungen nicht aus, k├Ânnen sterile Wundauflagen mit einer Mullbinde verwendet werden.

Was Sie noch tun k├Ânnen: Eine gut ausgestattete Hausapotheke sollte Folgendes enthalten

  • Verbandsmull, Mullbinden und Verbandsp├Ąckchen

  • Pflaster sowie sterile Kompressen

  • Desifektionsmittel, Wund- und Narbensalbe

  • Verbandsschere, Splitterpinzette

  • K├╝hlkompresse f├╝r stumpfe Verletzungen

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Jede Platz- und Bisswunde sowie schwerwiegendere Riss-, Schnitt- und Quetschwunden sollten vom Arzt behandelt werden. R├Âtet sich die Wunde, wird sie eitrig oder schwillt an, muss ebenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Der Fachmann sollte ebenfalls informiert werden, wenn die letzte Tetanus-Impfung l├Ąnger als 10 Jahre her ist. Der Arzt wird sich erkundigen, wie die Verletzung entstanden ist sowie Beweglichkeit, Gef├╝hl und Durchblutung kontrollieren. Zudem wird er die Wunde genau untersuchen, eventuelle Verunreinigungen entfernen und desinfizieren. Je nach Ausma├č der Verletzung muss die Wunde gen├Ąht, geklammert oder geklebt werden.

├ťbrigens: F├╝r die Erstversorgung bei stumpfen Verletzungen gilt die PECH-Regel

  • Pause: Der verwundete K├Ârperbereich wird ruhig gestellt.

  • Eis: Die stumpfe Verletzung 15 bis 20 Minuten lang k├╝hlen. Eis sollte aber niemals direkt die Haut ber├╝hren, deshalb ein Tuch dazwischen legen. Eissprays nur bei unbesch├Ądigter Haut anwenden.

  • Compression: Ein leichter Kompressionsverband hemmt die Schwellung. Vorsicht: nicht zu straff anlegen!

  • Hochlegen: Der verletze K├Ârperteil sollte stets h├Âher liegen als das Herz.