Freitag, 22. August 2014

Rückenschmerzen

Januar 11, 2010 by  
Filed under Schmerzen

Über 80 Prozent der Deutschen klagen mindestens einmal in ihrem Leben über Rückenschmerzen. Häufig treten die Rückenbeschwerden im Alter von 30 bis 50 Jahren auf, Frauen und Männer sind gleichermaßen betroffen. Treten die Schmerzen innerhalb eines Jahres an mehr als die Hälfte der Tage auf, spricht der Fachmann von chronischen Rückenleiden.

Symptome: Bei Rückenschmerzen ist oft der untere Rückens betroffen, also der Bereich der Lendenwirbelsäure. Quälende Schmerzen zwingen die Erkrankten oftmals in eine Schonhaltung. Die Liegeposition kann sich jedoch negativ auf weitere Muskelgruppen auswirken – es kommt häufig zu Verspannungen und in einigen Fällen auch zu Krämpfen. Der Hexenschuss (Lumbago) äußert sich mit einem plötzlichen, heftigen Schmerz im Lendenbereich, der aufgrund einer „falschen“ Bewegung auftritt.

Ursachen: Rückenschmerzen können verschiedene Ursachen haben, die Folge sind aber stets schmerzhafte Verspannungen. Überlastung durch schwere, körperliche Arbeit, falsches Heben und eine einseitige Beanspruchung bestimmter Muskel- und Gelenkgruppen, wie zum Beispiel die falsche Sitzhaltung am Schreibtisch oder schwere Taschen, die nur über eine Schulter gehängt werden, können Verspannungen auslösen. Des weiteren können psychische Faktoren wie Stress und rastloses Arbeiten Rückenschmerzen begünstigen, denn selbst psychische Anstrengungen können zu Verspannungen führen. Nur selten entdeckt der Arzt die genaue Ursache wie ein eingeklemmter Nerv oder Bandscheibenschäden.

Die Apotheke hilft: Damit die Beweglichkeit nicht eingeschränkt bleibt, ist es nötig, zuerst die heftigen Schmerzen zu mindern. Die Apotheke bietet hierfür verschiedene Salben und Medikamente. Die Salben enthalten oftmals entzündungshemmende und schmerzreduzierende Wiekstoffe wie Ibuprofen oder Diclofernac bzw. Substanzen, die durch lokale Reizung die Durchblutung der Haut fördern. Zudem haben sich in vielen Fällen Salben mit Auszügen aus Heilpflanzen bewährt. Zahlreiche Patienten schwören zum Beispiel auf Extrakte aus Blüten und Blättern des Beinwells, die bekannt sind für ihre entzündungshemmende, schmerzlindernde und abschwellende Wirkung. Eine speziell medizinische Maßnahme ist die Therapie mit Symphytum x uplandicum Nyman, eine ausgewählte Beinwell-Hochleistungssorte, welche bei Muskel- und Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen und Verspannungen sowie Prellungen und Verstauchungen empfohlen wird. Die genannte Hochleistungssorte ist so verträglich, dass sie darüber hinaus auf offene Schürfwunden aufgetragen und sogar bei Kindern ab vier Jahren eingesetzt werden kann.

Heftige Rückenschmerzen können oftmals mit Wärme gelindert werden. Spezielle Wärmepflaster, welche hautreizende Substanzen oder Eisenpartikel enthalten, bietet die Apotheke. Bei extremen Rückenschmerzen reicht eine äußerliche Behandlung allein leider oft nicht aus. In diesem Fall sind Medikamente mit Schmerzwirkstoffen wie Diclofenac, Ibuprofen und Naproxen sinnvoll. Bei akutem Bedarf sollten die Präparate ausreichend hoch dosiert und über den Tag verteilt angewendet werden. Schmerzen können somit gemindert werden, zudem werden Verspannungen vorgebeugt.

Schon- und Fehlhaltungen können zu belastenden Muskelkrämpfen führen. Hiergegen helfen Produkte mit dem muskelentkrampfenden und schmerzlindernden Wirkstoff Chininsulfat. Sind die Krämpfe und Verspannungen auf Magnesiummangel zurückzuführen, helfen spezielle Mineralstoffprodukte, die Muskelaktivität zu normalisieren.

Was Sie noch tun können:

  • Soweit es geht Aktivitäten beibehalten, nur im Ausnahmezustand sollte die Bettruhe erfolgen

  • Wärme mit Hilfe von Kirschkernkissen, Rotlicht und Fango

  • Präventiv für ausreichend Bewegung im Alltag sorgen

  • Bestimmte Gymnastikübungen stärken die Rückenmuskulatur

  • Rückenschonende Sportarten sind Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren

  • Akupunktur: sinnvoll vor allem bei chronischen Rückenbeschwerden

Arztbesuch sollte erfolgen bei:

  • Gestörte Empfindung: Taubheitsgefühl, Gefühlsstörungen, Kribbeln in einer bestimmten Körperregion

  • Lähmungen in Arm oder Bein sowie gestörte Kraft

  • Begleitbeschwerden wie plötzliche Inkontinenz oder starke Schmerzen

Der Arzt wird sich zunächst eingehend über die Beschwerden informieren. Anschließend wird er die Körperhaltung und die Funktion der Wirbelsäule überprüfen sowie feststellen, ob Verspannungen der Muskulatur vorliegen. Lähmungen oder Gefühlsstörungen können bei der neurologischen Untersuchung diagnostiziert werden. Nur wenige Patienten müssen darüber hinaus noch weitere Untersuchungen über sich ergehen lassen. Je nach Beschwerden werden Krankengymnastik sowie schmerzlindernde und/ oder muskelentspannende Medikamente verschrieben.

Übrigens: Im Jahr 2009 wurde mit Hilfe von Studien untersucht, ob Röntgenaufnahmen oder ähnliche bildgebende Maßnahmen bei Rückenbeschwerden sinnvoll sind. Die Resultate zeigen deutlich, dass sie das Therapieergebnis nicht verbessern, da die Befunde oft nicht im Zusammenhang mit den Schmerzen stehen.