Freitag, 27. Mšrz 2015

Selbstmedikation mit rezeptfreien Medikamenten

M√§rz 27, 2010 by  
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© Marco Wydmuch - Fotolia.comViele Menschen suchen bevorzugt ihre Apotheke des Vertrauens auf, wenn kleinere Beschwerden auftreten. Die Apotheke bietet eine Vielzahl an rezeptfreien Arzneimitteln, wenn der Rat vom Arzt nicht notwendig ist. Was Sie bei der Selbstmedikation zu beachten ist, soll im Folgenden näher erläutert werden.

Warum sind einige Medikamente rezeptpflichtig und andere nicht? Grunds√§tzlich gilt, dass das rezeptfreie Medikament einen bestimmten Nutzen erf√ľllen muss ohne dabei eine gewisse Risikogrenze zu √ľberschreiten. Arzneimittel sind lediglich frei erh√§ltlich, wenn das Krankheitsbild vom Patienten selbst therapiert werden kann und die Selbstbehandlung keine schwerwiegenden Nebenwirkungen birgt, so dass eine √§rztliche Kontrolle nicht n√∂tig ist. Krankheiten, die unbedingt von einem Arzt behandelt werden m√ľssen, lassen sich dagegen nicht selbstst√§ndig beheben. Hier muss der Betroffene ein Rezept vorlegen, um die entsprechenden Medikamente in der Apotheke zu bekommen. Welche Mittel f√ľr jeden frei zug√§nglich sind und welche nicht entscheiden Sachverst√§ndiger am Bundesinstitut f√ľr Arzneimittel und Medizinprodukte. Einige Arzneimittel wie zum Beispiel Pr√§parate mit dem Wirkstoff Paracetamol sind f√ľr Patienten ohne √§rztliches Rezept in Packungsgr√∂√üe und Dosierung beschr√§nkt. Dies soll verhindern, dass der Erkrankte eine √ľberm√§√üige Menge des Wirkstoffes zu sich nimmt, da das Schmerzmittel nur in einer gewissen Dosierung gut vertr√§glich ist. Rezeptfreie Antibiotika werden deshalb nie verk√§uflich sein.

Was muss bei der Selbstmedikation dringend beachtet werden? Oft beginnt der Arzt eine geeignete Medikation, welche der Patient sp√§ter eigenst√§ndig fortsetzen kann. Die Selbstmedikation setzt voraus, dass der Patient seine Beschwerden richtig einordnen kann, √ľber m√∂gliche Wechselwirkungen bei der parallelen Einnahme verschiedener Arzneimittel informiert ist und wei√ü, wann ein Arztbesuch unumg√§nglich ist. Bei Unsicherheiten √ľber eventuelle Wechselwirkungen unterschiedlicher Produkte sollte der Arztbesuch in jedem Fall erfolgen.

Bei der Einnahme eines rezeptfreien Produktes m√ľssen Sie sich genau an die Anweisungs- und Dosierungshinweise halten. Lesen Sie sich die komplette Packungsbeilage vor der Einnahme des Medikaments durch und fragen Sie bei Unklarheiten Ihren Arzt oder Apotheker. Lassen Sie sich in der Apotheke umfassend beraten, damit Sie ein Medikament bekommen das gezielt Ihre pers√∂nlichen Beschwerden lindert.

Wann sollte auf die Selbstbehandlung verzichtet werden? Die eigenständige Medikation sollte nicht erfolgen, wenn

  • ein rezeptpflichtiges Medikament n√∂tig ist

  • ein bestimmtes Krankheitsbild bzw. ein Symptom zum ersten Mal auftritt

  • die Beschwerden l√§nger als zwei bis drei Tage anhalten

  • sich das Krankheitsbild verschlechtert oder neue Symptome auftreten

  • die Erkrankung h√§ufig wiederkehrt

  • es sich bei dem Patienten um eine Schwangere oder ein Kind handelt

Vor allem bei der unkontrollierten Einnahme von Schlafmitteln, Antibiotika und Psychopharmaka kann es zu gravierenden Problemen kommen. Daher sind die genannten Arzneimittel zur Selbstmedikation nicht geeignet. Dennoch sollten Patienten niemals vergessen, dass auch die meisten frei erh√§ltlichen Medikamente m√∂gliche Nebenwirkungen aufweisen. Daher wird ein verantwortungsbewusster Umgang mit den hom√∂opathischen Pr√§paraten vorausgesetzt. Vorsicht ist ebenfalls bei rein pflanzlichen Pr√§paraten geboten. Nahrungserg√§nzungsmittel, Vitaminprodukte und medizinische Tees haben zwar keinen nachweisbaren oder nur einen geringen Effekt, dennoch sollten auch diese Hilfsmittel nicht unkontrolliert zugef√ľhrt werden.

Wann ist der Arztbesuch unumg√§nglich? Ganz gleich, um welche Beschwerden es sich handelt ‚Äď sind die Schmerzen bzw. Symptome stark ausgepr√§gt, sollte der Patient umgehend zum Arzt gehen. Je nachdem um welches Krankheitsbild es geht, wird der Apotheker dem Betroffenen beratend zur Seite stehen und im Notall einen Arztbesuch empfehlen. Der Apotheker hat ein umfassendes, geschultes Wissen. Er kann dem Patienten genau sagen, welche rezeptfreien Medikamente gezielt helfen. Des weiteren wird er erkennen, ob der Kunde seine Erkrankung gut einsch√§tzen kann und daher die Selbstmedikation ratsam ist.

Die Hausapotheke hilft: Bei leichten Symptomen greifen viele Menschen auf ihre Hausapotheke zur√ľck. Diese sollte aber gut organisiert sein. Medikamente mit abgelaufenem Verfallsdatum haben im eigenen Heim nichts mehr zu suchen. Sie sollten aber keinesfalls in den Hausm√ľll geworfen, sondern k√∂nnen in einer Apotheke abgegeben werden. Bestimmte Arzneimittel wie zum Beispiel Nasensprays und Augentropfen haben direkt nach Anbruch eine eingeschr√§nkte Verfallszeit. Bei einer sp√§teren Einnahme kommt es nicht mehr zu der gew√ľnschten Wirksamkeit.