Montag, 22. September 2014

Bewusstlosigkeit

Februar 6, 2010 by  
Filed under Erste Hilfe

Bewusstlosigkeit sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn sie ist ein lebensbedrohlicher Zustand, da Schutzreflexe wie Husten und Schlucken nicht mehr richtig funktionieren könnten. Bewusstlos wird ein Mensch beispielsweise, wenn die Sauerstoff- und Nährstoffzufuhr zum Gehirn unterbrochen wird.

Symptome: Bewusstlose Menschen reagieren weder auf Geräusche noch auf Rütteln und Ansprechen. Unklar ist, ob bewusstlose Personen auf Schmerzreize reagieren.

Ursachen: Verschiedene Ursachen können zur Bewusstlosigkeit führen. Häufige Ursachen sind:

  • Synkope (kurzer Ohnmachtsanfall): bei Erschrecken, Angst und langem Stehen in Verbindung mit niedrigem Blutdruck

  • Schädelhirntrauma (Kopfverletzung, bei der sowohl Gehirn als auch Schädelknochen betroffen sind): Ausgelöst z. Bsp. durch einen Unfall

  • Verschluss einer Hirnaterie: z. Bsp. nach einem Schlaganfall

  • Hirnblutung: z. Bsp. durch zu hohen Blutdruck, Aneurysma-Blutung

  • Vergiftung: z. Bsp. durch Alkohol

  • Herzerkrankung: z. Bsp. durch einen Herzinfarkt

  • Krampfanfall: z. Bsp. Bei Epilepsie oder Fieberkrampf

Erste Hilfe: Wird eine Person bewusstlos, sollte immer sofort der Notruf gewählt werden. Bei der Synkope verlieren Betroffene zwar nur kurz ihr Bewusstsein, sie sollten aber dennoch von einem Arzt untersucht werden. Bis der Notarzt eintrifft, sollte der Bewusstlose flach gelagert werden und eine Weile liegen bleiben.

Kann die Atmung bei Bewusstlosen nicht eindeutig festgestellt werden oder setzt diese sogar ganz aus, muss sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden. Diese besteht aus der Herzdruckmassage und Sauerstoffzufuhr durch Beatmung. Atmet der Bewusstlose normal, wird der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht. Auf diese Weise können Erbrochenes, Blut und Schleim nach außen abfließen und es droht keine Erstickungsgefahr.

Stabile Seitenlage:

  • Neben dem Bewusstlosen knien und ihn auf den Rücken drehen, dann die Beine strecken

  • Den näheren Arm anwinkeln, so dass die Handinnenfläche nach oben zeigt

  • Den anderen Arm auf die Brust legen und die Hand zur nahe liegenden Wange führen, so dass die Handinnenseite am Kopf liegt

  • Die Hand festhalten und den fernen Oberschenken greifen, das Bein anwinkeln und zu sich ziehen

  • Der Bewusstlose liegt so auf stabil auf der Seite. Das oben liegende Bein steht so im rechten Winkel zur Hüfte

  • Kopf des Betroffenen überstrecken und den Mund leicht öffnen

  • eventuell die Hand so unter dem Kopf stützen, dass der Kopf überstreckt bleibt

Aber: auch in der stabilen Seitenlage muss die Atmung ständig geprüft werden.

Bewusstlosigkeit bei Kindern: Besonders bei aktiven Kindern zwischen ein und fünf Jahren kann es bei Wutattacken oder Verletzungen zu sogenannten Affektkrämpfen kommen. Infolge der emotionalen Anspannung kommt es manchmal zum Atemstillstand, die Kinder laufen blau an oder verlieren sogar ihr Bewusstsein. Bei diesen Alarmsignalen ist schnelles Handeln wichtig: Anpusten, kaltes Wasser ins Gesicht und laut Klatschen können helfen. Häufig sind solche Attacken ungefährlich und lassen ohne Folgeschäden schnell nach. Um eine mögliche Epilepsie auszuschließen sollte jedoch der Kinderarzt informiert werden.

Das Bewusstsein wird normalerweise durch Ansprechen und Anfassen geprüft. Bei Kleinkindern und Säuglingen lässt sich die Reaktion durch Kitzeln an der Wange oder Fußsohle kontrollieren.

Übrigens: Neue Studien aus der Wissenschaft beweisen, dass die Stabilisierung des Kreislaufs durch Herzdruckmassage wichtiger ist als die Beatmung – zumindest bei Erwachsenen.