Mittwoch, 4. März 2015

Bewusstlosigkeit

Februar 6, 2010 by  
Filed under Erste Hilfe

Bewusstlosigkeit sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden, denn sie ist ein lebensbedrohlicher Zustand, da Schutzreflexe wie Husten und Schlucken nicht mehr richtig funktionieren könnten. Bewusstlos wird ein Mensch beispielsweise, wenn die Sauerstoff- und NÀhrstoffzufuhr zum Gehirn unterbrochen wird.

Symptome: Bewusstlose Menschen reagieren weder auf GerĂ€usche noch auf RĂŒtteln und Ansprechen. Unklar ist, ob bewusstlose Personen auf Schmerzreize reagieren.

Ursachen: Verschiedene Ursachen können zur Bewusstlosigkeit fĂŒhren. HĂ€ufige Ursachen sind:

  • Synkope (kurzer Ohnmachtsanfall): bei Erschrecken, Angst und langem Stehen in Verbindung mit niedrigem Blutdruck

  • SchĂ€delhirntrauma (Kopfverletzung, bei der sowohl Gehirn als auch SchĂ€delknochen betroffen sind): Ausgelöst z. Bsp. durch einen Unfall

  • Verschluss einer Hirnaterie: z. Bsp. nach einem Schlaganfall

  • Hirnblutung: z. Bsp. durch zu hohen Blutdruck, Aneurysma-Blutung

  • Vergiftung: z. Bsp. durch Alkohol

  • Herzerkrankung: z. Bsp. durch einen Herzinfarkt

  • Krampfanfall: z. Bsp. Bei Epilepsie oder Fieberkrampf

Erste Hilfe: Wird eine Person bewusstlos, sollte immer sofort der Notruf gewÀhlt werden. Bei der Synkope verlieren Betroffene zwar nur kurz ihr Bewusstsein, sie sollten aber dennoch von einem Arzt untersucht werden. Bis der Notarzt eintrifft, sollte der Bewusstlose flach gelagert werden und eine Weile liegen bleiben.

Kann die Atmung bei Bewusstlosen nicht eindeutig festgestellt werden oder setzt diese sogar ganz aus, muss sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen werden. Diese besteht aus der Herzdruckmassage und Sauerstoffzufuhr durch Beatmung. Atmet der Bewusstlose normal, wird der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht. Auf diese Weise können Erbrochenes, Blut und Schleim nach außen abfließen und es droht keine Erstickungsgefahr.

Stabile Seitenlage:

  • Neben dem Bewusstlosen knien und ihn auf den RĂŒcken drehen, dann die Beine strecken

  • Den nĂ€heren Arm anwinkeln, so dass die HandinnenflĂ€che nach oben zeigt

  • Den anderen Arm auf die Brust legen und die Hand zur nahe liegenden Wange fĂŒhren, so dass die Handinnenseite am Kopf liegt

  • Die Hand festhalten und den fernen Oberschenken greifen, das Bein anwinkeln und zu sich ziehen

  • Der Bewusstlose liegt so auf stabil auf der Seite. Das oben liegende Bein steht so im rechten Winkel zur HĂŒfte

  • Kopf des Betroffenen ĂŒberstrecken und den Mund leicht öffnen

  • eventuell die Hand so unter dem Kopf stĂŒtzen, dass der Kopf ĂŒberstreckt bleibt

Aber: auch in der stabilen Seitenlage muss die Atmung stĂ€ndig geprĂŒft werden.

Bewusstlosigkeit bei Kindern: Besonders bei aktiven Kindern zwischen ein und fĂŒnf Jahren kann es bei Wutattacken oder Verletzungen zu sogenannten AffektkrĂ€mpfen kommen. Infolge der emotionalen Anspannung kommt es manchmal zum Atemstillstand, die Kinder laufen blau an oder verlieren sogar ihr Bewusstsein. Bei diesen Alarmsignalen ist schnelles Handeln wichtig: Anpusten, kaltes Wasser ins Gesicht und laut Klatschen können helfen. HĂ€ufig sind solche Attacken ungefĂ€hrlich und lassen ohne FolgeschĂ€den schnell nach. Um eine mögliche Epilepsie auszuschließen sollte jedoch der Kinderarzt informiert werden.

Das Bewusstsein wird normalerweise durch Ansprechen und Anfassen geprĂŒft. Bei Kleinkindern und SĂ€uglingen lĂ€sst sich die Reaktion durch Kitzeln an der Wange oder Fußsohle kontrollieren.

Übrigens: Neue Studien aus der Wissenschaft beweisen, dass die Stabilisierung des Kreislaufs durch Herzdruckmassage wichtiger ist als die Beatmung – zumindest bei Erwachsenen.