Donnerstag, 2. Oktober 2014

Erste Hilfe: Verbrennungen, Vergiftungen und Verätzungen

April 11, 2011 by  
Filed under Erste Hilfe

Die meisten Unfälle passieren zu Hause und doch wissen wir nicht immer genau, was dann zu tun ist. Dadurch können wir oft nicht ruhig und sachlich mit der Situation umgehen.  Im Folgenden werden einige Tipps im Umgang mit häufig auftretenden Ereignissen gegeben. Aber beachten Sie, wenn Sie sich einer Sache nicht gewachsen fühlen und Sie Zweifel haben, das Richtige zu tun, dann suchen Sie sich immer Hilfe bei einem Arzt.

Verbrennungen und Verbrühungen

Sie gehen mit starken Schmerzen, Hautrötung, Blasenbildung und Brandwunden einher.

Bei ausgedehnten Wunden besteht ein hohes Infektionsrisiko und die schwere Schädigung des Gewebes und ein möglicher Schock können lebensbedrohlich werden.

Das Feuer muss schnellstmöglich gelöscht werden, durch Übergießen mit Wasser, Ersticken mit Decken oder Wälzen der brennenden Person auf dem Boden. Brennende Kleidung sollte sofort vom Körper entfernt werden, Umschneiden Sie gegebenenfalls festsitzende Stoffteile.

Halten Sie die verletzten Körperteile für circa 15 Minuten unter kaltes fließendes Wasser bis der Schmerz nachlässt. Mit einem Wundschnellverband decken Sie die Brandwunde locker und ohne Druck ab. Eröffnen Sie keine entstandenen Blasen, denn sie stellen einen natürlichen Wundschutz dar. Die Blasen weich abpolstern und fixieren. Bringen Sie den Verletzten in die Schocklage und sichern Sie ihn mittels Decken und Kleidungsstücken vor Wärmeverlust.

Verständigen Sie sofort den Notarzt!

Vergiftungen

Giftstoffe können über den Verdauungstrakt, die Atemwege oder die Haut aufgenommen werden.  Nach Art und Aufnahmeweg der Giftstoffe gelten folgende Maßnahmen:

  • Entfernen Sie sich aus Räumen mit giftigen Dämpfen.
  • Ziehen Sie Kleidungstücke aus, die mit Ätzmitteln oder Insektiziden in Berührung  gekommen sind.
  • Benetzte Haut und Haare mit Wasser und Seife auswaschen.
  • Säuren und Laugen, die aufgenommen worden sind, verdünnen Sie durch Gabe von Wasser, wässrigen Säften oder Tees.

Holen Sie telefonisch Rat bei einer Giftnotrufzentrale ein und alarmieren Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst!

Wenn sich Kleinkinder vergiftet haben, wenden Sie sich sofort an die Giftnotrufzentrale. Die zwei gängigsten Arzneimittel, die bei Vergiftungen von Kleinkindern zum Einsatz kommen sind Entschäumer und medizinische Kohle, was Sie immer in Ihrer Hausapotheke vorrätig haben sollten, damit  Sie im Notfall keine wertvolle Zeit verlieren. Diese erhalten Sie rezeptfrei als praktische Notfall-Box mit beiden Mitteln in Ihrer Apotheke. Die Dosierungen erfragen Sie im Vergiftungsfall  bei der Giftnotrufzentrale.

Giftinformationszentralen Deutschland

Berlin 030 / 192 40 oder 450-65 35 55
Bonn 0228 / 192 40
Erfurt 0361 / 730 730
Freiburg 0761 / 192 40
Göttingen 0551 / 192 40
Homburg/Saar 06841 / 192 40
Mainz 06131 / 192 40 oder 23 24 66
München 089 / 192 40
Nürnberg 0911 / 192 40

Verätzungen

Der unsachgemäße Umgang mit Reinigungs- und Lösungsmitteln ist die hauptsächliche Ursache für Verätzungsunfälle. Große Gefahr besteht auch für Kinder, die diese Mittel als trinkbare Flüssigkeiten verwechseln. Verätzungen von Mund, Speiseröhre oder des Magen-Darm-Traktes zeigen sich durch heftige Schmerzen und vermehrten Speichelfluss. Zudem können die Schleimhäute bluten oder belegt sein. Der Betroffene soll zur Verdünnung der Gifte viel Wasser, verdünnten Saft oder Tee trinken. Milch ist als Flüssigkeit ungeeignet, da es die Aufnahme einiger Giftstoffe in den Körper eher fördert. Auch dürfen Sie kein Erbrechen auslösen, da es zu zusätzlichen Schäden durch die ätzenden Stoffen führen kann. Wenden Sie stattdessen Entschäumer oder Aktivkohle an. Sie verhindern die Gasblasenbildung bzw. zerstören diese und binden die giftigen Substanzen. Sofortige Hilfe und Informationen zur Anwendung von Aktivkohle und Entschäumer bekommen Sie bei den Giftzentren.

Bei Hautverätzungen können große und tiefe Wunden entstehen. Ziehen Sie sofort alle benetzten Kleidungsstücke aus, aber achten Sie auch auf Ihre eigenen Hände und Arme. Tragen Sie Handschuhe um sich zu schützen. Spülen Sie die betroffenen Hautpartien gründlich unter fließendem Wasser ab. Das Wasser sollte dabei einen kurzen Weg nehmen. Decken Sie die Wunde nach dem Spülen mit einer keimfreien Wundauflage ab, um die Infektionsgefahr zu verringern.

Sehr gefährlich sind auch Augenverätzungen. Sie gehen mit starken Schmerzen, Tränenfluss und krampfartigen zusammenkneifen der Augen einher, als Zeichen einer Augenschädigung und kann bis zu einer Erblindung führen. Spülen Sie schnellstmöglich das betroffene Auge, um die Schadstoffe zu verdünnen und auszuschwemmen. Legen Sie dazu den Patienten hin, den Kopf zur Seite gedreht, die Augenlider mit zwei Fingern spreizen und das frische Wasser für ungefähr 20 Minuten vom inneren zum äußeren Augenwinkel fließen lassen. Decken Sie zum Schutz beide Augen durch einen Verband ab.

Benachrichtigen Sie den Notarzt!  Das gilt für alle Verätzungen.