Dienstag, 31. Mšrz 2015

Erste Hilfe: Verbrennungen, Vergiftungen und Verätzungen

April 11, 2011 by  
Filed under Erste Hilfe

Die meisten Unf√§lle passieren zu Hause und doch wissen wir nicht immer genau, was dann zu tun ist. Dadurch k√∂nnen wir oft nicht ruhig und sachlich mit der Situation umgehen. ¬†Im Folgenden werden einige Tipps im Umgang mit h√§ufig auftretenden Ereignissen gegeben. Aber beachten Sie, wenn Sie sich einer Sache nicht gewachsen f√ľhlen und Sie Zweifel haben, das Richtige zu tun, dann suchen Sie sich immer Hilfe bei einem Arzt.

Verbrennungen und Verbr√ľhungen

Sie gehen mit starken Schmerzen, Hautrötung, Blasenbildung und Brandwunden einher.

Bei ausgedehnten Wunden besteht ein hohes Infektionsrisiko und die schwere Schädigung des Gewebes und ein möglicher Schock können lebensbedrohlich werden.

Das Feuer muss schnellstmöglich gelöscht werden, durch Übergießen mit Wasser, Ersticken mit Decken oder Wälzen der brennenden Person auf dem Boden. Brennende Kleidung sollte sofort vom Körper entfernt werden, Umschneiden Sie gegebenenfalls festsitzende Stoffteile.

Halten Sie die verletzten K√∂rperteile f√ľr circa 15 Minuten unter kaltes flie√üendes Wasser bis der Schmerz nachl√§sst. Mit einem Wundschnellverband decken Sie die Brandwunde locker und ohne Druck ab. Er√∂ffnen Sie keine entstandenen Blasen, denn sie stellen einen nat√ľrlichen Wundschutz dar. Die Blasen weich abpolstern und fixieren. Bringen Sie den Verletzten in die Schocklage und sichern Sie ihn mittels Decken und Kleidungsst√ľcken vor W√§rmeverlust.

Verständigen Sie sofort den Notarzt!

Vergiftungen

Giftstoffe k√∂nnen √ľber den Verdauungstrakt, die Atemwege oder die Haut aufgenommen werden. ¬†Nach Art und Aufnahmeweg der Giftstoffe gelten folgende Ma√ünahmen:

  • Entfernen Sie sich aus R√§umen mit giftigen D√§mpfen.
  • Ziehen Sie Kleidungst√ľcke aus, die mit √Ątzmitteln oder Insektiziden in Ber√ľhrung¬† gekommen sind.
  • Benetzte Haut und Haare mit Wasser und Seife auswaschen.
  • S√§uren und Laugen, die aufgenommen worden sind, verd√ľnnen Sie durch Gabe von Wasser, w√§ssrigen S√§ften oder Tees.

Holen Sie telefonisch Rat bei einer Giftnotrufzentrale ein und alarmieren Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst!

Wenn sich Kleinkinder vergiftet haben, wenden Sie sich sofort an die Giftnotrufzentrale. Die zwei gängigsten Arzneimittel, die bei Vergiftungen von Kleinkindern zum Einsatz kommen sind Entschäumer und medizinische Kohle, was Sie immer in Ihrer Hausapotheke vorrätig haben sollten, damit  Sie im Notfall keine wertvolle Zeit verlieren. Diese erhalten Sie rezeptfrei als praktische Notfall-Box mit beiden Mitteln in Ihrer Apotheke. Die Dosierungen erfragen Sie im Vergiftungsfall  bei der Giftnotrufzentrale.

Giftinformationszentralen Deutschland

Berlin 030 / 192 40 oder 450-65 35 55
Bonn 0228 / 192 40
Erfurt 0361 / 730 730
Freiburg 0761 / 192 40
Göttingen 0551 / 192 40
Homburg/Saar 06841 / 192 40
Mainz 06131 / 192 40 oder 23 24 66
M√ľnchen 089 / 192 40
N√ľrnberg 0911 / 192 40

Verätzungen

Der unsachgem√§√üe Umgang mit Reinigungs- und L√∂sungsmitteln ist die haupts√§chliche Ursache f√ľr Ver√§tzungsunf√§lle. Gro√üe Gefahr besteht auch f√ľr Kinder, die diese Mittel als trinkbare Fl√ľssigkeiten verwechseln. Ver√§tzungen von Mund, Speiser√∂hre oder des Magen-Darm-Traktes zeigen sich durch heftige Schmerzen und vermehrten Speichelfluss. Zudem k√∂nnen die Schleimh√§ute bluten oder belegt sein. Der Betroffene soll zur Verd√ľnnung der Gifte viel Wasser, verd√ľnnten Saft oder Tee trinken. Milch ist als Fl√ľssigkeit ungeeignet, da es die Aufnahme einiger Giftstoffe in den K√∂rper eher f√∂rdert. Auch d√ľrfen Sie kein Erbrechen ausl√∂sen, da es zu zus√§tzlichen Sch√§den durch die √§tzenden Stoffen f√ľhren kann. Wenden Sie stattdessen Entsch√§umer oder Aktivkohle an. Sie verhindern die Gasblasenbildung bzw. zerst√∂ren diese und binden die giftigen Substanzen. Sofortige Hilfe und Informationen zur Anwendung von Aktivkohle und Entsch√§umer bekommen Sie bei den Giftzentren.

Bei Hautver√§tzungen k√∂nnen gro√üe und tiefe Wunden entstehen. Ziehen Sie sofort alle benetzten Kleidungsst√ľcke aus, aber achten Sie auch auf Ihre eigenen H√§nde und Arme. Tragen Sie Handschuhe um sich zu sch√ľtzen. Sp√ľlen Sie die betroffenen Hautpartien gr√ľndlich unter flie√üendem Wasser ab. Das Wasser sollte dabei einen kurzen Weg nehmen. Decken Sie die Wunde nach dem Sp√ľlen mit einer keimfreien Wundauflage ab, um die Infektionsgefahr zu verringern.

Sehr gef√§hrlich sind auch Augenver√§tzungen. Sie gehen mit starken Schmerzen, Tr√§nenfluss und krampfartigen zusammenkneifen der Augen einher, als Zeichen einer Augensch√§digung und kann bis zu einer Erblindung f√ľhren. Sp√ľlen Sie schnellstm√∂glich das betroffene Auge, um die Schadstoffe zu verd√ľnnen und auszuschwemmen. Legen Sie dazu den Patienten hin, den Kopf zur Seite gedreht, die Augenlider mit zwei Fingern spreizen und das frische Wasser f√ľr ungef√§hr 20 Minuten vom inneren zum √§u√üeren Augenwinkel flie√üen lassen. Decken Sie zum Schutz beide Augen durch einen Verband ab.

Benachrichtigen Sie den Notarzt! ¬†Das gilt f√ľr alle Ver√§tzungen.