Donnerstag, 31. Juli 2014

Leber-Galle-Verdauungsstörungen

Januar 26, 2010 by  
Filed under Magen-Darm-Beschwerden

Wenn der Körper Nahrung nicht ausreichend verwerten bzw. die Nährstoffe nicht richtig nutzen kann, so bezeichnet der Fachmann dieses Phänomen als Malassimilation (schlechtes Angleichen). Eine Malassimilation kann aufgrund verschiedener Störungen des Verdauungstraktes auftreten. Es gibt zwei verschiedene Arten der Malassimilation: die Maldigestion und Malabsorption. Bei der Maldigestion werden die Nahrungssubstanzen nicht aufgespalten bzw. vorverdaut. Die Malapsorption liegt vor, wenn die Bestandteile der Nahrung nicht vollständig durch die Darmwand in die Lymph- oder Blutbahn weitergegeben werden. Äußerst wichtig für die Fettverbrennung ist die in der Leber produzierte Galle.

Symptome: Typische Symptome bei Verdauungsstörungen sind Durchfall und Gewichtsabnahme. Viele Betroffene leiden zudem unter einem geblähten Bauch, Flatulenz und Appetitlosigkeit.

Ursachen: Die Ursache für die Verdauungsstörung kann auf eine Fehlfunktion des Magens, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und der Gallenblase zurückgeführt werden. Bei unzureichenden Verdauungsenzymen oder zu wenig Gallenflüssigkeit kann die Nahrung nicht mehr richtig zersetzt werden, die folge ist eine schlechte Verdauungsfunktion. Die Bauchspeicheldrüse bildet die erforderlichen Verdauungsenzyme, welche Eiweiße, Kohlenhydrate und Fette in ihre Grundbestandteile spaltet. Nur in dieser Form kann der Darm die zersetzte Nahrung aufnehmen. Die Leber produziert die Gallenflüssigkeit, die für die Fettverdauung dringend benötigt wird. Liegen Störungen der Bildung oder des Transportes der Galle vor, wird die Fettverdauung negativ beeinflusst.

Die Apotheke hilft: Einige pflanzliche Arzneimittel helfen gut gegen Leber- und Gallebeschwerden. Die Extrakte der Artischocke (Cynara scolymus) beispielsweise erhöhen die Gallensaftproduktion. Dadurch werden die Verdauungsenzyme angeregt, welche die Verdauung von Nahrungsfetten fördert. Die Fette verursachen nämlich oft schon in geringen Mengen ein unangenehmes Völle- und Druckgefühl. Zusätzlich wird der Abbau von Cholesterin unterstützt. Auch die leicht abführende Wirkung der Gallensäure lindert die Beschwerden im oberen Bauchbereich. Ein weiterer positiver Effekt der Artischockenwirkstoffe ist der Schutz der Leberzellen. Stärker dosiert und deshalb stärker in seiner Wirkung ist ein konzentriertes Extrakt, wie zum Beispiel aus den wirkstoffreichen Jungblättern der Königs-Artischocke. Verdauungsbeschwerden werden auf diese Weise akut gemildert, langfristig beeinflussen die verbesserte Leberfunktion und die vermehrte Gallenbildung die überhöhten Blutfettwerte positiv.

Alternativ unterstützen Extrakte des Javanischen Gelbwurzes (Curcuma xanthorrhiza) die Leber- und Gallefunktionen, welche die Inhaltsstoffe wie ätherische Öle und Curcumine die Gallenproduktion in der Leber und den Galleabfluss anregen. Ebenfalls lindernd in Bezug auf Verdauunsstörungen wirkt das Silymarin, welches in den Früchten der Mariendistel (Silybum marianum) enthalten ist. Dieses Präparat ist vor allem bei entzündlichen Lebererkrankungen sinnvoll, da der Wirkstoff sowohl das Eindringen von Giftstoffen in die Leberzellen blockiert als auch die Regeneration der Leberzellen unterstützt.

Leberfunktionsstörungen, welche von krampfartigen Schmerzen begleitet werden, können mit Präparaten behandelt werden, welche Butylscopolamin enthalten. Diese Produkt gibt es ebenfalls in Kombination mit Paracetamol. Zusätzlich helfen medizinische Tees mit Löwenzahn, Boldoblättern, Mariendiestelfrüchten, Gelbwurz, Kümmel und Pfefferminz, welche die Leber- und Gallefunktion kontrollieren.

Was Sie noch tun können:

  • Gesunde Ernährung, viel Bewegung, Nikotin- und Alkoholverzicht helfen präventiv

  • Mehrere kleinere Mahlzeiten sind leichter verdaulich als üppige Portionen

  • Mahlzeiten in Ruhe genießen, da Stress und Nervosität die Beschwerden oft verstärken

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Bei anhaltendem Durchfall, der mit einer unbewussten Gewichtsabnahme einhergeht, sollte schleunigst ein Arzt aufgesucht werden. Dieser wird sich über die Beschwerden genau informieren und mögliche Ursachen für die Verdauungsstörung finden. Eine Blutabnahme und Stuhlprobe sind hierbei sinnvoll. Die Bauchorgane können mit Hilfe von Ultraschall untersucht werden. In einigen Fällen gibt eine Magen- und/ oder Darmspiegelung mehr Aufschluss. Spezielle Test klären, ob eine Nahrungsunverträglichkeit vorliegt.

Übrigens: Die Gallensäuren in der Gallenflüssigkeit haben mehrere wichtige Aufgaben. Zum einen funktionieren sie als Emulgatoren, die im Darm wasserunlösliche Nahrungsbestandteile (vor allem Fette) miteinander vermischen (emulgieren). Durch die vergrößerte Oberfläche können Verdauungsenzyme die Fettteilchen besser erreichen und abbauen. Zudem regen die Gallensäuren die zwei Enzyme Pankreaslipase und die Cholesterinesterase an, welche die Nahrungsfette abbauen. Mit der Gallenflüssigkeit werden außerdem viele Medikamente, Gifte und Schwermetalle wie Quecksilber ausgeschieden. Gallensäuren aktivieren die Dickdarmperistaltik.