Donnerstag, 24. Juli 2014

Verstopfung

Januar 29, 2010 by  
Filed under Magen-Darm-Beschwerden

Verstopfung (Obstipation) kommt relativ häufig vor. Bis zu 25 Prozent der Bundesbürger sind davon betroffen, Frauen aber zwei bis drei Mal so häufig wie Männer.

Täglicher Stuhlgang ist nicht nötig, um rundum gesund zu sein. Wie oft angenommen, kommt es keinesfalls zu einer inneren Vergiftung. Normal sind drei Stuhlgänge pro Tag bis drei Stuhlgänge pro Woche.

Symptome: Wer unter Verstopfung leidet, hat weniger als drei Mal pro Woche Stuhlgang. Trotz Völle- und Druckbeschwerden ist die Entleerung nicht vollständig. Der Stuhl ist zudem klumpig oder hart. Verstopfung geht zudem oft mit Flatulenz einher.

Ursachen: Verschiedene Faktoren können Verstopfung auslösen. Oft hängen Verdauungsstörungen aber mit der Ernährung und mit den Lebensumständen zusammen. Verstopfung ist ein vorübergehendes Problem, bei manchen Patienten kommt sie aber immer wieder. Die chronische, unnachgiebige Obstipation kann infolge einer neurologischen Erkrankung wie zum Beispiel Morbus Parkinson entstehen oder etwa bei hormonellen Störungen wie Hypothyreose. Selbst bestimmte Medikamente kommen als mögliche Ursache in Frage. Weitere verstopfungsauslösende Faktoren sind Veränderungen im Darmbereich, wie zum Beispiel Vernarbungen nach einer Operation oder Verengung des Darmdurchganges bei einer Entzündung des Darms sowie eine Analfissur oder ein Abszess im Afterbereich. Da letzteres starke Schmerzen beim Stuhlgang verursacht, wird dieser oftmals unterdrückt.

Die Apotheke hilft: Die Apotheke bietet ein breites Spektrum an Produkten, die sowohl bei der chronischen als auch bei der akuten Obstipation helfen. Abführmittel wirken in den meisten Fällen recht gut, sie können das Darmvolumen erhöhen, die Darmbewegung steigern oder die Gleitfähigkeit des Darminhalts verbessern. Produkte mit Auszügen aus Heilpflanzen wie Aloe, Sennesblättern oder Faulbaumrinde sowie die chemischen Wirkstoffe Bisacodyl und Natriumpicosulfat steigern den Wassereinstrom in den Dickdarm, dabei wird dem Darminhalt Wasser entzogen. Durch das erweiterte Darmvolumen wird der Stuhlgang angeregt. Allerdings kann es zu Nebenwirkungen in Form von Magen-Darm-Beschwerden kommen. Eine längere Anwendung kann sogar zu Elektrolytverlust führen, was wiederum die Verstopfung begünstigt. Pflanzliche Füll- und Quellmittel wie zum Beispiel der Indische Flohsamen können die Darmaktivität über Volumenzunahme fördern. Bei der Einnahme ist es enorm wichtig, viel zu trinken. Durch den bakteriellen Abbau werden Gase produziert, die zu unangenehmen Blähungen führen können. Glycerinzäpfchen dagegen verbessern die Gleitfähigkeit des Fäzes. Eine ähnliche Wirkung erzielen Zäpfchen mit Natriumhydrogencarbonat, indem sie das Volumen erhöhen. Alternativ können Zuckerverbindungen wie Lactulose eingenommen werden. Das Volumen wird erhöht, indem die Darmbakterien die Lactulose zersetzen. Zu Beginn der Medikation sind ein schmieriger Stuhl und Blähungen keine Seltenheit, bei der langfristigen Medikation entsteht ein Gewöhnungseffekt.

Eine weitere Möglichkeit ist die Behandlung mit Macrogolen (Polyethylenglykole), die sowohl bei der akuten als auch bei der chronischen Verstopfung effektiv sind. Diese Wirkstoffe können Flüssigkeit sehr gut binden und wirken demnach ebenfalls volumensteigernd. Ein Vorteil dieser Präparate ist die besonders gute Verträglichkeit, da sie im Gegensatz zu anderen Abführmitteln nicht vom Körper aufgenommen werden. Eine Kombination aus Macrogolen und Elektrolyten verhindern außerdem den Mineralstoffverlust, der mit diversen anderen Abführmitteln einher geht.

Was Sie noch tun können:

  • Stuhlgang nicht unterdrücken

  • Ballaststoffreiche Speisen

  • Viel Trinken!

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Verstopfung ist keine eigenständige Krankheit sondern ein Symptom mit verschiedenen Ursachen. Halten die Beschwerden mehr als vier Wochen an, muss ein Arzt ausgesucht werden. Ein Arztbesuch sollte außerdem bei folgenden Alarmzeichen erfolgen:

  • Bauchschmerzen: plötzliche Beschwerden bei einer bereits bestehenden Verstopfung

  • Blut im Stuhl

  • Begleitsymptome: Übelkeit, Erbrechen, Fieber, ungewollter Gewichtsverlust

Der Arzt wird sich über die Lebensgewohnheiten und Ernährung informieren. Er wird sich außerdem darüber erkundigen, wann die Beschwerden begonnen haben, ob sich in der Zeit etwas verändert hat, welche Medikamente eingenommen wurden und ob weitere Beschwerden die Verstopfung begleiten. Anschließend wird der Arzt eine Ultraschalluntersuchung des Bauches vornehmen. Des weiteren werden After und Analkanal kontrolliert. Häufig sind auch eine Blutuntersuchung und eine Stuhlprobe sinnvoll. Selten ist eine Darmspiegelung nötig.

Übrigens: Lange Zeit wurde angenommen, dass mehr Bewegung die Verstopfung lösen kann. Studien zeigen aber, dass sich viele Betroffene nicht weniger bewegen als gesunde Menschen. Auch eine Ernährungsumstellung hilft nicht zwangsläufig. Allerdings sollten Patienten den Genuss von Nahrungsmitteln wie Bananen, Kakao, Schokolade, schwarzer Tee Karottensaft und Heidelbeeren vermeiden, da diese die Verstopfung begünstigen.