Samstag, 2. August 2014

Hausmittel und Tees von A bis Z: Erkältung, Erschöpfung, Fieber, Fußgeruch

September 7, 2011 by  
Filed under Allgemein, Hausmittel und Tees

ERKÄLTUNG – Erkältungsbad, Dampfbad, Vitamin C, Nasendusche, viel Trinken, Tees

Im Durchschnitt macht ein Erwachsener eine Erkältung 2-bis 3-mal im Jahr durch, Kinder sogar 6-bis 7-mal. Wenn es einen erwischt, dann ab ins Bett und gut die Erkältung auskurieren. Das ist wichtig, denn durch die eingedrungenen Erkältungsviren wird unser Körper sehr geschwächt und die Gefahr zu Zweitinfektionen steigt. Bei einem schwereren Krankheitsverlauf, wenn die Behandlungsmaßnahmen nach drei bis vier Tagen noch keine Besserung gebracht hat, Schmerzen und Fieber sowie ein Auswurf gelben Schleims (Anzeichen für eine bakterielle Entzündung) hin zukommen, dann sollten Sie umgehend einen Arzt anrufen.

  • Erkältungsbad

In manchen Fällen kann so ein Bad dem Ausbruch einer Erkältung entgegenwirken. Es gibt verschiedene Badezusätze mit ätherischen Ölen. Die Wirkstoffe können über die Haut ins Blut aufgenommen werden oder die Dämpfe werden eingeatmet.

  • Dampfbad

Zusätze in Form von ätherischen Ölen: Kamille, Salbei, Thymian, Eukalyptus.

Sie wirken entzündungshemmend und schleimverflüssigend. Die Durchblutung der Schleimhäute wird durch die warmen Dämpfe angeregt. Viele Hustenbalsame enthalten diese Inhaltsstoffe und können neben der Anwendung auf der Brust auch ins Wasser gegeben werden.

Kräuterdampfbad:

Aus je einem Esslöffel: Kamillenblüten, Thymiankraut, Salbei-und Pfefferminzblätter

Mit heißem Wasser aufgießen, etwas abkühlen lassen, großes Handtuch über Kopf und Schüssel breiten, kopf überbeugen und inhalieren.

  • Vitamin C

Vitamin C stärkt nachweislich die Abwehrkräfte und ist besonders während einer Erkältungsphase sehr wichtig. In der Apotheke kann man Vitamin C in Form eines Pulvers bekommen. Empfohlen wird eine tägliche Zufuhr von 100 mg.

  • Nasendusche

Ziel dieser Behandlung ist die Schleimverflüssigung. Nasenduschen und Salz zur Zubereitung einer Salzlösung erhalten Sie in der Apotheke.

  • Viel Trinken

Eine hohe Flüssigkeitszufuhr verdünnt zähen Schleim, sodass er besser ausgeschnäuzt bzw. abgehustet werden kann. Trinken Sie täglich 2 bis 3 Liter Wasser, Tee oder Vitaminsäfte während Ihrer Erkältungszeit.

  • Erkältungstee

Mischung: Holunderblüten, Lindenblüten,  Fenchelfrüchte,  Hagebutten

Holunder- und Lindenblüten bewirken ein vermehrtes Schwitzen, sodass die Körpertemperatur sinken kann. Fenchel löst das Bronchialsekret, damit ist das Abhusten erleichtert.

Anwendung: 1 gehäufter Teelöffel, Aufguss mit kochendem Wasser, 10 Minuten ziehen, Abseihen, zweimal pro Tag eine Tasse

  • Hustenlösender Tee

Mischung: Efeublätter, Thymiankraut, Primelwurzel, Süßholzwurzel

Durch die Inhaltsstoffe Primel, Efeu und Thymian wird festsitzendes Sekret gelockert, verflüssigt und lässt sich dann besser abhusten. Die Süßholzwurzel wirkt dabei unterstützend auf diesen Prozess. Auch soll diese antibakteriell und antiviral wirken.

Anwendung: zwei Teelöffel mit kochendem Wasser übergießen, 10 min ziehen lassen, mehrmals täglich eine Tasse

  • Hustenstillender Tee

Mischung: Isländisch Moos, Eibischwurzel, Malvenblüten, Fenchelfrüchte

Diese Pflanzenmischung lindert den Hustenreiz und die enthaltenen Schleimstoffe  legen sich wohltuend auf die gereizte Bronchialmuskulatur. Der Fenchelzusatz wirkt antibakteriell und entkrampft die Atemmuskulatur.

Anwendung: zwei Teelöffel, kaltes Wasser übergießen, 1 Stunde ziehen lassen, Abseihen, auf Trinktemperatur erwärmen, zwei bis drei Tassen am Tag, eine kurz vor dem Zubettgehen

ERSCHÖPFUNG- Fitness-Tee und Früchtemix

Schon seit Jahrhunderten schätzt man in Asien den Grünen Tee wegen seinen anregenden und belebenden Eigenschaften.  Auch Cholesterinsenkende und Blutdruck regulierende Wirkungen werden ihm nachgesagt.

  • Fitness-Tee

Mischung: Grüntee, Pfefferminzblätter, Limettensaft, Honig (zum Süßen)

Anwendung: (pro Kanne) drei bis vier Teelöffel, heißes Wasser übergieße, ersten Aufguss verwerfen und erneut Aufgießen, 2-3 Min. ziehen lassen

  • Früchtemix für heiße Tage

Mischung: Hagebuttenschalen, Hibiskusblüten, Orangenschalen, Pfefferminzblätter,  Brombeerblätter, Orangensaft

Anwendung: drei bis fünf Esslöffel, heißes Wasser, 10 Min. ziehen lassen

FIEBER – Ruhe, Wadenwickel, Waschung mit Zitrone, scheißtreibender Tee

Viele der krankmachenden Bakterien und Viren sondern im Körper bestimmte Stoffwechselprodukte ab, die Fieber auslösen können. Fieber ist zu Beginn eine wichtige Abwehrreaktion des Körpers, denn einige der Keime können sich bei erhöhter Körpertemperatur nur noch langsam oder gar nicht vermehren. Auch beschleunigt das Fieber den Stoffwechsel, was die Abwehrkräfte unterstützen soll. Doch besonders hohes Fieber stellt für den Körper eine schwere Belastung dar. Fieberschübe über 41°C sind sogar lebensgefährlich, weil dann körpereigene Strukturen zerstört werden.

Leiden Säuglinge und Kinder an Fieber, dann sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Ziehen Sie als Jugendlicher oder Erwachsener auch einen Arzt zu Rate, wenn das Fieber länger als 24 h anhält oder Temperaturen über 39,5°C erreicht werden.

  • Ruhe

Schonen Sie Ihren Körper. Halten Sie unbedingt Bettruhe.

  • Wadenwickel

Kühle Wadenwickel sind bei Temperaturen über 39°C ein einfaches Mittel dem Körper Wärme zu entziehen und das Fieber zu senken. Befeuchten Sie dazu Baumwolltücher mit kaltem (15-20°C) Wasser und wickeln Sie die locker um die Waden. Da herum können noch trockene Tücher gelegt werden. Wenn sich die Wickel erwärmt haben, meist in 20 bis 30 Minuten, können diese abgenommen oder nochmals erfrischt werden.

  • Waschung mit Zitrone

Füllen Sie hierfür eine Wanne mit ungefähr 5 Litern kühlem Wasser und versetzen Sie dieses mit dem Saft einer Zitrone. Mit diesem Wassergemisch kann der Fiebernde abgewaschen werden. Achten Sie aber darauf, dass der Patient nicht friert und decken Sie die behandelten Körperteile gleich wieder ab.

  • Schweißtreibender Tee = Erkältungstee

Mischung: Holunderblüten, Lindenblüten,  Fenchelfrüchte,  Hagebutten

Holunder- und Lindenblüten bewirken ein vermehrtes Schwitzen, sodass die Körpertemperatur sinken kann. Fenchel löst das Bronchialsekret, damit ist das Abhusten erleichtert.

Anwendung: 1 gehäufter Teelöffel, Aufguss mit kochendem Wasser, 10 Minuten ziehen, Abseihen, zweimal pro Tag eine Tasse

FUßGERUCH- natürliche Materialien, Fußbad, schweißhemmender Tee

Fußgeruch entsteht, wenn der Fußschweiß von Bakterien zersetzt wird und dabei übel riechende Spaltprodukte freiwerden.

  • Natürliche Materialien

Häufigste Ursachen für die Entstehung von Fußgeruch sind synthetische Strümpfe und luftundurchlässige Schuhe, in denen die Füße schnell schwitzen. Sehr fußfreundlich sind natürliche Materialien, Lederschuhe und Baumwollstrümpfe, wegen ihren atmungsaktiven und Schweiß aufsaugenden Eigenschaften.

  • Fußbad mit Eichenrinde oder Salbei

Aufguss von 25 g Eichenrinde (aus der Apotheke) oder 100 g Salbeiblätter mit 5 Litern Wasser. Die Eichenrindenaufguss wird abgedeckt 15-20 Minuten gekocht, danach Abseihen und kurz zum Abkühlen (rund 35°C) stehen gelassen. Die Salbeiblätter werden mit kochendem Wasser übergossen. 10 Minuten ziehen lassen und dann abseihen.

Baden Sie ihre Füße zweimal täglich 15-20 Minuten, aber die Anwendung nicht länger als 2 Wochen durchführen.

  • Schweißhemmender Tee

Mischung: Salbeiblätter, Melissenblätter

Der Salbei wirkt hemmend auf die Sekretion der Schweißdrüsen.

Anwendung: zwei Teelöffel, mit siedendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen, drei-bis viermal am Tag eine Tasse trinken

Die Hausapotheke: Checkliste, Aufbewahrung und Pflege

April 9, 2011 by  
Filed under Allgemein, Hausapotheke

Gut ist es für eventuelle Notfälle immer was im Haus zu haben, doch so ungern man an Unfälle oder Krankheiten denkt, so wenig ist man oft vorbereitet. Erst wenn der Ernstfall eintritt, merken wir, was uns an notwendigen Hilfsmitteln fehlt oder das manche auch nur in einem unbrauchbaren Zustand sind. Und selbst wenn die Hausapotheke gut ausgestattet ist, besteht schnell Ratlosigkeit in der richtigen Anwendung. Sobald Sie unsicher sind, fragen Sie Ihren Hausarzt oder verständigen Sie einen Notarzt.

Im Folgenden soll Ihnen geholfen werden, Ihre Hausapotheke auf wichtige Medikamente und Hilfsmittel hin zu prüfen.  Auch geben wir Ihnen Tipps, wie Sie sich im Ernstfall richtig verhalten.

Ziel der Hausapotheke:

Die Hausapotheke soll so angelegt sein, dass man darin Hilfe für die verschiedenen kleinen Missgeschicke des Lebens findet. Nicht jede geringe Verstimmung der Gesundheit oder jeder kleine Schnitt in den Finger bedarf ärztlichen Rat. Es soll Ihnen auch erspart werden, bei jeder Kleinigkeit zur Apotheke gehen zu müssen.

Was gehört zur Basisausstattung:

  • Fieberthermometer
  • Zeckenpinzette
  • Schmerz-und Fiebermittel:
    • acetylsalicylsäurehaltig:  gegen Fieber, Schmerzen, Entzündungen
    • alternativ: Ibuprofen
    • paracetamolhaltig: nur gegen Fieber und Schmerzen (auch für Schwangere und Kinder in Maßen geeignet)
  • Mittel gegen Verstopfung / Durchfall
  • Mittel gegen Übelkeit / Erbrechen
  • Mittel gegen Halsschmerzen und Husten: Halstabletten, Gurgellösungen, Hustenlöser oder -stiller
  • Nasentropfen, Nasenspray
  • Gel gegen Insektenstiche, Sonnenbrand
  • Salbe / Gel gegen Blutergüsse, Verstauchungen, Prellungen
  • Wund- und Heilsalbe
  • Brand- und Wundgel
  • Wunddesinfektionsspray
  • leichtes Schlaf- und Beruhigungsmittel
  • Kühlkissen
  • Mittel gegen Vergiftungen: Aktivkohle, Entschäumer
  • Verbandsmittel: Pflaster, Wundverband, sterile Tupfer und Kompressen, Fixierbinden, Fixierpflaster, Pinzette, Einmalhandschuhe
Weitere Medikamente:

  • Augentropfen ( bei Bindehautreizungen, trockene Augen)
  • Mittel gegen Lippenherpes
  • Mittel gegen Verspannungen
  • Mittel gegen Sodbrennen

Sie können Ihre Hausapotheke natürlich auch mit naturheilkundlichen und homöopathischen Substanzen bestücken.

Bei der Behandlung von Kindern sollten Sie streng auf altersgerechte Produkte und Dosierungen achten.

Bei Fragen zur Zusammenstellung Ihrer Hausapotheke und Anwendung der verschiedenen Heilmittel wird Ihnen Ihre Apotheke gern weiterhelfen.

Natürlich können Sie auch auf haushaltsübliche Produkte zurückgreifen. Zum Beispiel hat sich ein Zwiebelsäckchen als Mittel gegen Ohrenschmerzen bei Kindern sehr bewährt. Hacken Sie dazu eine Zwiebel klein und wickeln Sie diese in ein Tuch bzw. Taschentuch. Schnüren Sie das Tuch mittels eines Schals auf dem Ohr fest und lassen Sie es für etwa eine halben Stunde wirken.

Ein weiteres gern genutztes Hausmittel zur Behandlung von Fieber sind die Wadenwickel. Zwei in kaltes Wasser getauchte Tücher werden um die beiden Waden geschlungen und mit trockenen Handtüchern einzeln eingepackt. In Ihrer Apotheke können Sie spezielle Tücher für Wadenwickel erhalten.

Aufbewahrung der Hausapotheke

Die Lagerbedingungen für Arzneimittel und Verbandsstoffe sollten trocken und kühl sein, möglichst unter 20°C. Bei Abweichungen kann es zu einem vorzeitigen Verlust der Wirksamkeit der Mittel kommen. Daher sind Bad oder Küche ungeeignet, da hier oft hohe Temperaturen und eine hohe Luftfeuchtigkeit auftreten können. Mögliche Standorte sind zum Beispiel das Schlafzimmer oder die Diele.

Ihre Hausapotheke sollte für Sie gut zugänglich sein, aber unerreichbar für Kinder aufbewahrt werden. Falls Sie den Medikamentenschrank  verschließen wollen, dann achten Sie darauf, dass der Schlüssel im Notfall immer sofort zur Verfügung steht. Statt einem Schrank sind auch Containersysteme zur Aufbewahrung geeignet. Neben einer übersichtlichen Lagerung und Pflegeleichtigkeit haben die tragbaren Behältnisse den Vorteil, direkt an den Unfallort mitgenommen zu werden. Sie können diese in unterschiedlichen Farben und Größen in Ihrer Apotheke erhalten.

Pflege der Hausapotheke

Bewahren Sie die Mittel immer zusammen mit dem Beipackzettel  und in dem Außenkarton auf. Der Beipackzettel ist wichtig, damit Sie sich jeder Zeit die Anwendungsbereiche und Dosierungen informieren können. Auf dem Außenkarton ist zumeist das Verfallsdatum zu finden. Wenn nicht, dann notieren Sie beim Kauf des Medikaments das entsprechende Datum auf die Verpackung. Aber beachten Sie, dass die Verfallsdaten nur für die nicht angebrochene Packung gelten. Bestimmte Medikamente, wie Augentropfen, dürfen nach Anbruch nicht länger als wenige Wochen angewendet werden. Damit ist es wichtig, dass Sie sich auch das Datum des Anbruchs mit auf dem Karton vermerken.  Benutzt Ihre ganze Familie die Hausapotheke, dann kann es hilfreich sein, die Arzneimittel der einzelnen Familienmitglieder zum Beispiel mit verschieden farbigen Klebestreifen zu kennzeichnen.

Wenn Medikamente und andere Hilfsmittel verbraucht worden sind, sollten Sie diese schnellstmöglich ersetzen. Tuben und Flaschen sollten Sie nach dem Gebrauch sorgfältig wieder schließen. Überprüfen Sie zudem zweimal im Jahr die Verfallsdaten und den Zustand der noch lagerungsfähigen Arzneimittel. Sie können sich jederzeit über einen sinnvollen Austausch oder Ergänzung an Mitteln in Ihrer Apotheke beraten lassen.

Aussortierung

  • Reste verschreibungspflichtiger Medikamente sollten nach Beendigung der Therapie verworfen werden.
  • Sortieren Sie ranzig riechende, verfärbte oder anderweitig veränderte Cremes und Salben aus.
  • Verschimmelte oder in der Konsistenz veränderte Gele gehören in den Müll.
  • Wenn Säfte oder Sirupe gären oder Gase gebildet haben müssen diese entsorgt werden.
  • Auch Lösungen und  Tropfen verwerfen, sobald sich Flocken, Kristalle, Gase oder verschiedenen Flüssigkeitsschichten gebildet haben.
  • Verfärbte, zerfallene oder brüchige Tabletten wegwerfen.
  • Dragees entsorgen, wenn sie Risse, Verfärbungen zeigen oder aufgeplatzt sind.
  • Zäpfchen, die verfärbt, brüchig, verhärtet oder verformt sind, sind zu entsorgen.

Entfernen Sie alle Arzneimittel, sobald sie sich in irgendeiner Weise verändert haben. Auch Verbandsmaterialien können im Laufe der Zeit ihre Funktionstüchtigkeit verlieren. Wenn Ihnen Flecken, beschädigte Verpackungen oder veränderte Kleber auffallen, dann sind diese ebenfalls auszusortieren.

Die Verbandsmaterialien und in kleinen Mengen auch die verfallenen Arzneimittel können Sie im Hausmüll entsorgen. Achten Sie aber darauf, dass die Medikamente in dem Abfall für Kinder nicht zugänglich sind.

Richtiger Einsatz der Hausapotheke

Um im Bedarfsfall das richtige Medikament zu nutzen, ist es wichtig, vorerst den Beipackzettel zu lesen und sich über die Anwendungsgebiete zu informieren. Im Zweifelsfall kann Ihnen auch Ihre Apotheke behilflich sein. Auf dem Beipackzettel finden Sie auch wichtige Dosierungshinweise, die Sie genau beachten sollten, denn eine Unterdosierung führt im Allgemeinen zu einer verminderten Wirksamkeit und bei einer Überdosierung droht eine Vergiftung. Auch die Angaben zur Art der Anwendung sollten Sie befolgen. Wenn gleichzeitig mehrere Medikamente eingenommen werden müssen, prüfen Sie die gegenseitige Verträglichkeit der Mittel. Bei Auftreten unerwünschten Begleiterscheinungen setzen Sie bitte das selbstverordnete Medikament ab. Treten Nebenwirkungen bei den ärztlich verordneten Medikamenten auf, dann informieren Sie Ihren behandelnden Arzt.

Kinderkrankheiten: Allgemein

März 24, 2011 by  
Filed under Allgemein, Krankheiten, Medizin

Unsere Kinder machen eine ganze Reihe von „Kinderkrankheiten“ in ihrer Entwicklung durch.  Auch wenn es für die Eltern und Kinder lästig ist, gehört es mit dazu.  Wenn man jedoch etwas darüber Bescheid weiß, dann kann man schnell auf die ersten Symptome richtig reagieren, was den Krankheitsverlauf durchaus erleichtern kann.

Fieber

Fieber gilt als Leitsymptom bei den kindlichen Erkrankungen.  Der junge Organismus des Kindes muss sich in den ersten Jahren mit einer Vielzahl von Krankheitserregern auseinandersetzen, was mit einer mehr oder weniger heftigen Reaktion passiert. Die erhöhte Körpertemperatur ist Ausdruck einer gesteigerten Abwehraktivität.  Besonders gegen die Viren ist Fieber ein wichtiges Kampfmittel. Deshalb sollte nicht jede Temperaturerhöhung mit fiebersenkenden Mitteln behandelt werden. Jedoch bei sehr jungen Kindern kann aber auch das Fieber selbst zu einer Bedrohung werden. Als Orientierung für die Eltern gilt die 38,5°C – Grenze, darüber hinaus sollten Gegenmaßnahmen erfolgen, da das Allgemeinbefinden bei diesen hohen Temperaturen deutlich beeinträchtigt ist.

Zunächst sollten nichtmedikamentöse Möglichkeiten genutzt werden:

- Viel trinken, aber kohlensäurefrei,

- Hitzestauungen sollen vermeiden, decken Sie ihr Kind zum Beispiel auf,

- zusätzlich kann das Kind sich teilweise Entkleiden,

- kühlende Waden- oder Brustwickel sind ebenfalls möglich.

Doch Vorsicht: Wenden Sie die kühlenden Maßnahmen nur in der „Schwitzphase“ an, bei  dem anfänglichen Fieberanstieg frösteln die Kinder, dann führen Sie eher Wärme zu.

Bei sehr hohem Fieber, über 40°C,  kann auch ein Abkühlungsbad hilfreich sein. Zu Beginn sollte die Wassertemperatur 3°C unter der Körpertemperatur liegen, nach der Gewöhnung kann kälteres Wasser zugeführt werden, bis 30°C erreicht sind. Das Kind verbleibt dann etwa 10 min. im Wasser . Das Bad kann gegebenenfalls auch wiederholt werden.  Wenn das Kind jedoch fröstelt, Gänsehaut oder blaue Lippen hat, sollten Sie das Bad sofort abbrechen.

Weiterhin können auch fiebersenkende Medikamente Anwendung finden, da sie zusätzlich eine schmerzlindernde Wirkung haben.  Ein bewertes Mittel ist Paracetamol, jedoch wurde es in der letzten Zeit durch Ibuprofen verdrängt, da die Kindersaftzubereitungen damit deutlich besser schmecken. Dagegen ungeeignet sind Acetylsalicylsäurepräparate, da gefährliche Überempfindlichkeiten gegen diese Mittel auftreten können. Lassen Sie sich in diesen Fällen in Ihrer Apotheke beraten.

Ursachen von Fieber: Fieber kann vielfältig verursacht werden. Wichtig jedoch ist, dass einige bedrohliche Kinderkrankheiten auch ohne Fieber einhergehen können. Ansonsten sind fieberhafte Erkrankungen, der sogenannte fieberhafte Infekt, am häufigsten und wird als Sammelbegriff für eine ganze Reihe von Viruserkrankungen gebraucht.  Verläuft die Krankheit leicht und komplikationslos, dann heilen sie in der Regel ohne besondere Gegenmaßnahmen aus. Doch häufig treten zusätzlich Bronchitis oder eine Mittelohentzündung auf. Sie werden durch Ohrenschmerzen, anhaltenden Husten und erneut ansteigender Temperaturen deutlich.

Speziell in Kindereinrichtungen kommt es zu einer schnellen Verbreitung der Krankheitserreger und sorgt dafür, dass die Kinder in den ersten Lebensjahren häufig erkranken. Diese Infektanfälligkeit geht nach Vollendung des dritten Lebensjahres zurück, da sich das Immunsystem dann stabilisiert hat.

Die Anwendung von Antibiotika ist umstritten. Leichte und komplikationslose Virusinfekte brauchen keine Antibiotikabehandlung. Zudem Bekämpfen die Antibiotika auch keine Viren. Dagegen kein ein Ausbleiben der Behandlung bei bakteriellen Infektionen wie Scharlach zu schweren Folgeschäden führen. Die Einnahme dieser Medikamente sollte dann auch nur auf ärztlichen Rat hin erfolgen.

Bauchschmerzen und Erbrechen

Bachschmerzen sind neben Fieber zu den häufigsten Krankheitssymptomen und sollen auch in jedem Fall durch einen Arzt untersucht und abgeklärt werden. Schon in den ersten Lebensmonaten sind oft Unruhezustände und eine gespannte Bauchdecke zu beobachten, was unter dem Begriff „Drei-Monats-Koliken“ zusammengefasst ist. Es wird vermutet, dass diese auf Luftansammlungen nach der Nahrungsaufnahme zurückzuführen sind. Daher wird empfohlen, unnötige Schaumbildungen durch starkes Schütteln der Flaschennahrung zu vermeiden.

Die Gefahr einer ernsteren Erkrankung besteht bei folgenden zusätzlichen Symptomen:

- hohes Fieber, über 38°C

- mehrmaliges, starkes Erbrechen

- Appetitlosigkeit und Verweigerung der Nahrung

- ununterbrochenes Schreien

- wenn die Ruheatmung erschwert ist

- Asymmetrien in der Bauchregion, zum Beispiel einseitige Vorwölbungen

- wenn ihr Kind über einen längeren Zeitraum nicht an Gewicht zugenommen hat

Erbrechen hat auch unterschiedliche Ursachen.  Es kann als Begleiterscheinung einer akuten Infektion, einer Magen-Darmerkrankung, als Folge von Erkrankungen des Gehirns oder der Hirnhäute, bei Stoffwechselerkrankungen oder Vergiftungen mit Pflanzen oder Pilzen beispielsweise auftreten.

Die häufigste Erkrankung mit Bauchschmerzen ist der akute Magendarmkatarrh, der mit Erbrechen und Durchfall einher geht. Er kann in jeder Altersgruppe auftreten. Ursachen können einerseits einfache Kostfehler sein, andererseits steht er auch mit bakteriellen oder viralen Infektionen im Zusammenhang. Im Vordergrund der Behandlung steht der Ausgleich eventueller Wasser- und Mineralienverluste und mit der anschließenden Diät kann eine Heilung ohne Medikamente erfolgen.

Eine weitere Erkrankung, die überwiegend die Knaben befällt, ist der Magenpförtnerkrampf. Dabei wird alle Nahrung erbrochen. Er wird durch eine Verkrampfung und Verdickung des Magenschließmuskels verursacht, wobei die Enstehung dieser Störung noch weitestgehend ungeklärt ist. Diagnostiziert wird die Erkrankung durch eine Ultraschalluntersuchung. Eine endgültige Heilung ist durch eine wenig belastende Operation zu schaffen.

Leistenbrüche sind ebenfalls bei jungen Kindern zu beobachten, die einer schnellen ärztlichen Hilfe bedürfen. Im Gegensatz dazu laufen Nabelbrüche meist komplikationslos. Es kann jeweils zu Einklemmungen von Darmschlingen kommen.

Die sogenannte Hodentorsion, die durch eine Drehung des Hodens am Gefäßstiel eine akute Durchblutungsstörung zur Folge hat, führt zu einer Hodenschwellung und starken Schmerzen und sollte sofort operativ behandelt werden.

Schmerzen im rechten Unterbauch sind typisch für Blinddarmentzündungen. Sie treten vermehrt ab dem Schulalter auf.

Dagegen ist es für Harnwegsinfektionen typisch keine Schmerzen auszustrahlen. Einzige Anzeichen können vermehrtes Wasserlassen mit eventuellen Blasenschmerzen oder erneutes Einnässen sein.

Wenn zusätzlich Fieber und Rückenschmerzen auftreten und zudem  das Allgemeinbefinden stark beeinträchtig ist, deutet das auf eine Beteiligung der Nieren hin. Diagnostisch sollten dann Urin- und Ultraschalluntersuchungen folgen und darauf hin kann ein gezielter Behandlungsplan erstellt werden. Unerkannte Harn-und Nierenerkrankungen aus der Kindheit können Grund für chronisches Nierversagen im Erwachsenenalter sein. Bei den Untersuchungen werden nicht selten auch vorerst unerkannte Fehlbildungen entdeckt.