Sonntag, 1. Mšrz 2015

Erste Hilfe: Wunden und Wundbehandlung

April 11, 2011 by  
Filed under Erste Hilfe

Die meisten Unf√§lle passieren zu Hause und doch wissen wir nicht immer genau, was dann zu tun ist. Dadurch k√∂nnen wir oft nicht ruhig und sachlich mit der Situation umgehen. ¬†Im Folgenden werden einige Tipps im Umgang mit h√§ufig auftretenden Ereignissen gegeben. Aber beachten Sie, wenn Sie sich einer Sache nicht gewachsen f√ľhlen und Sie Zweifel haben, das Richtige zu tun, dann suchen Sie sich immer Hilfe bei einem Arzt.

Behandlung von Wunden

Die Haut kann durch verschiedene Einfl√ľsse von au√üen verletzt werden. Durch gewaltsame Einwirkungen, Hitze, K√§lte oder chemische Stoffe kann die Haut lokal teilweise oder vollst√§ndig zerst√∂rt werden und es entsteht eine Wunde. Auch Blutgef√§√üe, Nerven, Muskeln, Knochen oder sogar Organe k√∂nnen je nach Art und Heftigkeit der Gewalteinwirkung in Mitleidenschaft gezogen werden.

Vorgehen bei Wunden

Offene und blutende Wunden stellen immer ein Infektionsrisiko dar. Daher vermeiden Sie den direkten Kontakt. Tragen Sie zur Sicherheit Einmalhandschuhe.

Die Wunde sollte nicht ausgewaschen werden, außer es handelt sich dabei um Tierbisswunden, Verätzungen oder Verbrennungen.

Verwenden Sie keine Haushaltsmittel wie √Ėl, Mehl, Honig, Puder oder sonstige Mittel (Salben oder Sprays) die f√ľr die Wundversorgung nicht speziell vorgesehen sind. Sie k√∂nnen zu Wundheilungsst√∂rungen f√ľhren und erschweren die √§rztliche Untersuchung.

Entfernen Sie nur kleine und locker sitzende Fremdkörper mit einer Pinzette, die größeren belassen Sie in der Wunde.

Verbinden Sie die Wunde zum Schutz. Größere Wunden und bedrohliche Blutungen lassen Sie bitte ärztlich untersuchen.

Bei allen offenen Wunden muss √ľberpr√ľft werden, ob ein ausreichender Tetanusschutz besteht. Sie k√∂nnen das in Ihrem Impfpass nach schauen. Schon vorab ist die Pflege Ihres Impfschutzes zu beachten. Fragen Sie hierzu ¬†Ihren Arzt oder Apotheker.

Sch√ľrfwunden

Obwohl Sch√ľrfwunden nur oberfl√§chlich sind und wenig bluten, sind sie doch recht schmerzhaft. Nachdem der grobe Schmutz mit einem sauberen Tuch, aus der Wunde entfernt und gegebenenfalls mittels eines Desinfektionssprays desinfiziert worden ist, sollte die Hautverletzung m√∂glichst an der Luft trocknen.

Bei starker Verunreinigung der Wunde kann mit physiologischer Kochsalzl√∂sung oder -¬† wenn nicht zur Hand – mit destillierten Wasser oder frischem Leitungswasser die S√§uberung durchgef√ľhrt werden. Dazu tr√§nken Sie einen Schwamm in der entsprechenden Fl√ľssigkeit und pressen diesen √ľber der Wunde aus, sodass die Fl√ľssigkeit beim √úberstr√∂men der Wunde die Schutzpartikel mit ausschwemmt. Kleine Steine oder Glassplitter k√∂nnen Sie mit einer Pinzette entfernen, gr√∂√üere Fremdk√∂rper sollten von einem Arzt entfernt werden. Ein Pflasterwundverband sch√ľtz vor drohender Wiederverschmutzung oder st√∂render Kleidung.

Wunden mit geringer Blutung

Hier ist oft ein Pflasterwundverband ausreichend. Dazu wird eine sterile Wundauflage mit Heftpflastern auf der Wunde befestigt. Die als Meterware erh√§ltlichen Folien- und Textilpflaster k√∂nnen je nach Gr√∂√üe der Wunde zugeschnitten werden. Sehr praktisch in der Anwendung sind vorgefertigte Pflasterwundverb√§nde, die in verschiedenen Gr√∂√üen in Ihrer Apotheke erh√§ltlich sind. Sind die Hautverletzungen gro√üfl√§chiger, sollten sie mit einer keimfreien Wundauflege abgedeckt und mit Heftpflasterstreifen, Mullbinden oder Dreieckst√ľchern fixiert werden.¬† Bei der Wundversorgung ist immer darauf zu achten, dass die Wundauflage immer gr√∂√üer als die Wund ist und die Klebestreifen die Wunde nicht ber√ľhren.

Wunden mit starken Blutungen

Eine starke, nicht zu stoppende Blutung ist immer gef√§hrlich. Bei √ľberm√§√üigem Blutverlust k√∂nnen die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden, was zu Organversagen und schweren Herz-Kreislauf-St√∂rungen bis hin¬† zu lebensbedrohlichen Schockzust√§nden f√ľhren kann. Daher gilt als erste Ma√ünahme das Anlegen eines Druckverbands zur Blutstillung. Der Verletzte soll sich hinlegen und die betroffene Gliedma√üe, Arm oder Bein, hoch lagern. Schon das vermindert den weiteren Blutverlust. Die erste Lage des Druckverbandes ist ein steriles Wundl√§ppchen aus einem Verbandp√§ckchen und fixieren Sie das mit der Mullbinde. Darauf legen Sie ein weiteres unge√∂ffnetes Verbandp√§ckchen oder ein anderes Druckpolster auf die Wunde und befestigen es mit m√§√üigem Zug mit der Mullbinde.

Vor dem Anlegen des Druckverbands kann durch zus√§tzliches Abdr√ľcken am Arm die Blutung zum Stillstand gebracht werden. Dazu dr√ľcken Sie fest mit vier Fingern auf die Innenseite des Oberarms entlang der Muskell√ľcke. Ist der Druckverband angelegt wird das Abdr√ľcken beendet.

Auf stark blutende Wunden am Kopf oder Rumpf wird eine sterile Wundauflage gepresst.

Abgetrennte Gliedma√üen werden in sterile und trockene Verbandsmaterialien eingewickelt und in einen wasserdichten Plastikbeutel gegeben. Diesen wiederum legen Sie in eine zweite mit Wasser und Eis gef√ľllte Plastikt√ľte.

Benachrichtigen Sie schnellstmöglich den Notarzt!