Samstag, 1. November 2014

Blasenentzündung

Dezember 21, 2009 by  
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Frauen bekommen bis zu ihrem 60. Lebensjahr etwa zehn Mal häufiger Blasenentzündung (Zystitis) als Männer. Ab dem 60. Lebensjahr gibt es etwa gleich viel betroffene Männer und Frauen. Ungefähr die Hälfte aller erwachsenen Frauen ist schon einmal in ihrem Leben an mindestens einer Blasenentzündung erkrankt. Ab und an entstehen nach der ersten Infektion häufig wiederkehrende (rezidivierende) Harnwegsinfekte. In einigen Fällen führt dies zu einer Reizblase und zu einem unkontrollierten Urinverlust, die sogenannte Inkontinenz.

Symptome: Typisch für eine Blasenentzündung sind brennende Schmerzen beim Wasserlassen und permanenter Harndrang. Betroffene haben oft mehrmals pro Stunde das Bedürfnis die Toilette aufzusuchen, teilweise hört selbst in der Nacht der Harndrang nicht auf. Unkontrollierter Harnverlust und Schmerzen im Unterbauch können ebenfalls Hinweise auf eine Harnwegsentzündung hindeuten.

Ursachen: Blasenentzündungen entwickeln sich hauptsächlich aufgrund von Bakterien. In 75 Prozent der Erkrankungen werden sie durch das Darmbakterium Escherichia coli verursacht. Zudem entstehen Harnwegsinfekte durch Geschlechtsverkehr, durch Östrogenmangel nach der Menopause und in Schwangerschaften.

Die Apotheke hilft: Sobald die ersten Symptome einer Blasenentzündung auftreten, sollte die Blase gründlich durchgespült werden. Harntreibende, ungesüßte Tees aus der Apotheke eignen sich hierfür bestens. Betroffenen wird empfohlen, mindestens 2 bis 3 Liter am Tag zu trinken. Spezielle Nieren- und Blasentees enthalten pflanzliche Extrakte wie zum Beispiel aus Goldrutenkraut, Ackerschachtelhalm, Wacholder, Brennessel- oder Birkenblättern. Einige der Substanzen fördern die Harnausscheidung, andere wirken krampflösend. Die Tees können zudem eine Antibiotikabehandlung unterstützen. Präparate aus der Apotheke mit Cranberryauszügen sind ebenfalls wirksam und frei von Nebenwirkungen. Sie können prophylaktisch eingesetzt werden, da sie die Blasenschleimhaut in ihrer Schutzfunktion unterstützen. Neuen Infektionen wird dadurch vorgebeugt. Frauen, die sehr oft unter einer Blasenentzündung leiden, können außerdem pflanzliche Produkte präventiv bzw. krankheitsverhindernd einnehmen. Eine Mischung mit Kürbisextrakt oder mit Liebstöckelwurzel und Tausendgüldenkraut eignet sich hierfür besonders. Heilmitteln mit Bärentraubenblättern wird eine antibakterielle Wirkung nachgesagt.

Grundsätzlich sollten sich Betroffene, die häufiger an einer Blasenentzündung erkranken, einen Selbsttest aus der Apotheke besorgen. Bei dem nächsten Infektionsverdacht kann dieser gleich zu Hause angewendet werden. Um das Testergebnis zu erfahren, muss auf den Teststreifen uriniert werden. Ähnlich wie bei einem Schwangerschaftstest erscheint nach 5 Minuten, ob der Test positiv oder negativ ist. Positiv bedeutet, dass eine bakterielle Infektion vorliegt. In diesem Falle ist ein Arztbesuch unumgänglich.

Was Sie noch tun können:

  • Viel trinken

  • Beim Wasserlassen die Blase komplett entleeren

  • Während des Toilettenganges: immer von vorne nach hinten reinigen

  • Beckenbereich warm halten, zum Beispiel mit Wärmflasche und warmer Unterwäsche

  • Vor Kälte und Nässe schützen: Badesachen stets nach dem Baden wechseln, selbst wenn es draußen warm ist

  • Den Intimbereich nicht übertrieben reinigen: dadurch wird der natürliche Säureschutzmantel der Haut angegriffen und Bakterien haben freie Bahn sich einzunisten und zu vermehren.

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Bei Eintreten der Symptome reicht es zunächst, sich einen Selbsttest aus der Apotheke zu holen. So kann festgestellt werden, ob es sich um eine bakterielle Infektion handelt. Fällt der Test negativ aus, können sich Betroffene mit Selbstmedikation Abhilfe verschaffen. Ist das Testergebnis positiv, ist ein Arztbesuch unumgänglich- selbst wenn die Beschwerden nach zwei Tagen nachlassen. Beil folgenden Symptomen sollte ebenfalls ein Arzt ausgesucht werden:

  • Blut im Urin: wenn der Urin leicht rötlich gefärbt ist

  • Allgemeine Infektanzeichen: Fieber, Schüttelfrost, Rückenschmerzen, extreme Abgeschlagenheit

Der Arzt wird sich gründlich nach den Beschwerden erkundigen. Abhängig von der Symptomatik können sich speziellere Untersuchungen durchaus lohnen. Vor allem der Bauchraum und die Nierenregion werden genau unter die Lupe genommen. Ein Urintest liefert noch weitere Informationen. Eine bakterielle Infektion kann mit einem Antibiotikum behandelt werden. Bei leichteren Harnwegsinfekten reicht es aber meistens, mit weniger Starken Medikamenten zu behandeln. Die Therapie kann dann in 1 bis 3 Tagen abgeschlossen werden.

Sinnvolle Fragen an den Arzt:

  • Wie gefährlich ist eine Blasenentzündung?

  • Was kann man gegen Inkontinenz tun?

Übrigens: Bei Kindern ist die Blasenentzündung die zweithäufigste Infektion. Nur Atemwegsinfektionen kommen noch häufiger vor. Ein Prozent der Jungen und drei Prozent der Mädchen zwischen 1 Monat und 11 Jahren erkranken an einer Blasenentzündung. 30 bis 40 Prozent von ihnen leiden unter einer immer wiederkehrenden Harninfektion. Vor allem Säuglinge in der Windelperiode laufen Gefahr, an einer Blasenentzündung zu erkranken. Da die richtige Diagnose oft erst spät gestellt wird, kann es zu Komplikationen wie etwa eine Nierenbeckenentzündung kommen.