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Albträume

© luna - Fotolia.comAlbträume beeinträchtigen den Schlaf und rufen eine allgemeinen Unausgeglichenheit hervor. Treten die angsteinflößenden Träume häufig oder gar jede Nacht auf, rauben sie Betroffenen oft die Lebensqualität. Doch Wissenschaftler sind sich sicher, dass sich die erschreckenden Bilder vertreiben lassen.

Viele Menschen denken, dass sie ihre Träume nicht beeinflussen können und ihnen hilflos ausgeliefert sind – vor allem bei bösen Albträumen entsteht ein enormer Leidensdruck. Der Albtraum läuft in Bildern ab, die dem Schlafenden oft das Gefühl geben zu fallen oder gejagt zu werden und endet abrupt, wenn der Betroffene schlagartig aufwacht. Oft können die Bilder aber nicht einfach verbannt werden und drücken noch am nächsten Tag auf die Stimmung des Betroffenen.

Ursachen: Träume treten in der sogenannten REM-Phase (Schlafphase) auf, welche durch rasche Augenbewegungen charakterisiert ist. Letztere führen schließlich zum plötzlichen Erwachen und werden daher als Schlafstörung angesehen. Laut einer GfK-Umfrage im Auftrag der Apotheken Umschau leiden ungefähr fünf Prozent aller Deutschen mindestens zwei Mal im Monat unter solchen nächtlichen Horrortrips. Bei traumatisierten Menschen wie etwa durch einen Missbrauch oder Kriegseinsatz sind es sogar 20 Prozent. Trauma-Patienten durchleben in ihren Träumen das Geschehene immer wieder. Treten Träume bei psychisch gesunden Menschen auf, stecken andere Ursachen hinter den Albträumen. Oft sind hierfür Ängste verantwortlich, die in weniger ausgeprägter Form vorhanden sind und in den Betroffenen „schlummern“. Unterdrückte Schuld, Schwäche und Scham werden im Traum widergespiegelt, der Träumende erlebt dann im Schlaf oft ähnliche Situationen.

Der Traumforscher und Professor Michael Schredl nennt Stress als wichtigsten Auslöser von Albträumen. Er weist darauf hin, dass sich Stress allgemein negativ auf den Schlaf auswirkt. Zudem scheinen auch genetische Veranlagungen eine große Rolle zu spielen, so sind kreative und sensible Menschen anfälliger für solch beängstigende Träume. Als weitere Ursache soll das Absetzen des Schlafmittels Benzodiazepin genannt werden.

Wie lässt sich ein Albtraum im Schlaf verändern? Menschen, die unter erschreckenden Träumen leiden müssen diese nicht hilflos hinnehmen, sondern können aktiv etwas dagegen unternehmen. Eine relativ einfache Methode ist die sogenannte Imagery-Rehearsal-Therapy (IRT). Dabei muss der Betroffene den Albtraum aufschreiben und sich anschließend ein selbst gewähltes Ende ausdenken. So kann er sich zum Beispiel vorstellen, dass er bei einer Hetzjagd plötzlich stehen bleibt und bemerkt, dass gar keine Gefahr droht, sondern im Gegenteil etwas positives geschieht. Dieses selbst gewählte Ende muss der Träumer ebenfalls schriftlich festhalten. Die gewünschte Bildfolge prägt sich der Betroffene dann in den kommenden zwei Wochen täglich ein und versetzt sich in den Traum. Die Vorstellungen im Wachzustand fließen nach einiger Zeit in die Träume mit ein. Schredl ist sich sicher, dass dadurch langfristig Albträume reduziert werden können. Und auch in zahlreichen Studien konnte die Wirksamkeit dieser Methode nachgewiesen werden.

Welche Maßnahmen gibt es noch? Weitaus zeitintensiver, aber ebenfalls äußerst effektiv ist das Klarträumen bzw. luzide Träumen. Es zielt darauf ab, dass dem Träumenden bewusst wird, dass er gerade träumt. Dadurch können Trauminhalte direkt verändert oder beendet werden. Dies müssen Betroffene allerdings erst erlernen, indem sie sich mehrmals am Tag die Frage stellen, ob sie gerade träumen oder wach sind. Dabei wird die reale Umgebung wahr genommen, die in der Form im Traum nicht vorkommt. Der sogenannte Realitäts-Test wird dann zur Routine, so dass Betroffene diesen auch im Traum durchführen können und dann bewusster träumen.

Entspannung im Wachzustand können Albträume mindern: Oft treten Albträume seltener auf, wenn Betroffene für mehr Entspannung und Ausgleich im Alltag sorgen. Stressbewältigungen und Entspannungstraining wie zum Beispiel die Muskelentspannung nach Jacobson wirken sich demnach positiv auf den Schlaf aus.