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Geburt

© Marty Kropp - Fotolia.comLediglich sechs von insgesamt 100 Kindern kommen pünktlich zum errechneten Entbindungstermin zur Welt. Die meisten Kinder werden früher geboren und ein kleiner Teil erst nach dem errechneten Geburtsdatum. Bekommen Frauen regelmäßige Wehen, ist dies ein Hinweis darauf, dass die Geburt beginnt. Die Wehen sind aber von den weniger schmerzhaften Senkwehen, die sich häufig etwa vier Wochen vor dem Entbindungstermin bemerkbar machen, zu unterscheiden. Die geburtsankündigenden Wehen sind dadurch gekennzeichnet, dass sie länger als eine Stunde andauern, immer intensiver werden und sich die Abstände zwischen den Wehen stetig verringern (alle fünf bis zehn Minuten). Bei Unsicherheiten der Schwangeren, kann ein Entspannungsbad zu Hause sinnvoll sein. Deuten die Wehen tatsächlich auf den Beginn der Geburt hin, macht sich das durch das Bad bemerkbar. Aber Vorsicht: das Wasser darf auf keinen Fall zu heiß sein!

Bei Fortschreiten der Wehen sollte die Schwangere die Entbindungsklinik aufsuchen. In der Klinik werden zunächst die Herztöne (CTG) überprüft. Anschließend führt die Hebamme eine vaginale Untersuchung durch, um zu kontrollieren, ob sich der Muttermund bereits verändert hat. Ist die nicht der Fall, kann die Schwangere entweder noch einmal nach Hause gehen oder einen ein- bis zweistündigen Spaziergang unternehmen. Nach dem ausgiebigen „Ausgang“ wird erneut der Muttermund abgetastet. Ist dieser geweitet, hat der Geburtsprozess begonnen. Viele Frauen bekommen dann einen Darmeinlauf, um den Darm zu entleeren. Dies hat zwei Vorteile: zum einen entleert sich der Darm dann nicht während der Geburt und zweitens fördert dieser die Wehen. Je nach Belieben kann die Schwangere dann ein entspannendes Bad nehmen oder eine kleine Runde spazieren gehen. In regelmäßigen Abständen wird eine CTG-Kontrolle durchgeführt.

Sobald der Muttermund drei bis vier Zentimeter geweitet ist, wird die werdende Mutter in den Kreißsaal gebracht. Hier wird der Geburtsfortschritt genau beobachtet. Geht die Geburt schleppend voran, kann ein Wehentropf sinnvoll sein. Vor allem, wenn eine PDA verabreicht wurde, setzen die Wehen verzögert ein. Zudem fördert ein Blasensprung die Wehen, da hierbei der Kopf des Kindes direkt auf den Muttermund drückt. Die Öffnung der Fruchtblase (Amniotomie) regt die Wehen auf natürliche Weise an.

Bei einigen Frauen jedoch öffnet sich die Fruchtblase vor dem Einsetzen der Wehentätigkeit. In diesem Fall bemerkt die Schwangere einen plötzlichen Flüssigkeitsverlust aus der Scheide. Innerhalb der letzten drei Wochen vor dem errechneten Entbindungstermin ist dies kein Grund zur Sorge, die Betroffene sollte sich daraufhin ruhig auf dem Weg zur Klinik begeben. Problematisch wird es, wenn sich der Kopf des Kindes noch nicht im Becken befindet, das Kind quer oder in Beckenlage liegt, denn dabei könnte die Nabelschnur vorfallen und die Gefahr besteht, dass sie durch das Kind selbst abgedrückt wird. Kommt es zu den genannten Komplikationen, muss der sofortige Transport im Liegen erfolgen. Ihr Arzt wird Sie darüber informieren, wenn das Risiko besteht.

Bei einem frühzeitigen Blasensprung kommt es häufig zu Wehen. Diese werden unter anderem durch bestimmte Substanzen im Fruchtwasser ausgelöst. Nur selten bleiben die Wehen aus. In diesem Fall sollte die Geburt spätestens 12 Stunden nach dem Blasensprung eingeleitet werden, da durch die geöffnete Fruchtblase schnell Infektionen entstehen können. die Geburtseinleitung erfolgt durch die Zufuhr von Prostaglandinen, dabei handelt es sich um bestimmte Hormone, die der Körper in verschiedenen Organen sogar selbst bildet. Die Hormone werden in Form von Tabletten zugeführt oder als Gel in die Scheide eingebracht. Anschließend werden die Herztöne in regelmäßigen Abständen überprüft. Diese Maßnahme muss oftmals wiederholt werden.

Bei etwa jeder dritten Schwangere findet die Geburt erst nach dem errechneten Entbindungstermin statt. Dies ist prinzipiell nicht weiter schlimm, dennoch sind viele Frauen enttäuscht, weil sie sich auf das Kind freuen und die Schwangerschaft zunehmend belastend empfinden. Viele Schwangere geben Verwandten und Freunden einen späteren Geburtstermin an, um häufige Anrufe zu vermeiden.

Bei Überschreitung des Geburtstermins werden die Herztöne des Kindes alle ein bis zwei Tage kontrolliert. Jede Woche findet zudem die Bestimmung des Schätzgewichtes und der Fruchtwassermenge statt. An der Kindsbewegung in der Gebärmutter kann man feststellen, wie es dem ungeborenen Kind geht. Bei unveränderter Bewegung kann davon ausgegangen werden, dass alles in Ordnung ist. Aktiven Kindern geht es gut. Nur wenn die Kindsbewegung abnimmt, sollte der Rat des Arztes eingeholt werden. Eine reduzierte Fruchtwassermenge könnte die Ursache hierfür sein. Es kommt zudem vor, dass sich das Kind nicht mehr wohl fühlt. Der Ruhezustand sollte aber nicht mit Schlaf- und Wachphasen verwechselt werden.

Die meisten Schwangeren können den Geburtstermin kaum erwarten. Doch so spannend der Geburtsvorgang auch ist, so mechanisch läuft der gesamte Geburtsprozess ab: vorerst muss sich die Gebärmutter bzw. der Muttermund öffnen, damit das Kind mit dem Kopf zuerst durch das Becken der Frau hinaus gedrückt werden kann. Da der obere Beckeneingang queroval ist, muss sich auch der kindliche Kopf quer stellen. In Beckenmitte dreht sich der Kopf in eine Längshaltung, da der Beckenausgang längsoval ist. Anschließend passiert der Kopf den Damm der Frau, der Körper folgt mit einer entsprechenden Drehung. Dieser Ablauf klingt einfacher als es ist Wirklichkeit ist. Jede einzelne Geburt verläuft anders und jede Frau kann die Geburt ihres Kindes nach ihren Wünschen gestalten. Das Gebären ist sowohl auf dem Rücken als auch in Seitenlage möglich. Ungewöhnlich aber möglich ist zudem die Geburt im sogenannten Vierfüßlerstand, dabei stützt sich die Frau auf Knien und Händen auf. Einige Schwangere wählen die Geburt unter Wasser, da diese Methode oftmals entspannender empfunden wird. Verschiedene Kliniken bieten verschiedene Möglichkeiten an, achten Sie bei der Wahl der Klinik darauf.

Die verschiedenen Wehenformen

Schwangerschaftswehen: Schon während der Schwangerschaft können leichte Wehen auftreten, die jedoch nicht unbedingt die bevorstehende Geburt ankündigen. Oft sind sie nur auf einer Seite der Gebärmutter zu tasten.

Senkwehen: Bei unregelmäßigen Wehen in den letzten drei bis vier Wochen vor der Geburt spricht man von den sogenannten Senkwehen. Dadurch wird der Kopf des Kindes in das Becken der Mutter geschoben.

Vorwehen: Die Vorwehen sind unregelmäßig und treten oft wenige Tage vor der Geburt auf. Sie führen allerdings nicht zu einer Öffnung des Muttermundes. Vorwehen sind oftmals recht schmerzhaft für die Schwangeren und führen daher zur körperlichen und psychischen Erschöpfung.

Geburtswehen

Eröffnungswehen: Die Wehen sind regelmäßig und sollen den Muttermund öffnen. Vorerst äußern sie sich ca. alle 10 Minuten, später alle zwei bis drei Minuten. Bei der Erstschwangerschaft kann sich der Vorgang über 12 Stunden lang strecken. Bei einer späteren Schwangerschaft dauern die Eröffnungswehen oft zwischen zwei bis acht Stunden.

Austreibungswehen: Dabei machen sich regelmäßige, kräftige Wehen bemerkbar nach der Öffnung des Muttermundes. Sie kommen alle zwei bis drei Minuten und befördern den kindlichen Kopf durch das Becken. Bei der Erstgeburt dauern sie oft insgesamt 50 Minuten, ein einer Mehrgebärenden etwa 20 Minuten.

Presswehen: Sie sind sogenannte Austreibungswehen, bei der die Frau aktiv mitpresst, um die Geburt des Kindes zu unterstützen.

Nachgeburtswehen: Mit ihnen wird etwa zehn Minuten nach der Geburt des Kindes die Plazenta ausgeschieden.

Nachwehen: Sie dienen der lokalen Kontraktion (Blutstillung) und Rückbildung des Uterus im Wochenbett. Diese sind oft nach einer zweiten oder dritten Geburt intensiver als nach der Erstgeburt.

Dammschnitt

Der Damm ist das Bindegewebe und die Muskulatur zwischen der Scheide und dem Anus. Sobald der Kopf des Kindes zum Vorschein kommt, wird der Damm extrem gedehnt, so dass er sogar reißen kann (Dammriss). Um diesen Riss zu vermeiden, bei dem der Schließmuskel des Darmes beschädigt werden kann, wird oft ein Darmschnitt durchgeführt. Dieser Schnitt ist etwa drei Zentimeter lang und wird etwas links angesetzt (medio-lateral), damit der Schließmuskel dabei nicht beeinträchtigt wird. Der Dammschnitt ermöglicht demnach im Gegensatz zum Dammriss eine gewisse Kontrolle über die Richtung. Die Heilung unterscheidet sich zwischen Schnitt und Riss aber kaum. Sowohl der ungewollte Dammriss als auch der gewollte Schnitt werden direkt vor Ort zugenäht. Sofern keine Periduralanästhesie vorliegt, wird eine lokale Betäubung gegeben. Subjektiv lässt sich der Schnitt besser nähen, da die Wundränder hierbei glatter sind.

Wann der Darmschnitt vorgenommen wird, hängt grundlegend von der Klinik, der Erfahrung der Hebamme, der Gewebestruktur des Dammes, der Größe des kindlichen Kopfes und von der Geschwindigkeit ab, mit der das Kind zum Vorschein tritt. Je nach Engagement der Geburtshilfe, kann ein Riss verhindert aber auch begünstigt werden. Etwa zwei Drittel der Erstgebärenden haben etwa einen Dammriss oder -schnitt. Sowohl der Dammriss als auch der Dammschnitt erfordern einige Tage lang einen weichen Stuhlgang, damit die Wunde schnell heilen kann. Zudem sind Sitzbäder zu vermeiden, damit sich die Fäden nicht verfrüht auflösen. Der Genitalbereich wird am besten mit einer Dusche oder Spülung gesäubert. Nach ein bis zwei Wochen fallen die Fäden normalerweise von selbst ab. Nur selten müssen einige Reste vom Arzt bzw. von der Hebamme entfernt werden. Kaum stopfende Lebensmittel und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (zwei bis drei Liter pro Tag) begünstigen den weichen Stuhlgang.

Im Vorfeld kann eine Dammmassage mit Öl das Risiko für einen Dammriss senken. Diese Methode testen einige Paare, es gibt aber keine Studien, welche die Wirksamkeit der Dammmassage nachweisen. Zudem kann ein epi-no-Katheter den Damm bereits vor der Geburt dehnen. Dieser wird im Scheideneingang täglich vergrößert, wodurch sich auch der Damm allmählich immer mehr dehnt. Die wenigen Studien hierzu versprechen Erfolge.

Kaiserschnitt

Der Kaiserschnitt wird in der Regel auf Höhe der Schamhaare angesetzt. Der Querschnitt ist etwa 12 bis 17 Zentimeter lang. Die Muskelschichten werden sowohl mit spitzen Instrumenten als auch mit den Fingern geöffnet. Danach werden das Bauchfell und die Gebärmutter geöffnet. Aus der Gebärmutter kann auf diese Weise das Kind entnommen werden. Anschließend wird der Mutterkuchen entfernt. Muskelgewebe und Haut werden zuletzt wieder geschlossen. Obwohl die Risiken sehr gering sind, kann es bei Kaiserschnitt zu Blutungen, Infektionen und Verletzungen der nahen Organe kommen. Immerhin der der Kaiserschnitt ein operativer Eingriff und daher nicht zu unterschätzen. Etwa zwei Drittel aller Frauen mit Kaiserschnitt können beim nächsten Kind normal gebären. Nur selten kann der Mutterkuchen bei der nächsten Schwangerschaft mit der Gebärmutter in dem Narbenbereich verwachsen, was zu Komplikationen führen kann. Nach dem Kaiserschnitt ist der Aufenthalt von fünf bis sieben Tagen im Krankenhaus üblich. Dabei kann der normale Heilungsprozess von Ärzten und der Hebamme überwacht werden.

Wunschsectio

Seit mehreren Jahren äußern immer mehr Frauen den Wunsch, per Kaiserschnitt zu entbinden. Viele Schwangere haben Angst vor den Schmerzen (die mit einer PDA gut eingeschränkt werden können) oder möchten Verletzungen im Genitalbereich vermeiden. Beinahe alle Kliniken bieten diese Wunschselectio an. Dennoch muss im Vorfeld ein aufschlussreiches Aufklärungsgespräch statt finden. Dabei kann die Schwangere ihre persönlichen Gründe nennen, warum sie den Kaiserschnitt bevorzugt. Wünschenswert ist eine neutrale, einfühlsame Aufklärung über Risiken und Komplikationen durch die verantwortliche Klinik.

Periduralanästhesie (PDA)

Viele Schwangere nutzen die sogenannte Periduralanästhesie, die mit geringem Risiko die Schmerzen nehmen kann. Die PDA, also die Betäubung, wird über der Wirbelsäule, etwa auf der Höhe des Beckenkamms, gesetzt. Anschließend wird ein Katheter über die Hohlnadel in den Bereich eingeführt, in dem die Nervenwurzeln aus dem Rückenmark liegen. Dadurch wird die Weiterleitung des Schmerzes blockiert. Der gesamte Bereich unterhalb des Brustkorbes ist somit betäubt. Treten Komplikationen auf und ist ein Kaiserschnitt von Nöten, kann die PDA verstärkt werden. Die Risiken der PDA sind relativ gering, in wenigen Fällen kommt es zur Punktion des Rückenmarkskanals, was wiederum zu länger anhaltenden Kopfschmerzen führen kann. Häufig hören die Schmerzen aber von allein wieder auf. Die oft diskutierte Querschnittlähmung nach der PDA ist äußerst selten und bei einer korrekten Anwendung der Anästhesie durch den Arzt praktisch auszuschließen. Die Perisuralanästhesie hat demnach sogar weniger Risiken als sie ohnehin risikoarme Vollnarkose.