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Hexenschuss

© Klaus-Peter Adler - Fotolia.comVon einem Hexenschuss spricht man, wenn ein plötzlicher und stechender Rückenschmerz im Bereich der Lendenwirbelsäule auftritt. Oft reicht eine kleine falsche Bewegung, aber auch ein heftiger Sturz kann diesen auslösen. Mediziner sprechen dann von der akuten Lumbalgie bzw. Lumbago.

Anders als akute oder chronische Rückenschmerzen tritt der Hexenschuss ganz plötzlich auf. Ohne Vorwarnung durchfährt er den Betroffenen und setzt diesen kurzfristig außer Gefecht. Die akute Lumbalgie ist äußerst schmerzhaft, hält aber glücklicherweise nicht lange an. Normalerweise hat der Leidende Schmerzen im Kreuz, in einigen Fällen kommt es außerdem zur Schmerzausstrahlung in eines der Beine.

Ursachen: Eine schlagartige Drehbewegung der Wirbelsäule kann den Hexenschuss auslösen, aber auch das Heben schwerer Gegenstände, schnelles Aufstehen, ungeschicktes Bücken oder sportliche Betätigungen können diesen auslösen. Besonders anfällig sind Menschen, dessen Rückenmuskulatur nicht gestärkt ist, zudem werden durch Kälte die Bedingungen für einen Hexenschuss begünstigt. Weitere Risikofaktoren sind Übergewicht und eine schlechte Körperhaltung, von der zumeist der Rücken betroffen ist sowie gravierende Gesundheitsleiden wie zum Beispiel Bandscheibenschäden, Bandscheibenvorfall oder in seltenen Fällen Tumore im Wirbelkanal, Bauchraum und im kleinen Becken. Experten sind sich des weiteren sicher, dass sich auch seelische Probleme negativ auf die Rückengesundheit auswirken. Viele Betroffene nehmen aufgrund des starken Schmerzes irrtümlicherweise an, es handle sich um einen Bandscheibenvorfall. Glücklicherweise ist der Hexenschuss aber nur selten auf diesen zurückzuführen, häufiger kann als Ursache ein blockierter Wirbel oder eine Muskelzerrung genannt werden. Durch eine ungünstige Körperhaltung oder Bewegung kann es zur Zerrung kleiner Gelenke in der Wirbelsäule kommen, sie verhaken sich und blockieren dann. Da sich in der Körperregion viele Nerven und Nervenfasern befinden, kommt es zu den starken Schmerzen. Zudem kann es zum Hexenschuss infolge einer Verkrampfung und Zerrung der tiefen Muskulatur der Wirbelsäule (autochtone Rückenmuskulatur) kommen.

Symptome: Der Hexenschuss kommt wie aus heiterem Himmel und äußert sich als heftiger, stechender Schmerz im Lendenwirbelsäulenbereich. Betroffene können sich zumeist nicht oder nur kaum bewegen und strecken. Schon minimale Bewegungen verschlimmern den Schmerz und führen zu einer Verkrampfung der Rückenmuskulatur.

Ist der Hexenschuss auf die Bandscheiben zurückzuführen, das sind die Knorpelscheiben zwischen den Wirbelkörpern der Wirbelsäule, muss zwischen einer Bandscheibenwölbung und dem Bandscheibenvorfall unterschieden werden. Die Bandscheiben dienen als Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbelkörpern. Werden diese Bandscheiben zu sehr beansprucht, wie etwa beim Bücken, kann eine Wölbung des Bandscheibenmaterials verursacht werden, die wiederum starke Schmerzen auslöst. Die Bandscheibenwölbung (Protrusion) kann als Vorbote des Bandscheibenvorfalls (Prolaps) gesehen werden. Der Bandscheibenvorfall geht zumeist mit Rückenschmerzen sowie mit einem Taubheitsgefühl, Lähmungen und Gefühlsstörungen im Bein einher.

Wann zum Arzt: Der Hexenschuss kann oftmals selbst behandelt werden. Dauern die Schmerzen nach drei Tagen allerdings noch immer an, sollte der Arzt umgehend aufgesucht werden, da das Schmerzgedächtnis die Wechseldynamik zwischen Verspannung und Schmerz abspeichert und damit die Gefahr steigt, zu einem späteren Zeitpunkt erneut einen Hexenschuss zu bekommen. Ob ein Bandscheibenvorfall vorliegt, kann mithilfe eine Röntgenuntersuchung oder einer Computertomographie festgestellt werden. Sofern die Ursache des Hexenschusses geklärt wird, kann der Arzt eine geeignete Therapie durchführen.

Behandlung: Menschen, die einen Hexenschuss erleiden, können ihrem Arzt häufig recht genau mitteilen, in welcher Situation bzw. Bewegung dieser aufgetreten ist (z. Bsp. beim Bücken, Heben oder beim Aussteigen aus dem Auto). Darüber hinaus wird der Arzt sich erkundigen, an welcher Stelle genau der Schmerz liegt und ob dieser in Gesäß oder Bein ausstrahlt. Zudem ist es wichtig, dass der Arzt über Blasen- und Darmstörungen informiert wird. Letztendlich wird geklärt, ob bereits Rückenprobleme, ein Hexenschuss oder sogar ein Bandscheibenvorfall aufgetreten sind. Neben einigen anderen Untersuchungen wird geprüft, ob das Gefühlsempfinden (Sensibilität), die Bewegungsfähigkeit (Motorik) oder die Reflexe beeinträchtigt sind. Sofern die Ursache des Hexenschusses diagnostiziert wurde, kann der Arzt diese gezielt therapieren. Unter Umständen müssen blockierte Wirbel oder das Kreuz-Darmbein-Gelenk eingerenkt werden. Liegt ein Gelenkverschleiß vor, wird ein Schmerzmittel gespritzt, um die Beschwerden zu lindern. Eine gestärkte Muskulatur kann einem Hexenschuss vorbeugen. Daher sind regelmäßige Gymnastikübungen empfehlenswert.