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Keuchhusten (Pertussis)

Beim Keuchhusten (Pertussis) handelt es sich um eine schwere Atemwegserkrankung, die Kinder und Erwachsene gleichermaßen treffen kann. Betroffene müssen in der Regel zu Hause bleiben, da die Ansteckungsgefahr sehr hoch ist. Besonders gefährlich ist der Keuchhusten bei Kleinkindern unter sechs Monaten, da es bei ihnen zu plötzlichen Atemstillständen kommen kann.

Symptome: Mediziner ordnen die Beschwerden des Keuchhustens in drei Stadien ein: ca. ein bis zwei Wochen nach der Ansteckung beginnen die ersten grippeähnlichen Symptome wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen. Wiederum ein bis zwei Wochen später kommen oftmals krampfartige Hustenattacken mit schweren Keuchanfällen (plötzliches Einatmen) hinzu. Vor allem in der Nacht, aber auch bei körperlichen Betätigungen und Stress treten solche Hustenausbrüche auf. Bei etwa 50 Prozent der Erwachsenen wird der Keuchhusten zusätzlich von Würgen und Erbrechen begleitet. In einigen Fällen (bei etwa 25 Prozent) kommt es außerdem zu Nebenerkrankungen wie eine Mittelohrentzündung, starker Gewichtsabfall, Rippenfraktur, Leistenbruch, Inkontinenz und Lungenentzündung. In der dritten Phase der Erkrankung bessern sich die Hustenattacken. Ohne medizinische Versorgung kann der Heilungsprozess sechs bis zehn Wochen andauern.

Bei Kindern treten häufiger Symptome wie Fieber und Halsschmerzen auf als bei Erwachsenen. Allerdings besteht vor allem bei sehr kleinen Kindern unter sechs Monaten die Gefahr des Atemstillstandes.

Ursachen: Der Keuchhusten wird durch Bakterien übertragen (Bordetella pertussis). Da die Gefahr der Ansteckung hoch ist, müssen Erkrankte Menschenmengen meiden und sich im eigenen Heim auskurieren. Die Bakterien, welche über die Tröpfcheninfektion (also durch Sprechen, Husten, Niesen) weitergegeben werden, attackieren das Immunsystem und greifen das Gewebe an. Im Verlauf der Krankheit vermehren sie sich in den oberen Hautschichten der Atemwegsschleimhäute.

Zudem ist eine Infektion mit den Bakterien Bordetella parapertussis möglich. Diese besondere Erregerart löset zwar ebenfalls Keuchhusten aus, allerdings ist hierbei der Krankheitsverlauf kürzer und milder.

Inkubationszeit: Die Inkubationszeit, also die Dauer zwischen der Ansteckung und das Auftreten der ersten Symptome, beträgt etwa fünft bis vierzehn Tage. Dann beginnen zumeist die ersten grippeähnlichen Beschwerden.

Diagnose: Durch einen Test auf eine mögliche bakterielle Infektion, lassen sich die Erreger des Keuchhustens nachweisen. Dieser wird jedoch oftmals bei Erwachsenen aufgrund des aufwendigen Verfahrens und der hohen Kosten nicht durchgeführt, so dass die Krankheit bei einigen Patienten nicht entdeckt wird. Ein Abstrich in der Nase zeigt bei Jugendlichen und Erwachsenen oft kein zuverlässiges Ergebnis. Bei Kleinkindern und Säuglingen allerdings funktioniert diese Maßnahme in der Regel recht gut.

Zumeist kann eine Diagnose schon aufgrund der heftigen Hustenattacken diagnostiziert werden. Nach einigen Wochen lassen sich zudem Antikörper im Blut nachweisen, die sicher auf Keuchhusten hinweisen.

Behandlung: Nur selten ist der Aufenthalt im Krankenhaus erforderlich. Selbst Kinder können zumeist ambulant therapiert werden. Antibiotika lindern zwar nur bedingt die Beschwerden, da sie häufig relativ spät zugeführt werden, doch können sie die Ansteckungsgefahr bereits nach fünf Tagen verhindern. Sinnvoll sind antibakterielle Arzneimittel wie Azithromycin, Clarithromycin und Roxithromycin sowie Alternativmedikamente wie Erythromycin oder Cotrimoxazol. Viele Medikamente mindern zwar die Symptome kaum, doch können sie das Ausbreiten der Erreger hemmen. Deshalb empfiehlt sich eine medikamentöse Therapie in jedem Fall.

Impfung: Viele Kinder werden gegen Keuchhusten geimpft. Der Impfschutz hält dann schätzungsweise zehn bis zwanzig Jahre an. Eine Immunität wird ebenfalls durch eine Erkrankung erreicht, diese lässt allerdings bereits nach drei Jahren nach.

Besteht eine akute Ansteckungsgefahr, wenn etwa ein naher Verwandter erkrankt ist, können präventiv Medikamente (Chemoprophylaxe) verabreicht werden.

Übrigens: Schätzungsweise erkranken in Deutschland jedes Jahr von 180 Menschen je 100.000 Einwohner an Keuchhusten. Im Laufe der letzten Jahre sind immer mehr ältere Menschen erkrankt. Mehr als die Hälfte der Betroffenen sind 25 Jahre oder älter.