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Kosmetik: Wirkstoff-Lexikon

Ein Gang durch die Kosmetikabteilung zeigt uns, wie vielfältig die Kosmetikindustrie ist. Auf jeder Flasche und jedem Tiegel können wir sehen, welche Wirkstoffe das Produkt enthält und welche Wirksamkeit es aufweist. In der Europäischen Union sind zahlreiche Duftstoffe, Vitaminzusätze, Konservierungsmittel und Farbstoffe zulässig. Allerdings muss der Hersteller die Inhaltsstoffe angeben. Da uns dies nicht bloß Klarheit verschafft sondern ganz schön verwirrend sein kann, sollen die wichtigsten Wirkstoffe im Folgenden aufgeschlüsselt werden.

Allantoin: Es handelt sich hierbei um einen heilenden Wirkstoff, der verschiedenen Pflanzen wie Beinwell, Weizenkeimen oder Rosskastanien entnommen wird. Da Allatoin Wunden schneller heilen lässt und die Zellteilung fördert, werden viele Heilsalben mit ihm angereichert. Aber auch in vielen Kosmetikartikeln befindet sich der pflanzliche Wirkstoff. In vielen Pflegeprodukten sorgt er für eine geglättete, geschmeidige Haut. In Sonnencremes und Deodorants dagegen sollen Hautreizungen vermieden werden. In Verbindung mit Kamillenöl sorgt Allantoin für die Regeneration der Haut über Nacht. Der Inhaltsstoff eignen sich besonders bei trockener und empfindlicher Haut sowie bei Aknegeplagten.

Bisabolol: Typisch für die synthetisch hergestellte Substanz ist der süßliche Geruch. Der Wirkstoff ist vor allem im ätherischen Öl der Kamille und in der Schafgarbe enthalten. In der Kosmetik wird Bisabolo vor allem aufgrund seiner entzündungshemmenden, regenerierenden, hautberuhigenden und antibakteriellen Wirksamkeit verwendet. Bisabolol befindet sich daher häufig in schützenden Pflegeprodukten wie Sonnencremes, After-Sun-Cremes, Rasierwasser, Mundwasser und in Babypflegeprodukten vor.

Carnaubawachs: Das Carnaubawachs ist das härteste Wachs, es wird von den großen Blättern der brasilianischen Carnaubapalme gewonnen. Die Kosmetikindustrie nutzt seine glättende und pflegende Wirksamkeit. Da die Substanz gesundheitlich völlig unbedenklich ist, werden oftmals Lippenstifte mit Carnaubawachs angereichert.

Duftstoffe: In den meisten Kosmetikprodukten befinden sich Duftstoffe, da sie dem Präparat eine angenehm riechende Note verleiht. Zudem können die natürlichen Gerüche einiger anderer Substanzen somit überdeckt werden. Menschen mit empfindlicher Haut sollten aber vorsichtig im Umgang sein, denn Duftstoffe können die Haut reizen und Allergien hervorrufen. Achten Sie daher auf Cremes und Salben, die keine Duftstoffe (parfümfrei) enthalten.

Emulgatoren: Sie werden überall dort eingesetzt, wo Öle, Fette, Wachs und Wasser vermischt werden, da normalerweise fettige und wässrige Stoffe nicht miteinander verschmelzen. Diese Wirkstoffe werden häufig auch Tenside genannt, bei einigen Menschen verursachen sie allerdings Reizungen der Haut.

Fruchtsäure: Gerne bedient sich die Kosemtik an den in Früchten (z. Bsp. Weintrauben, Zitronen, Äpfel) enthaltenen Säuren, da sie effektiv gegen Falten, Aknevernarbungen und Pigmentflecken helfen. Doch die Fruchtsäure kann der sensiblen Haut auch schaden, Reizungen begünstigen und die obere Hornschicht der Haut abschälen – vor allem in der warmen Jahrezseit ist Vorsicht geboten. Dabei wird die Haut zwar geglättet, aber in einigen Fällen gleichzeitig angegriffen. Deshalb darf der Anteil in frei verkäuflichen Produkten nicht zu hoch sein. Menschen mit empfindlicher Haut sollten dennoch auf Pflegepräparate mit Fruchtsäuren verzichten. Hochkonzentrierte Fruchtsäure sollte zudem nur von Dermatologen angewendet werden.

Glyzerin: Glyzerin ist ein natürlicher Grundbestandteil aller Fette sowie ein einfacher dreifacher Alkohol. Die Substanz kann recht vielseitig verwendet werden. In der Kosmetik spendet der Wirkstoff Feuchtigkeit, macht die Pflegeprodukte haltbarer und ist allgemein gut verträglich.

Harnstoff: Der Harnstoff (auch Urea) verfügt über viele gewinnbringende Eigenschaften: er kann das Wasser in der Haut binden, sorgt daher für Feuchtigkeit, beseitigt abgestorbene Hautzellen, wirkt gleichzeitig wie ein sanftes Peeling und hilft der Haut, sich leichter zu regenerieren. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Die Haut wirkt weicher, geschmeidiger und glatter.

Jojobaöl: Der Samen des amerikanischen Jojobastrauchs ist äußerst wertvoll für die Kosmetikindustrie. Das Jojobaöl ist eigentlich ein flüssiges Wachs, da jede Menge wichtige Vitamin- und Mineralstoffe wie Vitamin E und A enthält. Es spendet der Haut viel Feuchtigkeit, strafft sie und lässt sie samtweich aussehen. Zudem zieht das natürliche Öl schnell in die Haut ein, ohne dabei einen Fettfilm zu hinterlassen und soll sogar gegen Schwangerschaftsstreifen und Cellulite helfen. Jojobaöl ist außerdem für jeden Hauttyp geeignet.

Lanolin: Lanolin besteht größtenteils aus Wollwachs. Es pflegt die Haut auf schonende Weise, reguliert den Wasserhaushalt und unterstützt die Wundheilung. Lanolin ist vor allem in Hautcremes enthalten.

Meeresalgen: Die speziellen Gewächse auf den Tiefen des Meeres riechen zwar oftmals etwas unangenehm, sind aber für die Kosmetik nahezu unverzichtbar. Sie liefern der Haut wichtige Spurenelemente, Proteine und Mineralstoffe, spenden jede Menge Feuchtigkeit, regen die Zellteilung an, verlangsamen die Hautalterung und schützen die Haut vor dem Austrocknen. Sie sollen zudem eine straffende Wirkung haben und deshalb gegen Cellulite helfen. Zudem wird ihnen eine Schützfunktion vor den schädlichen freien Radikalen nachgesagt.

Paraffin: Viele Dermatologen sind sich einig, dass Paraffin einer der verträglichsten Stoffe ist. Zudem eignet sich die Anwendung vor allem bei Allergikern. In der Naturkosmetik wird der Wirkstoff aus Umweltschutzgründen jedoch nicht verwendet, da es sich hierbei um ein Nebenprodukt der Mineralölproduktion handelt. Eine pflanzliche Alternative sind Öle wie zum Beispiel Olivenöl.

Q10: Das Co-Enzym Q10 (Ubichinon) ist eines der Antioxidanzien, welche gegen hautschädigende Faktoren wie Sonnenlicht, Stress und Umwelteinflüsse schützt. Ist das Q10 in Cremes enthalten, vermindert es den Kollagenabbau und kann so Falten und schlaffer Haut entgegenwirken.

Retinol: Retinol ist die reine Form von Vitamin A (Vitamin A1). Es verwandelt sich im Körper zur Vitamin-A-Säure Tretinoin. In der Medizin wird es als Mittel gegen Falten, schlaffe Haut und Pigmentflecken eingesetzt. Selbst eine geringe Menge kann die Haut schützen und gegen alters- und umweltbedingte Faktoren helfen. Leider kann die Vitamin-A-Säure die Haut reizen, irritieren und die Haut dünner und infolge dessen sensibler für Sonnenstrahlen machen. Daher werden in Deutschland nur geringe Konzentrationen verwendet. Zusätzlich sollte im Sommer immer ein Sonnenschutz verwendet werden.

Salizylsäure: Das Kristallpulver ist eine bedeutende Substanz, um die Haut zu reinigen. Es ist in vielen Peelings und Reinigungscremes enthalten, da es abgestorbene Hautschüppchen entfernt. Besonders geeignet ist die Salizylsäure bei unreiner Haut, da sie Keime abtötet. Mittlerweile wird der Wirkstoff synthetisch hergestellt, obwohl er in der Natur (genauer in der Weidenrinde) zu finden ist.

Vitamine: Der Körper selbst kann keine Vitamine erzeugen, dennoch braucht er die Nährstoffe um gesund zu bleiben. In Kosmetikprodukten helfen die Vitamine gegen Falten, hemmen Entzündungen und bekämpfen die freien Radikale.

Wasser: Die Basis vieler Kosmetikprodukte ist Wasser (Aqua). Bei einigen Cremes, Gels und Salben beträgt der Wasseranteil sogar bis zu 90 Prozent.