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Mehrlingsschwangerschaft

Eine eineiige Zwillingsgeburt gehört zweifelsfrei zu den kleinen Wundern dieser Erde. Ein Zellhaufen teilt sich und es entstehen zwei genetisch identische Zellhaufen, die sich wiederum zu zwei genetisch identische Menschen entwickeln. Diese sind aber oftmals charakterlich völlig verschieden.

Bildung von Zwillingsgeburten: Spaltet sich das Ei innerhalb der ersten drei Tage, entwickeln sich beide Kinder separat in eigenen Fruchthöhlen und mit zwei Plazenten. Teilt sich das Ei aber erst zwischen dem dritten und dem achten Tag, wachsen die Zwillinge zwar in verschiedenen Fruchthöhlen (= diamnial), aber in einem Mutterkuchen auf. Findet die Trennung noch später statt, also ab dem achten Tag, können beide Kinder sogar in einer gemeinsamen Fruchthöhle reifen. Letzteres kann allerdings in Schwangerschaften zu vermehrten Problemen führen. Siamesische Zwillinge sind Kinder, bei denen die Trennung nicht vollständig funktioniert hat. Diese sind jedoch zum Glück äußerst selten. Zudem können Ärzte auf dem Ultraschallbild relativ früh erkennen, wenn Siamesische Zwillinge heranwachsen. In diesem Fall wird den werdenden Müttern häufig zu einer Abtreibung geraten.

Häufigkeit: Schätzungsweise liegt die Häufigkeit einer Zwillingsschwangerschaft bei 1:85. Aufgrund der immer öfters angewendeten Sterilitätstbehandlung (medizinische Therapie von Fruchtbarkeitsstörungen des Mannes oder der Frau) kommt es zu immer mehr Zwillingsgeburten. Zwei von drei Zwillingsschwangerschaften sind zweieiige Zwillinge, d.h. dass zwei Eizellen befruchtet werden, die sich beide in der Gebärmutter entwickeln. Anders als eineiige Zwillinge sind zweieiige Zwillinge nicht genetisch identisch, deshalb kann das Geschwisterpaar hierbei aus einem Jungen und einem Mädchen bestehen. So schön eine Zwillingsgeburt sein kann, so gefährlich ist sie aber auch. Nur etwa zwei Drittel aller Zwillingsgeburten erlangen ein überlebensfähiges Alter. Bei etwa einem Drittel endet die Schwangerschaft mit einer Fehlgeburt, d.h. dass mindestens eines der Kinder innerhalb der ersten drei bis vier Monate abgeht. Die Ursache hierfür ist noch nicht völlig bekannt, Mediziner vermuten aber, dass die Natur das Risiko der Zwillingsschwangerschaft bemerkt und zumindest einem der Kinder ein sichereres Leben spendet.

Zweieiige Zwillinge: Zweieiige Zwillinge haben generell zwei Fruchtblasen und zwei Mutterkuchen. Je älter die Eltern sind, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit einer zweieiigen Zwillingsgeburt. Zudem treten innerhalb von Familien zweieiige Zwillingsgeburten vermehrt auf. Zeigt das Ultraschallbild deutlich, dass eine Zwillingsschwangerschaft vorliegt, muss geklärt werden, ob die Zwillinge in einer oder zwei Eizellen heranwachsen. Zwillinge mit unterschiedlichem Geschlecht sind immer zweieiig. Dies lässt sich allerdings frühestens ab der 14. Schwangerschaftswoche erkennen.

Risiken: Ist auf dem Ultraschallbild eine dicke Trennwand zu sehen, ist dies ein Hinweis auf zwei getrennte Embyonen. Eine dünne Trennwand hingegen deutet eher auf einen gemeinsamen Mutterkuchen hin, sie birgt Risiken wie zum Beispiel das sogenannte feto-fetale-Transfusionssyndrom. Die geschieht aufgrund von mittelgroßen Gefäßkurzschlüssen zwischen den Blutkreisläufen der Kinder. Das Blut pendelt dann zwischen beiden Zwillingen. Der Vorgang an sich ist zwar völlig unproblematisch, es kann allerdings zu einem Ungleichgewicht kommen, wenn das eine Kind mit zu wenig und das andere mit zu viel Blut versorgt wird. Diese Komplikation geht oftmals mit einer starken Vergrößerung des Bauchvolumens einher, da mit dem Blut auch die Fruchtwassermenge des Kindes ansteigt. Manchmal kann eine Operation sinnvoll sein, in der die Gefäßkurzschlüsse durch Laser getrennt werden. Vorzeitige Wehen treten bei Zwillingsgeburten vermehrt auf, da der Bauchumfang aufgrund der zwei Kinder größer ist. Und auch Bluthochdruck begleitet oftmals eine Zwillingsschwangerschaft. Da die Risiken insgesamt höher sind, müssen Vorsorgeuntersuchung noch häufiger wahrgenommen werden als bei Einlingsschwangerschaften.

Mehrlingsgeburt: Eine Mehrlingsschwangerschaft ist immer etwas ganz besonderes, stellt aber auch ein großes Risiko dar. Auch bei der Geburt kann es schneller zu Komplikationen kommen. Bei Zwillingen in einer gemeinsamen Fruchthöhle sollte ein Kaiserschnitt rechtzeitig durchgeführt werden, da die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen bei der vaginalen Geburt zum Ende der Schwangerschaft hin deutlich ansteigt. Ob eine andere Zwillingsgeburt auf dem natürlichen Weg stattfinden oder per Kaiserschnitt geschehen sollte, hängt vom Gewicht der Kinder ab. Bei der vaginalen Geburt ist es wichtig, dass das geschätzte Gewicht der Kinder jeweils über 2.000 g liegt. Beide Zwillinge sollten zudem etwa gleich viel wiegen und das erste Kind, d.h. das unten liegende Kind, sollte sich in Schädellage befinden. Die Position des zweiten Kindes ist dabei eher unwichtig, da es sich beim Geburtsvorgang noch drehen kann. Selbst wenn das zweite Kind aus der Beckenendlage geboren wird, ist dies nicht so schlimm, da das erste Kind den Geburtskanal bereits gedehnt hat.

Sinnvoll ist stets eine Periduralanästhesie, da mit ihr weitere geburtshilflich-operative Maßnahmen gut durchzuführen sind. Generell anzuraten ist die Wahl einer erfahrenen Klinik, da diese bei Komplikationen während der Zwillingsgeburt am besten behandeln kann.