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Migräne

Migräneattacken haben einen starken Einfluss auf die Arbeitsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen. Jeden Tag werden in Deutschland rund 350.000 Menschen von solchen Migräneanfällen überrascht. Insgesamt leiden sechs bis acht Prozent der Männer und 12 bis 14 Prozent der Frauen unter Migräne. Frauen zwischen dem 35. und 45. Lebensjahr sind am häufigsten betroffen.

Symptome: Typische Beschwerden einer Migräne sind plötzliche, meist einseitig auftretende, pulsierende oder pochende Kopfschmerzen, die sich bei körperlichen Aktivitäten verschlimmern. Symptome wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Lärmempfindlichkeit begleiten die Migräne häufig. Etwa 10 bis 15 Prozent der Anfälle beginnen mit einer halb- bis einstündigen Aura-Phase. Hierbei kommt es meistens zu Sehstörungen und Sprachstörungen sowie zu einem Taubheitsgefühl. Migräneattacken können ganz unterschiedlich lange andauern (vier Stunden bis drei Tage). Zudem unterscheiden sich die einzelnen Anfälle in ihren Beschwerden. Einige Betroffene haben vor allem Kopfschmerzen, bei anderen dominiert die Übelkeit oder Lichtempfindlichkeit.

Ursachen: Die genauen Ursachen sind derzeit noch nicht bekannt. Die Forschung kam dennoch zu dem Ergebnis, dass sich die Blutgefäße während einer Migräneattacke weiten und die Nerven übermäßig gereizt werden. Offenbar gibt es hierbei einen Zusammenhang mit dem Serotonin, ein Botenstoff im Gehirn. Zugleich reagieren Migränepatienten empfindlicher auf äußere Reize. Triggerfaktoren wie Schlafmangel, Stress, unregelmäßiger Schlafrhythmus, bestimmte Nahrungsmittel, Alkohol oder hormonelle Veränderungen scheinen demnach solche Kopfschmerzattacken auszulösen, da durch die Trigger schmerzauslösende Botenstoffe im Gehirn abgesondert werden.

Die Apotheke hilft: Schon bei den ersten Anzeichen einer Migräneattacke sollten Betroffene sofort handeln. Medikamente aus der Apotheke mit den Wirkstoffen Naratriptan, Acetylsalicylsäure (1000 mg ASS), Ibuprofen (400 mg), Paracetamol (1000 mg) und Phenazon (1000 mg) eignen sich besonders gut. Sinnvoll ist außerdem das Kombinationspräparat mit ASS (500 mg), Paracetamol (500 mg) und Coffein (130 mg). Unter den genannten Wirkstoffen spielt das Naratriptan eine besondere Rolle, denn es gehört zur Gruppe der überwiegend verschreibungspflichtigen Triptane.

Die Triptane eignen sich deshalb so gut zur Behandlung von Migräne, da sie dem eigenen Botenstoff Serotonin ähneln. So können sie Schmerz- und Entzündungsprozesse bei einer Migräne blockieren und helfen außerdem gegen Übelkeit, Erbrechen und Lichtempfindlichkeit. Werden die speziellen Migränearzneistoffe direkt zu Beginn einer Migräneattacke eingenommen, kann diese erheblich kürzer und weniger schmerzhaft ausfallen. Aber Vorsicht: während der Aura-Phase sollten sie nicht eingenommen werden. Triptane wirken zudem lediglich bei Migräne, nicht etwas bei anderen Kopfschmerzarten. Oftmals reicht eine einzige Tablette aus, pro Tag sollten nicht mehr als zwei Tabletten der Triptane eingenommen werden. Grundsätzlich sollten Kopfschmerz- und Migräne-Medikamente nicht länger als drei Tage hintereinander und nicht mehr als zehn Tage im Monat eingenommen werden. Die Wirkstoffe Diphenhydramin und Dimenhydrinat helfen gezielt gegen Übelkeit und Erbrechen. Neben den verschriebenen Migräneprodukten können zudem Migräneprophylaxe sinnvoll sein. Zur Vorbeugung gibt es pflanzliche Mittel wie die pestwurz-Kapseln oder spezielle Produkte mit Magnesium und Vitamin B2 sowie mit dem Coenzym Q10.

Was Sie noch tun können:

  • Kopfschmerztagebuch: Es kann helfen, eine mögliche Ursache zu entdecken. Schreiben Sie stets auf, wann die Kopfschmerzen beginnen, wie lange sie dauern, welche Begleitsymptome auftreten und welche eventuellen Auslöser in Frage kommen wie zum Beispiel Medikamente oder ein bestimmtes Zyklusstadium der Frau

  • Selbst am Wochenende und im Urlaub auf einen regelmäßigen Schlafrhythmus achten

  • Ausdauersportarten können sich positiv auf Kopfschmerzen auswirken

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Bei ungewöhnlich starken Kopfschmerzen sollten Betroffene unbedingt den Hausarzt aufsuchen. Der Arztbesuch ist außerdem notwendig, wenn sich die Art der Kopfschmerzen verändern oder Symptome wie Nackensteife oder Bewusstseinsstörungen auftreten. Informieren Sie Ihren Arzt über die genauen Beschwerden und ihre Dauer sowie über Einnahmehäufigkeit von Schmerzmitteln. Eine körperliche Untersuchung unterstützt das Ergebnis. Migräneattacken sollten stets behandelt werden, der Arzt kann Ihnen verschreibungspflichtige Medikamente verschreiben. Fragen Sie zudem, ob Migräne heilbar ist und was vorbeugend bzw. prophylaktisch eingenommen werden kann.

Übrigens: Nicht nur während einer Migräne steigt der Serotoningehalt im Blut, sondern auch mit dem weiblichen Zyklus schwankt die Konzentration des Serotonins. Die ist der Grund, warum Frauen während der Menstruation ein höheres Risiko aufzeigen, eine Migräneattacke zu bekommen. Migräne scheint außerdem vererbbar zu sein. Kinder von betroffenen Eltern leiden häufiger an Migräne als Kinder mit gesunden Eltern.

Aber auch Männer haben ein zunehmendes Risiko, an Migräne zu erkranken. Dies ist oftmals auf Stress zurück zu führen. Migräne hat nichts mit einer psychischen Labilität zu tun.