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Rheumatoide Arthritis

Die häufigste chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung ist die Rheumatoide Arthritis (kurz: RA oder auch chronische Polyarthritis). Etwa ein Prozent der Bundesbürger leidet unter der speziellen Erkrankung, die unbehandelt zur nicht mehr behebbaren Gelenkzerstörung führt. Solche gravierenden Gelenkschäden lassen sich jedoch mit modernen Behandlungsmöglichkeiten weitgehend bremsen oder sogar ganz vermeiden. Frauen sind übrigens insgesamt deutlich häufiger bteroffen als Männer.

Symptome: Die RA tritt schleichend ein, oft leiden Betroffene vorerst unter einem allgemeinen Krankheitsgefühl, Schlappheit, leichtem Fieber und diffusen Gelenkbeschwerden. Typisch für den Krankheitsverlauf sind Schwellungen der kleinen Gelenke an Händen und Füßen, die oftmals symmetrisch verteilt sind.

Ursachen: Bislang sind die genauen Ursachen der Rheumatoiden Arthritis nicht bekannt. Wissenschaftler vermuten aber, dass das Immunsystem fehlgesteuert ist und die körpereigenen Gelenke sowie verschiedene Gewebe angreift und auf diese Weise langsam zerstört. Auch erbliche Faktoren kommen als Ursache in Frage, da die RA in Familien vermehrt auftritt.

Die Apotheke hilft: Salben mit einem antientzündlichen Wirkstoff wie Ibuprofen oder Diclofenac können bei starken Gelenkschmerzen begleitend zur verschriebenen Therapie angewendet werden. Eine intensivere Wirkung haben Schmerztabletten mit den Inhaltsstoffen Diclofenac, Naproxen oder Ibuprofen. Diese Schmerzmittel sind in der Apotheke freiverkäuflich erhältlich, sollten aber dennoch erst nach Rücksprache mit dem Arzt eingenommen werden.

Eine antientzündiche Wirksamkeit haben außerdem Präparate, die Extrakte der Weidenrinde enthalten. Warme Rheumabäder oder kühlende Kompressen können ebenfalls die Schmerzen lindern. Wärme und Kälte können die Beschwerden gleichermaßen reduzieren, dies ist von Patient zu Patient verschieden. Alternativ bietet die Apotheke Kapseln mit hoch dosiertem Fischöl bzw. Omega-3-Fettsäuren, die den Entzündungsverlauf hemmen. Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die fischölhaltigen Produkte den Verbrauch an Schmerzmitteln reduziert. Man geht zudem davon aus, dass hoch dosiertes Vitamin E antientzündlich wirkt und Selen die Symptome der RA mildern kann.

Was Sie noch tun können:

  • Abnehmen: Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich. Eine trainierte Muskulatur entlastet die Gelenke enorm

  • Mit dem Rauchen aufhören: Substanzen Im Rauch fördern Entzündungsprozesse

  • Gesunde Ernährung mit reichlich fettem Fisch (zum Beispiel Hering und Makrele), denn diese enthalten die wichtigen Omega-3-Fettsäuren. Rotes Fleisch hingegen sollte vermieden werden, da es Arachidonsäure enthält, welches Entzündungen unterstützt

  • Sport: wählen Sie Sportarten, welche die Gelenke schonen (zum Beispiel Schwimmen)

  • Impfungen: lassen Sie sich regelmäßig impfen, da RA-Patienten ein höheres Infektionsrisiko aufzeigen

Arztbesuch sollte erfolgen bei: Besteht der Verdacht auf Rheumatoide Arthritis, muss schnell gehandelt werden, um Folgeschäden auszuschließen. Deshalb ist der Arztbesuch bei allen Gelenkbeschwerden bzw. -schwellungen unumgänglich. Folgende Symptome können auf eine RA hinweisen:

  • Gelenkschmerz: Schmerzen in Händen und Füßen, vor allem nachts und im Ruhezustand. Typisch ist, dass sich die Beschwerden durch Bewegung bessern und die Gelenke morgens für 30 Minuten oder länger „steif“ sind

  • Gelenkschwellung: Schwellungen der Gelenke an Fingern oder Zehen. Die Endgelenke sind häufig nicht betroffen

Der Hausarzt kann einen Schnelltest auf bestimmte Antikörper (MCV-Antikörper) durchführen und so feststellen, ob der Verdacht auf Gelenkentzündun bestätigt werden kann. Im Falle des Verdachts, wird der Hausarzt eine Überweisung an den Rheumatologen ausstellen. Hier ist es möglich, das Blut auf rheumaspezifische Antikörper zu testen. Eventuell werden bildgebende Methoden wie Röntgen, MRT und Ultraschall angewendet. Diagnostiziert der Arzt dann tatsächlich RA, beginnt unverzüglich die Behandlung mit immunsupprimierenden Arzneimitteln, den sogenannten Disease Modifying Antirheumatic Drugs (DMARD). Methotrxat und Sulfasalazin gehören zu den Basismedikamenten.

In einigen Fällen wird zusätzlich ein niedrig dosiertes Kortison, welches stark antientzündlich wirkt, verordnet. Das Nachtkortikoid ist ein ganz neues Arzneimittel, es wird vor dem zu Bett gehen eingenommen. Da die Wirkung der Inhaltsstoffe verzögert mitten in der Nacht einsetzt, wird der Körper genau dann mit Medikamenten versorgt, wenn er es braucht. Reicht das Basistherapeutikum allein nicht aus, wird die Behandlungsweise durch eine Kombination aus zwei DMARDs verstärkt. Schlägt auch das Kombipräparat nicht an, werden Biologicals verschrieben. Hierbei handelt es sich um ein biotechnologisch hergestelltes Mittel wie zum Beispiel Antikörper, die gegen die Entzündungsbotenstoffe ankämpfen. Begleitend können Schmerzmittel bei akutem Bedarf eingenommen werden.

Fragen Sie Ihren Arzt, ob die Gelenkentzündung heilbar ist und welche Sportarten die Gelenke schonen.

Fakten aus der Wissenschaft: Entscheidend für den erfolgreichen Behandlungsverlauf ist das frühe Erkennen der Erkrankung. Ganz nach dem Motto: „Hit hard and early“. RA-Patienten tragen übrigens ein doppelt so hohes Schlaganfall- und Herzinfarkt-Risiko als Nicht-Gelenk-Patienten.