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Warum weinen wir?

© lassedesignen - Fotolia.comFakt ist, dass jeder Mensch weint. Warum bei einigen Menschen allerdings viel öfter Tränen fließen als bei anderen ist noch nicht völlig geklärt.

Wir weinen aus ganz verschiedenen Gründen wie zum Beispiel aus Trauer, Freude, Wut und manchmal sogar scheinbar ohne Grund. Viele Wissenschaftler beschäftigen sich schon lange mit dem Phänomen des extremen Gefühlsausbruchs. Doch sie konnten die genauen Ursachen bislang nicht zufriedenstellend aufdecken und jede Menge Fragen bleiben bis heute unbeantwortet. Das größte Rätsel ist wahrscheinlich, welchen Nutzen das Weinen mit sich bringt und welchen besonderen Stellenwert es einnimmt. Der Evolutionsbiologe Oren Hasson von der Universität Tel Aviv vermutet in Anbetracht der Evolutionsgeschichte, dass der Weinende seinem Gegenüber damit Unterlegenheit signalisiert. Durch die Tränen wird die Sicht eingeschränkt, infolge dessen kann sich der Weinende weder verteidigen noch angreifen. Zudem sollen die Tränen aufstauende Aggressionen mindern und vor dem Gegenüber eventuelle Absichten verbergen. Je nachdem in welcher Situation ein Akteur zu weinen anfängt, kann der Gegner dabei besänftigt werden. Der Arbeitsplatz ist jedoch ein Ort, an dem Emotionen weitgehend unterdrückt werden. Hier hat der Tränenausbruch wohl eher keinen positiven Effekt.

Forscher der Universität Südkalifornien haben sich eingehend damit beschäftigt, ob das Weinen – wie oftmals angenommen – wirklich eine befreiende Wirkung hat. Ca. 5.000 Personen wurden befragt, sie sollten angeben wie sie sich nach dem Weinen fühlen. Tendenziell hat der Gefühlsausbruch zwar eine befreiende Wirkung, doch knapp ein Drittel der Teilnehmer konnten dies nicht bestätigen. Etwa jeder zehnte gab sogar an, sich nach dem Weinen schlechter zu fühlen. Einen positiven Effekt hat das Weinen vor allem, wenn dem Betroffenen Trost gespendet wird. In einem Punkt sind sich Wissenschaftler einig: die soziale Situation hat Einfluss darauf, ob das Weinen vom Betroffenen selbst positiv oder negativ empfunden wird.

Zudem werden Stresshormone nicht zwangsweise beim Weinen abgebaut. Fließen Träne zum Beispiel beim Zwiebelschneiden, ist dies nämlich nicht der Fall. Emotionale Tränen enthalten zwar solche Stresshormone, die dann beim Weinen abtransportiert werden, aber die Menge ist zu gering, um ein positives Empfinden hervorzurufen. Zudem treten die meisten Tränen gar nicht aus dem Körper aus, sondern fließen durch den Tränen-Nasen-Kanal in die Nasenhöhle und anschließend in den Rachen.

Frauen weinen häufiger als Männer: Wissenschaftliche Studien belegen, dass Frauen deutlich häufiger weinen als Männer. Bei Frauen sind es bis zu 64 Gefühlsausbrüche mit Tränenfluss im Jahr, bei Männern dagegen nur bis zu 17 Mal. Diese Zahlen gelten aber nur für Erwachsene. Bis zum 13. Lebensjahr weinen Mädchen und Jungen etwa gleich viel. Im Durchschnitt weinen Männer zwei bis vier Minuten lang, Frauen kommen durchschnittlich auf sechs Minuten. Während bei Frauen das Weinen oft in Schluchzen übergeht, passiert das bei Männern eher selten. Die Wissenschaftler kamen außerdem zu der Erkenntnis, dass die verschiedenen Geschlechter aus unterschiedlichen Gründen weinen: Frauen tun es insbesondere, wenn sie vor schwierigen Entscheidungen stehen, Konflikte bewältigen müssen oder sich unzulänglich fühlen. Bei Männern fließen die Tränen vor allem aus Mitgefühl oder nach einer gescheiterten Beziehung.

Was passiert beim Weinen? Beim Weinen kommt es zur gleichzeitigen Erregung und Entspannung. Zu Beginn löst das sympathische Nervensystem eine Reaktion auf den Stress aus. Dies führt zur Gefühlsintensität sowie zu einem Erhöhten Blutdruck und Herzschlag. Anschließend setzt das parasympathische Nervensystem ein, beruhigende Hormone gelangen in das Blut.